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Diabetes mellitus Typ 2
Menschen mit Diabetes mellitus haben einen dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel. Ursache ist eine gestörte Regulation des körpereigenen Hormons Insulin beziehungsweise eine herabgesetzte Insulinwirkung.
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Was ist Diabetes mellitus Typ 2? [zum Seitenanfang:oben]
Bei Diabetes mellitus Typ 2 sprechen die Körperzellen vermindert auf das Insulin an. Dieser Zustand wird als Insulinresistenz bezeichnet.
Der Diabetes mellitus, auch Zuckerkrankheit genannt, ist eine Stoffwechselerkrankung. Er geht mit einem erhöhten Blutzuckerspiegel einher. Ursache ist eine gestörte Ausschüttung des körpereigenen Hormons Insulin beziehungsweise eine herabgesetzte Insulinwirkung (Insulinresistenz). Über das Insulin, das in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet wird, reguliert der Körper seinen Blutzuckerhaushalt. Im Blut liegt Zucker in Form von Traubenzucker (Glukose) vor. Glukose wird von sämtlichen Körperzellen als Energielieferant benötigt. Mit Hilfe des Insulins wird die Glukose aus dem Blut in die Zellen transportiert. Beim Diabetes mellitus ist diese Aufnahme in die Zellen gestört. Erkrankt man an der mit Typ 1 bezeichneten Form des Diabetes, ist die Bauchspeicheldrüse nicht in der Lage, Insulin zu produzieren. Man spricht von einem absoluten Insulinmangel. In einem solchen Fall muss dem Körper lebenslang Insulin zugeführt werden.
Anders sieht es beim Typ-2-Diabetes aus. Hier sprechen die Körperzellen vermindert auf das Insulin an. Dieser Zustand wird als Insulinresistenz bezeichnet. In frühen Stadien des Typ-2- Diabetes reagiert die Bauchspeicheldrüse darauf zunächst, in dem sie mehr Insulin produziert. Im weiteren Verlauf der Erkrankung erschöpft sich diese Produktion dann jedoch und der Blutzucker bleibt dauerhaft erhöht.
Ursachen der Erkrankung [zum Seitenanfang:oben]
Der Typ-2-Diabetes kann zu einem großen Teil als Folge einer ungesunden Lebensweise verstanden werden: Obwohl die Veranlagung vererbt werden kann, müssen in den meisten Fällen Übergewicht, falsche Ernährung und mangelnde Bewegung für einen tatsächlichen Krankheitsbeginn verantwortlich gemacht werden. 80 bis 90 Prozent der an Typ-2-Diabetes Erkrankten sind übergewichtig. In diesen Fällen ist der Körper damit überfordert, für das erhöhte Nahrungsangebot ausreichend Insulin zu produzieren. Er versucht zunächst, den erhöhten Bedarf durch eine gesteigerte Insulinproduktion zu decken. Gleichzeitig bewirken Übergewicht und Bewegungsmangel eine abnehmende Empfindlichkeit der Zellen für das Insulin, was ebenfalls zunächst eine erhöhte Insulinproduktion auslöst. Nach einiger Zeit ermüden die Insulin-produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Als Folge dieser Prozesse wird der Blutzucker nur unzureichend in die Zellen aufgenommen.
Bei der Entstehung des Typ-1-Diabetes spielen Autoimmunprozesse, also Reaktionen des Abwehrsystems gegen den eigenen Körper, die entscheidende Rolle. Hierbei zerstören körpereigene Abwehrzellen diejenigen Zellen, die in der Bauchspeicheldrüse Insulin produzieren. Diese Form der Zuckerkrankheit liegt jedoch nur in etwa 5 Prozent aller Fälle vor. Die weitaus meisten Diabetiker in den Industrieländern, nämlich etwa 95 Prozent, sind Typ-2-Diabetiker.
Krankheitszeichen [zum Seitenanfang:oben]
Der Typ-2-Diabetes mellitus beginnt meist schleichend über mehrere Jahre. Der erhöhte Blutzuckerspiegel selbst wird von betroffenen Menschen nicht direkt wahrgenommen, sondern lediglich über indirekte Krankheitszeichen, die durch den hohen Blutzucker ausgelöst werden.
Zunächst versuchen die Nieren, die überschüssige Glukose wieder auszuscheiden. Die Betroffenen müssen daher sehr häufig zur Toilette und scheiden dabei viel Flüssigkeit aus. Dies wiederum löst ein gesteigertes Durstgefühl aus, um den Wassermangel auszugleichen. Häufiges Wasserlassen bei großem Durst kann also ein erstes Zeichen eines Diabetes mellitus sein.
Auch Juckreiz oder eine Neigung zu Hautentzündungen treten bei manchen Diabetikern als erste Krankheitszeichen auf. Vermehrte Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Schwäche können ebenfalls auf einen Diabetes mellitus hinweisen. Alle diese Zeichen sind Ausdruck dafür, dass zu wenig vom Energielieferanten Glukose in die Zellen gelangt. Der Betroffene kann so rasch Gewicht verlieren, denn Glukose steht den Zellen nicht mehr als Brennstoff zur Verfügung. Stattdessen gewinnt der Körper die benötigte Energie aus Fetten oder Eiweiß.
