Inhalt
Fit von klein auf
Mit dem zweiten Lebensjahr gewöhnt sich Ihr Kind allmählich an die Nahrung und die Ernährungsweise der Erwachsenen. Das ist zum einen eine große Lernleistung. Zum anderen werden ihm damit aber auch alle Ernährungsfehler „vorgesetzt“, die es bei Ihnen, anderen Erwachsenen oder in den Medien sieht.
Was soll Ihr Kind essen, wie und wie viel?
Grundsätzlich kann Ihr Kind das Gleiche essen wie Sie, wenn Sie sich selbst gesund ernähren. Die Unterschiede bestehen vor allem darin, dass das Kind im Verhältnis zur Körpergröße mehr Energiezufuhr durch Nahrungsmittel braucht und für den Aufbau seines Körpers mehr Vitamine und Mineralstoffe benötigt. Eine besondere Kinderkost ist nicht erforderlich; allerdings vertragen Kinder unter Umständen auch keine echte Vollwerternährung, weil sie nur unzureichend gekaut und verdaut wird.
Das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund empfiehlt als Ernährungsprogramm für die ganze Familie eine optimierte Mischkost. Verbotene Lebensmittel gibt es in dieser Ernährungsempfehlung nicht. Über den Gesundheitswert entscheiden allein die Mengenverhältnisse:
- Reichlich verzehrt werden sollen pflanzliche Lebensmittel wie Salat,
Gemüse, Obst, Getreideprodukte und Hülsenfrüchte. Sie enthalten reichlich Kohlenhydrate, die wichtige Energieträger sind, aber auch pflanzliches Eiweiß, das Ihr Kind für den Zellaufbau benötigt. Zudem verbergen sich in diesen Lebensmitteln viele Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, die Ihr Kind für die verschiedenen Stoffwechselprozesse und zur Stabilisierung des Immunsystems braucht. Nur in diesen pflanzlichen Lebensmitteln sind Ballaststoffe enthalten, die die Verdauung regulieren und dafür sorgen, dass Stoffwechselschlacken schnell aus dem Körper herausbefördert werden. - Nur mäßig zugreifen soll man bei tierischen Lebensmitteln wie Fleisch und
Wurst und Eiern.
Milch und Milchprodukte, gehören täglich auf den Speiseplan
von Kindern, da sie als wichtige Eiweiß- und Kalziumlieferanten für den
Knochen- und Muskelaufbau erforderlich sind. Neben der Milch ist Fisch
der wichtigste Jodlieferant – vor allem Seefisch sollte daher mindestens
einmal wöchentlich angeboten werden. - Sehr sparsam sollten Speisefette wie Butter, Margarine, Bratfette und
pflanzliche Öle verwendet werden. Fette liefern ebenfalls Energie und
zwar in konzentrierter Form. Tierische und pflanzliche Fette enthalten
Optimierte Mischkost – Ernährungsempfehlungen des Forschungsinstituts für Kinderernährung Dortmund
Fettsäuren liefern reichlich Energie, die der kindliche Organismus zum Wachsen benötigt, und führen dem Körper die fettlöslichen Vitamine zu. Zu viel Fett führt allerdings auch schon bei den Allerkleinsten rasch zu Übergewicht. Daher sollte mit sichtbaren Fetten sowie auch mit den in Fleisch und Wurst sowie in vielen Süßigkeiten versteckten unsichtbaren Fetten bewusst sparsam umgegangen werden.
Erlaubt sind Süßigkeiten und zuckerreiche Nahrungsmittel, wenn sie
nicht mehr als 20 Prozent der täglichen Kalorienmenge ausmachen. Sie verfügen über einen hohen Kaloriengehalt, sättigen aber nicht in entsprechendem Maße. Die Kinder werden rasch wieder hungrig und essen dadurch mehr, als ihr Körper benötigt. Zudem enthält das Naschwerk kaum oder gar keine Vitamine und Mineralstoffe. Bei der Ernährung Ihres Kindes ist es wichtig, auf eine ausreichende und ausgewogene Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen zu achten:
- Vitamin D:
– Förderung der Knochenbildung; wird unter Lichteinwirkung in der
Haut gebildet (deshalb sollten Kinder oft an die frische Luft)
– in Fisch, Milch, Pilzen - Vitamin B2:
– Regulierung des Stoffwechsels, Wachstumsförderung
– in Milch, Vollkornprodukten, Fleisch, Gemüse - Vitamin C:
– Anregung der Abwehrkräfte, Förderung der Knochenbildung
und der Wundheilung
– in Obst und Gemüse - Kalzium:
– Knochen- und Zahnbildung
– in Milch, Vollkornprodukten, Spinat, Grünkohl - Jod:
– Bildung von Schilddrüsenhormonen
– in Seefisch, Jodsalz, Milch - Fluorid:
– härtet den Zahnschmelz, hemmt die Säurebildung an den Zähnen
und verhütet dadurch Karies
– in Seefisch, Getreideerzeugnissen, einigen Mineralwässern (Fluorid
kann zusätzlich in Tablettenform verabreicht werden. Sprechen Sie
bitte mit Ihrem Kinderarzt.)
Wichtig ist, dass Sie Ihrem Kind reichlich frische, unverarbeitete Lebensmittel anbieten. Gemüse aus der Dose hat fast alle Vitamine durch den Konservierungsprozess verloren. Selbst die als Kinderlebensmittel angepriesenen Joghurtzubereitungen und Milchprodukte enthalten zu viel Zucker, Fett und Konservierungsmittel. Also: Kochen Sie so oft wie möglich selbst und rühren Sie auch den Fruchtjoghurt oder die Quarkspeise für Ihr Kind selbst an.
Einen bestimmten Rhythmus der Mahlzeiten müssen Sie – am besten mit Ihrem Kind gemeinsam – herausfinden. Wichtig ist jedoch die Regelmäßigkeit der Nahrungsaufnahme: zwei kleinere und drei größere Mahlzeiten pro Tag statt einem Hauptmenü und viel Fast Food zwischendurch. Nehmen Sie die Mahlzeiten möglichst gemeinsam mit Ihrem Kind in ruhiger Atmosphäre ein.
Kleine Kinder verfügen noch über ein natürliches Hunger- und Sättigungsgefühl.
Zwingen Sie Ihr Kind also nicht zum Essen, auch wenn Sie meinen, es
sei zu dünn. Denn dadurch kann der Grundstock für falsches Essverhalten mit
den fatalen Folgen von Übergewicht gelegt werden. Im Internet können Sie
unter www.mybmi.de das Gewicht Ihres Kindes bewerten lassen. Wenn es
längere Zeit unter- oder übergewichtig ist, sollten Sie mit dem Kinderarzt sprechen.
Unsachgemäße Diäten führen auch im Kindesalter zu Mangelerscheinungen
– und die Konsequenzen können dramatischer sein als bei Erwachsenen.
Mehr zum Thema "Fit von klein auf" finden Sie auf den folgenden Internetseiten.


