28.06.2018 Aus der BKK VBU

HPV: Die unbekannte Impfung -

(Berlin, 27. Juni 2018) Nur ein Drittel der deutschen Bevölkerung hat überhaupt schon einmal von der Impfung gegen Humane Papillom Viren (HPV) gehört. Unabhängig von der neuen Empfehlung der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut, auch Jungen impfen zu lassen, hat diese Impfung offenbar ein allgemeines Bekanntheitsproblem. Das ergab eine Umfrage von Kantar TNS im Auftrag der Betriebskrankenkasse Verkehrsbau Union (BKK VBU).

Kantar TNS befragte im Juni mehr als 1.000 Frauen und Männer über 14 Jahre in Deutschland. Nur ein gutes Drittel der Befragten (34 Prozent) hat überhaupt schon von der HPV-Impfung gehört – und nur knapp jeder Sechste weiß auch, gegen welche Krankheitsbilder sie wirkt. Besonders verbreitet ist die Kenntnis der Impfung in der jetzigen Elterngeneration der 30- bis 49-Jährigen.

Bei den Befragten, die diese Impfung kennen, ist sie vor allem mit Gebärmutterhalskrebs assoziiert, die anderen Krankheitsbilder wie Feigwarzen, Anal- und Peniskrebs sowie Krebs im Mund- und Rachenraum sind weit weniger bekannt.

Gefragt nach der Bereitschaft, 9- bis 17-Jährige impfen zu lassen, würden ca. 60 Prozent der Befragten Kinder in diesem Alter unabhängig vom Geschlecht impfen lassen, weitere fünf Prozent würden nur Mädchen impfen lassen. 14 Prozent sind allerdings unentschieden, bzw. möchten nicht angeben, wie sie sich in Bezug auf die Impfung verhalten sollen, vor allem in den Altersstufen 50+. "Das zeigt, dass wir eine Menge Aufklärungsarbeit vor uns haben", sagte dazu Andrea Galle, Vorständin der BKK VBU. "Es muss uns gelingen, das Wissen über die Gefahren der HPV-Viren zu vergrößern."

Als erste Maßnahme schlug die Vorständin vor, den Namen der Impfung zu ändern. "Die Windpocken-Impfung ist ja auch nicht unter dem Begriff Varizellen-Impfung bekannt, sondern unter der Krankheit, die sie bekämpft", sagte Andrea Galle. Ihr Vorschlag lautet deshalb: Krebs-Vorsorge-Impfung. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wäre die geeignete Stelle, um gemeinsam mit Ärzten und den Krankenkassen zu informieren. Schließlich bezuschussten die Krankenkassen diese jährlich genau für solche Maßnahmen mit erheblichen Mitteln. "Erfreulich ist, dass die Befragten, die Impfungen generell nicht kritisch gegenüberstehen, die Bedeutung des Schutzes für beide Geschlechter sehen", so Galle.

Zum Hintergrund:

Die weltweit erste Impfung gegen Krebs wurde 2006 eingeführt. Die Humanen Papillomviren, die beim Sex übertragen werden, können bei Mädchen Gebärmutterhalskrebs, bei Jungen Penis- und Analkrebs auslösen. Laut Robert-Koch-Institut trifft das rund 6.200 Frauen und 1.600 Männer jährlich. Bislang wurde die Impfung Mädchen zwischen 9 und 17 Jahren (inkl. Nachimpfung) empfohlen, demnächst auch Jungen im gleichen Alter.

Wenn Sie weitere Informationen benötigen, hier kommen Sie zu unserer Studie.

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