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Koronare Herzkrankheit

schematische Darstellung eines Herzens

Unter der "koronaren Herzkrankheit" versteht man eine arteriosklerotische Verengung der Herzkranzgefäße. Diese Veränderung führt dazu, dass die Herzmuskulatur nicht so viel sauerstoffreiches Blut erhält, wie sie für ihre Arbeit benötigt. Erfahren Sie in dieser Rubrik viele wichtige Details zur "koronaren Herzkrankheit".

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Was ist die koronare Herzkrankheit?oben

Die koronare Herzkrankheit mit ihren Folgen, dem Herzinfarkt und der Herzmuskelschwäche, ist die Haupttodesursache in den meisten Industrieländern. Allein in Deutschland ist sie für etwa ein Viertel aller jährlichen Todesfälle verantwortlich.

Unter dem Begriff  "koronare Herzkrankheit" versteht man eine arteriosklerotische Verengung der Herzkranzgefäße. Diese Veränderung führt dazu, dass die Herzmuskulatur nicht so viel sauerstoffreiches Blut erhält, wie sie für ihre Arbeit benötigt. Der Herzmuskel wird durch die Koronararterien oder Herzkranzgefäße mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Sind diese Herzkranzgefäße verengt, so ist der Blutfluss eingeschränkt. Ursache einer solchen Verengung sind fast immer kalkhaltige Ablagerungen in den Blutgefäßen, also eine Arteriosklerose. Als Folge dieser Verengung kommt es zu einer Minderversorgung der Herzmuskulatur mit sauerstoffreichem Blut und Nährstoffen. Ein so geschädigtes Herz kann vielen Anforderungen des Kreislaufs nicht mehr genügen.


Ursachen der Erkrankungoben

Die Verengung der Herzkranzarterien beruht in aller Regel auf arteriosklerotischen Ablagerungen an den Gefäßwänden, die man auch als "Plaques" bezeichnet. Es gibt verschiedene Hauptrisikofaktoren für die Entwicklung einer Arteriosklerose. Viele davon sind beeinflussbar wie etwa das Rauchen, die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder Übergewicht.

Hoher Blutdruck schädigt die Gefäßwände, indem er zu kleinsten Einrissen in der Gefäßinnenhaut führt. An diesen Einrissen lagern sich Blutplättchen ab, die zusammen mit Kalk- und Fettsubstanzenaus dem Blut zu harten Ablagerungen im Gefäßinneren werden. Der Blutdruck ist definitiv zu hoch, wenn der obere Wert (systolisch) 140 mmHg oder mehr und/oder der untere (diastolisch) 90 mmHg oder mehr beträgt.

Fettstoffwechselstörungen erhöhen ebenfalls das Risiko der Arteriosklerose. Schon lange weiß man, dass die Erhöhung bestimmter Blutfette wie des Cholesterins mit einem erhöhten Risiko einhergeht. Dabei ist das Cholesterin zunächst einmal keine schädliche Substanz. Sie wird vom Körper selbst produziert und beispielsweise als Baustein für bestimmte Hormone benötigt. Etwa vier Fünftel des im Organismus vorhandenen Cholesterins hat der Organismus selbst hergestellt und nur etwa ein Fünftel wurde mit der Nahrung zugeführt. Das Gesamt- Cholesterin setzt sich aus dem so genannten LDL- und dem HDL-Cholesterin zusammen. Wichtig ist die Menge des Gesamtcholesterins, aber vor allem auch das Verhältnis der Anteile von HDL- und LDL-Cholesterin zueinander.

Das beim Rauchen aufgenommene Nikotin aus dem Tabak verengt die Blutgefäße und wirkt dadurch ähnlich wie Bluthochdruck. Weitere Tabakinhaltsstoffe verschlechtern zusätzlich den Stoffwechsel. So haben Raucher einen höheren LDL-Cholesterinspiegel. Bestimmte Gerinnungsstoffe wie Fibrinogen und Blutplättchen sind bei Rauchern ebenfalls erhöht. Auch dadurch steigt das Risiko von Gefäßverengungen oder gar -verschlüssen. Frauen, die rauchen und gleichzeitig die Antibabypille nehmen, haben ein besonders hohes Risiko für Gefäßerkrankungen.

Raucht man eine Packung Zigaretten am Tag, so steigt das Risiko, vor dem 50. Lebensjahr einen Herzinfarkt zu erleiden, um das Drei- bis Fünffache.

Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) erhöht das Arterioskleroserisiko ebenfalls. Bei Zuckerkranken sind die Spiegel bestimmter Fette im Blut oft erhöht, zusätzlich liegt häufig ein Bluthochdruck vor. Ein zu hohes Körpergewicht kann zu einer vermehrten Herzbelastung führen und erhöht dadurch das Risiko für die koronare Herzkrankheit. Das Körpergewicht lässt sich mit dem Body-Mass-Index (BMI) beurteilen. Beim BMI wird das Gewicht auf die Körpergröße bezogen.


Diagnostikoben

Vom Symptom zur Diagnose. Bei der Erhebung Ihrer Krankengeschichte wird der Arzt Sie sehr detailliert nach dem Auftreten und der Charakteristik von Angina Pectoris fragen.