Stellt der behandelnde Arzt bei einem Patienten solche Krankheitszeichen fest, muss er an einen bestehenden Diabetes mellitus denken. Der Arzt bestimmt dann üblicherweise den Blutzucker, also den Glukosegehalt des Blutes. Liegt der Wert nüchtern gemessen bei 126 mg/dl (Milligramm pro Deziliter), entspricht 7,00 mmol/l (Millimol pro Liter) oder darüber, so kann der Arzt die Diagnose Diabetes mellitus stellen. Beim nicht nüchternen Patienten gemessen liegen diese Werte bei 200 mg/dl oder darüber, was 11,1 mmol/l entspricht.
Nicht immer schildert ein Patient jedoch die typischen Zeichen eines Diabetes. In diesem Fall muss der Arzt den Blutzucker an mindestens zwei verschiedenen Tagen messen. Wenn die Blutzuckerwerte auch dann nicht eindeutig sind oder trotz normaler Werte weiter ein Verdacht auf Diabetes mellitus besteht, kann der so genannte orale Glukosetoleranztest durchgeführt werden. Dabei werden genau 75 Gramm Traubenzucker (Glukose) in Wasser gelöst, die in einer bestimmten Zeit getrunken werden müssen. Zwei Stunden später wird der Blutzucker gemessen. Liegt der Wert dann über 200 mg/dl (11,1 mmol/l), besteht definitiv ein Diabetes mellitus.
Behandlung [zum Seitenanfang:oben]
Was Sie selbst beitragen
Von einem gesunden Lebensstil profitiert jeder. Dazu gehören:
- Abbau von Übergewicht. Dies macht die Zellen des Körpers wieder empfindlicher für Insulin, der Blutzuckerspiegel sinkt. Mit einem Körpergewicht im Normbereich ist man zudem viel beweglicher und leistungsfähiger und leidet seltener an Erkrankungen der Knochen und Gelenke.
- Eine ausgewogene Ernährung, die dem Energiebedarf angepasst ist. Sie verhindert eine große Zahl von schwerwiegenden Erkrankungen wie Arteriosklerose, Fettstoffwechselstörungen, Gicht, wahrscheinlich sogar mancher Krebsarten. Sie hilft bei der Gewichtsabnahme und der Normalisierung des Blutzuckerspiegels;
- Regelmäßige körperliche Aktivität. Bewegung senkt den Blutzuckerspiegel, unterstützt die Gewichtsabnahme und wirkt sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus. Wer sich bewegt, ist seelisch ausgeglichener und zufriedener und kann dabei Stress aller Art abbauen.
- Der Verzicht auf Genussgifte wie Alkohol und Nikotin reduziert das Risiko der häufigsten Krebserkrankungen und anderer chronischer Erkrankungen. Er reduziert das Risiko der häufigsten Krebserkrankungen und anderer chronischer Erkrankungen. Mit dem Rauchen aufzuhören ist unerlässlich zur Gesunderhaltung der Blutgefäße und hilft Folgeschäden des Diabetes vermeiden.
Medikamentöse Behandlung des Diabetes
Die Medikamente, mit denen ein Typ-2-Diabetes behandelt werden kann, sind die so genannten oralen Antidiabetika und das Insulin.
Wenn durch Ernährungsumstellung, Gewichtsabnahme und Bewegung der Blutzucker nicht zufriedenstellend gesenkt werden kann, wird Ihr Arzt Ihnen Medikamente verordnen. Im Rahmen von BKK MedPlus werden hierzu Arzneimittel eingesetzt, deren Wirksamkeit und Sicherheit in Studien nachgewiesen wurde. Möglicherweise steht zur Diskussion, im Rahmen der Behandlung andere Medikamente als die empfohlenen einzusetzen. Ihr Arzt muss Sie dann darüber aufklären, dass es für diese Medikamente noch keine ausreichenden Wirksamkeitsnachweise und Langzeiterfahrungen gibt.
Tabletten zur Senkung des Blutzuckers: Orale Antidiabetika
Tabletten gegen den erhöhten Blutzucker werden als orale Antidiabetika bezeichnet. Sie sind in verschiedene Gruppen eingeteilt. Die im Rahmen von BKK MedPlus vorrangig eingesetzten Gruppen sind die so genannten Sulfonylharnstoffe (daraus der Wirkstoff Glibenclamid) und die Biguanide (der Wirkstoff Metformin).
Die Sulfonylharnstoffe erhöhen die Insulinausschüttung der Bauchspeicheldrüse. Glibenclamid eigent sich vor allem zur Therapie bei nicht übergewichtigen Menschen. Gelegentlich kommt es unter Einnahme von Sulfonylharnstoffen zu Unterzuckerungen (Hypoglykämien). Dies ist ihre wichtigste Nebenwirkung. Wenn Sie Sulfonylharnstoffe einnehmen, sollten Sie also auf Zeichen der Unterzuckerung wie Zittern, Herzrasen oder Schweißausbrüche achten. Wenn diese auftreten, nehmen Sie sofort etwas Traubenzucker zu sich. Weisen Sie außerdem Ihren Arzt auf diese Nebenwirkung hin, damit er die Medikamentendosis überprüfen und eventuell optimieren kann.
