Naturheilkunde für zu Hause - Für viele Beschwerden ein Pflänzchen

Cranberry-Saft gegen Blasenentzündung, Kernseifenbäder bei Nagelbettentzündung oder Arnika-Kompressen bei Zerrungen: Hausmittel tun gut bei zahlreichen Beschwerden. Mit ein paar Zutaten aus Apotheke, Garten oder Vorratsschrank lassen sich viele Wehwehchen lindern. Wer den eigenen Körper gut kennt, kann auf die alt bewährten Rezepte setzen.

Viele Möglichkeiten – Aber auch Grenzen!

Der Fundus an Hausmitteln ist riesig. Doch was hilft wirklich? Lucia Janik ist Naturheilkundeexpertin bei der BKK VBU und weiß, wie Sie Kopfschmerzen, Sodbrennen, Pickel und Co. sanft behandeln können. Allerdings hat die Selbstbehandlung Grenzen:

Beispiel Kopfschmerz: Oft wird er durch Stress ausgelöst, er kann aber auch ein Anzeichen für Bluthochdruck oder für Komplikationen beim Wachstum der Weisheitszähne sein. "Im Zweifel also – immer zum Arzt", rät die Gesundheitsexpertin. "Hausmittel haben in der Regel kaum Nebenwirkungen. Bei Fragen beraten Ärzte und Apotheker zu möglichen Risiken und Wechselwirkungen mit Medikamenten."

Welche Verfahren eignen sich für häufige Beschwerden wie Durchfall, Kopfschmerz, Neurodermitis, Arthrose und Verbrennungen? Lucia Janik erklärt, welche Tees, Wickel und Bäder helfen, um die Selbstheilungskräfte Ihres Körpers zu aktivieren.

Geriebener Apfel gegen Durchfall

Seit Generationen wird bei Durchfall Apfel empfohlen. Das enthaltene Pektin wirkt als natürliches Geliermittel und macht den Stuhl fester. Gut wirkt auch Carob-Pulver, das aus den Früchten des Johannisbrotbaums gewonnen wird.

  • Sie können zwei geriebene Äpfel mit etwas Carob-Pulver aus dem Naturkosthandel vermischen.
  • Auch gekochte Karotten und die Gerbstoffe von grünem und schwarzem Tee beruhigen die Verdauung. Hierbei aber auf reine Sorten ohne Zusätze achten.
  • Trinken Sie viel, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
  • Wer mag, greift zu Salzstangen und Cola. Die Salzstangen sind bekömmlich und das Salz bindet Wasser im Körper. Kleine Mengen von Zucker und Koffein bringen Ihren Kreislauf in Schwung und steigern das Wohlbefinden.
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Selbst Kleinkindern können Sie zwei, drei Teelöffel Cola geben, falls sie sonstige Nahrung verweigern.

Lucia Janik, Naturheilkunde-Expertin der BKK VBU

Kompressen und Bäder bei Neurodermitis

Neurodermitis ist häufig langwierig, weil die Patienten sehr unterschiedlich auf die Behandlung reagieren. Um das Wohlbefinden zu verbessern, muss der Juckreiz gelindert werden.

Wir empfehlen hierzu:

Stiefmütterchen- und Kamillenblüten-Tee

  • Diese Kompressen wirken entzündungshemmend.
  • Tränken Sie ein Baumwolltuch im Tee, wringen Sie es aus und legen Sie es auf die Haut auf. Dann mit einem trockenen Tuch abdecken.
  • "Die Kompressen können bis zu zwei Stunden einwirken. Wenn es sich unangenehm anfühlt, runter damit. Welcher Wirkstoff am besten hilft und wie lange die Kompresse einwirken soll, ist individuell unterschiedlich", sagt Lucia Janik.

Eichen- oder Buchenrinden-Extrakt

  • Bäder mit Eichen- oder Buchenrinden-Extrakt aus der Apotheke wirken ebenfalls entzündungshemmend.
  • Rubbeln Sie die Haut nach dem Baden aber nicht ab, sondern tupfen Sie die betroffenen Stellen sanft trocken.
  • Zur Beruhigung der Haut eignet sich eine selbstgemachte Pflege: Dafür etwas Vitamin B 12 aus der Ampulle mit Vaseline oder einer Basislotion mischen und auf die Haut geben.

Schüßler Salze

  • Viele Patienten machen auch mit Schüßler Salzen* gute Erfahrungen.
  • Bei Neurodermitis können Sie die entzündungshemmenden Salze Nr. 3 (Ferrum phosphoricum) und Nr. 4 (Kalium chloratum) verwenden.
  • Juckreiz behandeln Sie mit dem Salz Nr. 7 (Magnesium phosphoricum) und mit dem Salz Nr. 8 (Natrium chloratum) lässt sich die Haut befeuchten.

* Bei Schüßler Salzen handelt sich um zwölf Bisis-Mineralsalze mit denen sich viele Krankheiten heilen lassen – so die Theorie des Oldenburger Homöopathen Wilhelm Heinrich Schüßler. Die Mineralsalze gibt’s in Form von Tabletten und Salben.