Krankheitszeichen

Die Angina Pectoris ist ein dumpfer Schmerz, der hinter dem Brustbein lokalisiert wird. Manche Patienten beschreiben ihn auch als "reifenförmigen Druck" um den Brustkorb. Oft ist dieser Schmerz mit Angst und Atemnot verbunden und kann in den linken Arm, den Hals oder den Unterkiefer ausstrahlen. Liegt das Schmerzzentrum hinter dem Brustbein oder im Oberbauch, so wird der Schmerz manchmal als Sodbrennen fehlgedeutet. Einige besondere Situationen erhöhen die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten der Angina Pectoris.

Dies sind:

Bei der Erhebung Ihrer Krankengeschichte wird der Arzt Sie sehr detailliert nach dem Auftreten und der Charakteristik von Angina Pectoris fragen.

Untersuchungen

Laboruntersuchungen:

Besteht Verdacht auf koronare Herzkrankheit oder einen Herzinfarkt, ird der Arzt verschiedene Laboruntersuchungen durchführen, um die Diagnose zu erhärten. Dabei werden unter anderem gemessen:

Nicht invasive apparative Untersuchungen:

Eine Reihe so genannter nicht invasiver Untersuchungen können bei koronarer Herzkrankheit notwendig sein. Nicht invasive Untersuchungen sind solche, bei denen nicht in den Körper "eingedrungen" werden muss. Sie belasten den Patienten in der Regel nicht oder allenfalls gering. Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbes (Thorax) im Stehen gibt Aufschluss über Form und Größe des Herzens. Darüber hinaus kann auch seine Pumpleistung zumindest indirekt beurteilt werden.

Liegt zum Beispiel eine Herzschwäche vor, so kann sich eventuell gestaute Flüssigkeit in der Lunge im Röntgenbild zeigen. Das EKG (Elektrokardiogramm) ist eine Aufzeichnung der Herzströme und gibt Auskunft über eine mögliche Mangeldurchblutung des Herzmuskels, eine Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen. Ein EKG kann in Ruhe, am liegenden Patienten oder unter Belastung, z. B. auf einem Fahrradergometer, aufgezeichnet werden. Das Belastungs-EKG gibt Aufschluss über die Veränderungen der Herzaktivität unter dieser zunehmenden Belastung. Der Arzt kann mithilfe dieser Untersuchung auch eine ungefähre Aussage über die Belastbarkeit des Patienten machen. Diese Aussage kann bei der Planung eines Sportprogramms hilfreich sein.

Bei der Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie) kann der Arzt das Herz "in Aktion" beobachten. Dabei wird der Ultraschallkopf in der Regel auf die Brust des Patienten aufgesetzt. Durch die Ultraschallwellen entsteht keine Strahlenbelastung. Auch diese Untersuchung kann sowohl in Ruhe als auch unter Belastung durchgeführt werden. Der Arzt erkennt, wie beweglich die einzelnen Abschnitte des Herzens sind, ob unbewegliche Bezirke nach einem Infarkt vorliegen, ob die Herzkontraktionen kräftig sind und ob die Herzklappen funktionsfähig sind.

Bei der Szintigraphie (Thallium-Myokardszintigraphie) wird eine schwach radioaktive Substanz in eine Vene, meistens im Arm, gespritzt. Diese Substanz reichert sich vor allem im Herzmuskel an, und zwar vorwiegend dort, wo der Herzmuskel gut durchblutet wird. Ein spezielles Messgerät über dem Brustkorb misst die Radioaktivität und erstellt daraus ein Bild der Durchblutungsverhältnisse des Herzmuskels. Dabei lassen sich Zonen mangelnder Durchblutung gut erkennen. Auch die Szintigraphie kann sowohl in Ruhe als auch unter Belastung durchgeführt werden.

Die wichtigste Untersuchung zur Feststellung der koronaren Herzkrankheit ist das Belastungs-EKG. Nur dann, wenn es aus gesundheitlichen Gründen nicht durchgeführt werden kann oder keine verwertbaren Ergebnisse erzielt werden, wird die Ultraschalluntersuchung oder die Szintigraphie angewendet.

Invasive Untersuchungen: Herzkatheter:

Invasive Untersuchungen sind mit einer gewissen Belastung für den Patienten verbunden. Im Gegensatz zu nicht invasiven Untersuchungen sind beispielsweise kleine Schnitte oder Punktionen von Blutgefäßen notwendig.

Die Angiographie, meist als Herzkatheter bezeichnet, ist eine Röntgendarstellung von Blutgefäßen. Arterien und Venen sind im normalen Röntgenbild nahezu nicht sichtbar. Nur mit einem Kontrastmittel lässt sich ihr Innenraum darstellen. Zur Darstellung der Herzkranzgefäße muss dieses Kontrastmittel gezielt dorthin gebracht werden, da es im Körperkreislauf zu stark verdünnt werden würde. Der Arzt führt dazu einen sehr dünnen Schlauch (Katheter) über die Leistenschlagader in die Hauptschlagader ein und schiebt ihn dann vor bis zur Abzweigung der Herzkranzgefäße. Anschließend wird das Kontrastmittel injiziert, das die Gefäße sichtbar macht.

Weitere Informationen zu Koronare Herzkrankheiten können Sie auf den MedPlus-Seiten erhalten.

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