Biguanide vermindern die Glukoseproduktion in der Leber und steigern die Aufnahme der Glukose in die Zellen. Auf diese Weise sinkt der Blutzucker. Biguanide sind besonders für übergewichtige Diabetiker gut geeignet. Sie sollten jedoch nicht bei Begleiterkrankungen wie Herzmuskelschwäche und eingeschränkter Nierenfunktion eingesetzt werden. Ihre wichtigsten Nebenwirkungen sind Blähungen, Übelkeit, Durchfall, Appetitlosigkeit.
Manchmal unvermeidlich: Die Insulinbehandlung beim Typ-2-Diabetes
Zuerst sollte eine Therapie mit oralen Antidiabetika versucht werden. Kann damit der Blutzucker nicht zufriedenstellend gesenkt werden, so muss auch ein Typ-2-Diabetes regelmäßig mit Insulin behandelt werden. Insulin kann nicht wie Tabletten eingenommen werden. Es ist ein Eiweißhormon, was im Magen durch die Magensäure umgehend zerstört und damit wirkungslos wird. Insulin wird, je nach Präparat und Erfordernissen, ein- oder mehrmals täglich unter die Haut gespritzt.
Die Insuline, die man dazu benutzt, werden heute entweder aus Schweine-Insulin gewonnen oder in einem gentechnischen Verfahren von Bakterien produziert und als Human-Insulin bezeichnet. Bei letzterem werden beispielsweise Bakterien gentechnisch so verändert, dass sie menschliches Insulin bilden. Vorteil dieser Methode ist, dass so größere Mengen Insulin produziert werden können. Zudem löst es seltener Immunreaktionen aus als tierisches, weil es sich um nachgebautes „menschliches“ Insulin handelt. Durch den Zusatz bestimmter Stoffe kann erreicht werden, dass das Insulin seine Wirkung im Körper nicht sofort entfaltet, sondern sich über viele Stunden erstreckt. Je nachdem, wie lange die Wirkung dann anhält, spricht man von Normalinsulin, Verzögerungsinsulin oder Mischinsulin.
Eine andere Insulinvariante sind die so genannten Insulin-Analoga. Sie werden ebenfalls künstlich hergestellt und sollen wie natürliches Insulin wirken. Allerdings weiß man über sie noch nicht, ob sie in der Langzeitanwendung sicher sind und wirklich wirksam sind, also nachweislich schwere Komplikationen, wie z.B. Herzinfarkt oder Schlaganfall, verhindern. Soll bei Ihnen eine Behandlung mit diesen Insulin-Analoga vorgenommen werden, muss Ihr Arzt Sie darüber sowie über die Verträglichkeit aufklären.
Wenn Sie als Typ-2-Diabetiker Insulin benötigen, ist die allgemein übliche Behandlungsart die so genannte konventionelle Insulinbehandlung. Dabei müssen Sie morgens und abends jeweils eine bestimmte Dosis eines Mischinsulins spritzen. Wichtig ist, dass Sie im Anschluss an die Insulingabe eine bestimmte Menge von Kohlenhydraten essen, damit es nicht zu einer Hypoglykämie (Unterzuckerung) kommt. Auch alle anderen Mahlzeiten müssen Sie zu bestimmten Zeiten einnehmen. Die darin enthaltenen Kohlenhydraten müssen gleichmäßig über den Tag verteilt werden, um einen konstanten Blutzuckerspiegel zu erhalten.
Manche Patienten werden auch mit der so genannten intensivierten Insulintherapie behandelt. Dabei müssen sie sich das Insulin mehrfach am Tag spritzen. Die jeweils erforderliche Dosis berechnen sie anhand des Blutzuckerspiegels und der geplanten Mahlzeit. Diese Methode imitiert die Insulinausschüttung des Stoffwechselgesunden. Sie ist zwar aufwändiger, hat aber auch Vorteile: Der Zeitpunkt und die Art der Mahlzeiten können in viel größerem Umfang variiert werden als bei der konventionellen Insulinbehandlung.
Viele Diabetiker haben Angst davor, eines Tages Insulin spritzen zu müssen. Sowohl das Spritzen selbst als auch die Einschränkung durch ein starres Spritz- und Essschema können belastend empfunden werden. Dies ist verständlich. Ihr Arzt wird Sie jedoch so ausführlich beraten, dass die meisten Ihrer Befürchtungen ausgeräumt werden können. Ebenfalls hilfreich hierbei ist eine Diabetiker-Schulung, in der individuell auf Ihre Fragen eingegangen werden kann. Sollten Sie Insulin benötigen, so werden Sie dazu angeleitet. Vor der Spritze müssen Sie dabei keine Angst haben. Die Nadel, mit der das Insulin unter die Haut gespitzt wird, ist erheblich dünner als solche, die beispielsweise für Impfungen oder zum Blutabnehmen verwendet werden.
Weitere Informationen zu Diabetes mellitus Typ 2 können Sie auf den MedPlus-Seiten erhalten.
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