Mythos Vorbräunen - Ist ein Training für ausgedehnte Sonnenbäder möglich?

Rund um Gesundheit und Krankheit ranken sich viele Mythen. Eine Behauptung, die viele für wahr halten, betrifft das Sonnenbaden. Wer schon braun ist, kann nicht mehr rot werden. Oder? Wir gehen der Frage nach, ob man durch Vorbräunen seine Haut für ausgedehnte Sonnenbäder trainieren kann.

Viele Menschen glauben, dass sie durch langsames Vorbräunen vor schädlichen UV-Strahlen und Sonnenbrand geschützt sind. Das ist leider falsch: Braune Haut hat nur einen Lichtschutzfaktor von 4 bis 6, was so gut wie gar keinen Schutz bedeutet. Dass Haut überhaupt bräunt, zeigt ja schon, dass sie der Sonne zu lange ausgesetzt war und deshalb durch die Bildung des Farbstoffs Melanin reagieren musste.

Schließlich ist die Bräunung der Haut ein körpereigener Schutzmechanismus. Wie gut sich die Haut selbst vor Sonne schützen kann, hängt vom Hauttyp ab.

Eigenschutzzeit der Haut

  • Menschen mit heller Haut und blonden oder roten Haaren können höchstens 10 bis 20 Minuten der Sonne ausgesetzt sein, bevor ihre Haut von den UV-A- und UV-B-Strahlen angegriffen wird.

  • Dunklere Typen mit braunen oder schwarzen Haaren und dunklen Augen können hingegen bis zu 60 Minuten in der Sonne verbringen ohne Gefahr zu laufen, einen Sonnenbrand zu bekommen.

  • Durch Sonnencreme lässt sich diese Eigenschutzzeit verlängern. Die Rechnung dafür funktioniert folgendermaßen. Man nehme die Eigenschutzzeit seines Hauttyps (im Internet gibt es dazu viele Selbstbestimmungstests) und multipliziere diese mit dem Lichtschutzfaktor der Sonnencreme.

  • Das ergibt die Anzahl der Minuten, die man relativ gefahrlos in der Sonne verbringen kann.

  • Die Verlängerung der Eigenschutzzeit funktioniert nur einmalig, das heißt ständiges Nachcremen bedeutet nicht, dass sich das Sonnenbad beliebig verlängern lässt.

Mehr Schutz durch Solarium und Selbstbräuner?

Auch wer glaubt, dass er durch regelmäßige Strahlenbäder im Solarium oder gar Selbstbräuner seine Haut auf die wärmere Jahreszeit vorbereiten kann, muss eines Besseren belehrt werden. In Solarien kommen hauptsächlich UV-A-Strahlen zum Einsatz, UV-B wird herausgefiltert, weil diese Strahlenart für die Entstehung von Hautkrebs verantwortlich gemacht wird.

Außerdem baut das künstliche Sonnenlicht im Unterschied zur echten Sonne keine Lichtschwiele auf. Diese Verdickung der Hornhaut wird durch eine beschleunigte Zellteilung hervorgerufen und schützt die Haut wesentlich effektiver vor den Sonnenstrahlen als die Pigmentierung.

Gänzlich uneffektiv ist Selbstbräuner, der lediglich einen Farbfilm über die Haut legt und damit keinerlei Schutzfunktion erfüllt.

Kind mit großer Brille schaut in die Sonne

Sonnenlicht

Die Sonne ist gut für Körper und Gemüt. Deshalb raus aus dem Schatten – aber immer nur für ein paar Minuten. Denn wer lange ungeschützt draußen ist, riskiert einen Sonnenbrand und im schlimmsten Fall Hautkrebs. Wir geben Tipps, wie Sie sich schützen und verraten, welche Hausmittel im Notfall helfen.

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