Mit Pfefferminzöl Kopfschmerzen wegmassieren

Kopfschmerzen kennt jeder – über 220 unterschiedliche Arten sind bekannt. Weit verbreitet sind Spannungskopfschmerzen, die bei Erwachsenen, aber auch Kindern oft nach einem anstrengenden Tag auftreten. Häufig helfen Essen, Trinken und Bewegung an der frischen Luft. Auch mit Massagen können Sie Verspannungen lösen.

  • Zur Massage von Nacken, Schläfen, Nasenwurzel und Kopfhaut verwenden Sie ätherische Öle wie Pfeffer- und Ackerminze. Sie kühlen und lindern den Schmerz.
  • Zur Entspannung eignen sich als Tee auch Lavendel oder Melisse.
  • Und wenn Sie normalerweise zu Aspirin greifen, können Sie auch Weidenrinden-Tee ausprobieren: Einen Teelöffel Weidenrinde aus der Apotheke mit kochendem Wasser überbrühen und zwanzig Minuten ziehen lassen. Im Akut-Fall können Sie bis zu neun Tassen über den Tag verteilt trinken.

Bei Arthrose hilft Wärme

Arthrose ist Gelenk-Verschleiß und das trifft jeden. Den einen früher, den anderen später – je nach Belastung, Körperbau, Gewicht, Sportart und Alter. Sie bleibt oft unbemerkt, weil sie anfangs kaum Schmerzen verursacht. "Wichtig ist, die entzündlichen Prozesse der Gelenke möglichst zu minimieren", erklärt Lucia Janik.

  • Meiden Sie die entzündungsfördernde Arachidon-Säure, die vor allem in Fleisch und tierischen Produkten steckt. Stattdessen kommen viel Fisch, Obst und Gemüse auf den Tisch.
  • Wärme fördert die Durchblutung und unterstützt die Regeneration. Bewährt haben sich Kirschkern-Kissen oder auch Bäder mit schmerzlindernden Ölen, die sich leicht selbst herstellen lassen.
  • Arthrose-Patienten sollten zudem die Nieren anregen, um den Körper zu entsäuern und zu entgiften. Dafür empfehlen wir zum Beispiel eine Tee-Kur mit Löwenzahn und Brennnessel.

Teekur mit Löwenzahn und Brennnessel

  • Den Anfang macht der Löwenzahn: Zwei Teelöffel Löwenzahnwurzel mit einem halben Liter kaltem Wasser übergießen und aufkochen, zehn Minuten ziehen lassen und über den Tag verteilt trinken

  • Nach vier bis sechs Wochen zum Brennnessel-Tee wechseln: Dazu zwei Teelöffel getrocknete Brennnessel mit einem halben Liter kochenden Wasser aufgießen fünf Minuten ziehen lassen und über den Tag verteilt trinken.

Verbrennungen: Schnelles Handeln ist gefragt

Kühlen - die erste Maßnahme
  • Die Haut sollte zehn bis fünfzehn Minuten mit kaltem Wasser gekühlt werden.
Arnika - wirkt phänomenal
  • Jeweils fünf Globuli werden im Abstand von einer Viertelstunde eingenommen.
  • Insgesamt sollten es etwa vier Gaben sein, am Tag darauf noch zwei bis drei Gaben über den Tag verteilt.
Salbe und Umschläge
  • Calendula-Salbe oder ein Gel aus Aloe Vera
  • Umschläge mit Kamillenblütentee verschaffen Linderung

Bestens informiert mit der Hausmittel-App

Weitere Hausmittel von A wie Anis-Fenchel-Tee bis Z wie Zwiebelsäckchen finden sich übrigens in unserer Hausmittel-App. Hier gibt’s auch Tipps zu weniger verbreiteten Leiden. Die App können Sie kostenlos herunterladen bei:

BKK-VBU Ratgeber: Bild von vielen verschieden Schalen die mit unterschiedlichen Gewürzen und Kräutern gefüllt sind.

Heilkräfte aus der Natur

Die Naturheilkunde nimmt den Patienten ganzheitlich in den Blick und regt mit Reizen aus der Umwelt die Selbstheilung an.

BKK VBU Alternative Arzneimittel: verschiedene Pflanzen in einer Gläserreihe

Pflanzliche Power für die Gesundheit

Bücher und Internet-Foren sind voll von gesundem Grünen - von Aloe über Ingwer bis hin zur Zwiebel. Die Liste der Heilpflanzen und Hausmittel mit möglicher oder erwiesener Wirkung ist lang. Wir haben einige Beispiele für Sie.

Naturheilmittel Honig

"Willst du Gottes Wunder sehen, musst du zu den Bienen gehen", lautet ein altes Sprichwort. In einem einzigartigen Vorgang wird aus Blütennektar Honig, ein nicht nur leckeres, sondern auch vielseitig anwendbares Naturprodukt.

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