Gürtelrose - Impfen schützt

Die Gürtelrose trifft vor allem Ältere und Menschen mit schwachem Immunsystem. Wenn Sie glimpflich verläuft, ist sie nach ein, zwei Wochen ausgeheilt. Bei älteren Patienten bleiben jedoch oft chronische Nervenschmerzen. Mit einer Impfung können Sie vorbeugen.

"Ich frage meine Patienten mit Gürtelrose als erstes, was denn los ist. Sie berichten häufig von vorausgegangenen Infektionen wie einer Lungenentzündung oder einer Grippe. Viele leiden auch unter seelischen Belastungen wie Streit am Arbeitsplatz", berichtet der Hautarzt Dr. Dirk Meyer-Rogge aus Karlsruhe.

Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass jeder zweite, der das 85. Lebensjahr erreicht, einmal an Gürtelrose erkrankt.

Nur eine Körperseite ist betroffen

Die Gürtelrose beginnt mit Abgeschlagenheit, sehr starken Schmerzen und manchmal auch leichtem Fieber. Nach ein paar Tagen treten die typischen Bläschen auf, meist am Rumpf rund um die Brust- oder Lendenwirbelsäule, manchmal aber auch im Gesicht, an Auge oder Ohr. Die Bezeichnung Gürtelrose ist etwas irreführend, denn betroffen ist nur eine Körperseite. "Das sieht aus wie ein Herpes-Ausschlag, nur eben viel größer. Die Patienten fühlen sich fürchterlich, sie sind total schlapp. Viele sind überrascht, welch schlimme Schmerzen ein paar Bläschen verursachen können. Der schmerzende Bereich ist aber größer als der Hautausschlag. Der gesamte darunter liegenden Nerv ist sehr empfindlich", erklärt Dr. Meyer-Rogge. Die betroffenen Körperstellen werden mit austrocknenden und antiseptischen Lösungen behandelt. Dazu kommen gegebenenfalls Schmerzmittel und Medikamente, die die Ausbreitung des Virus hemmen sollen.

Gürtelrose kann zu jahrelangen Nervenschmerzen führen

Junge Patienten haben häufig nur leichte Symptome, bei ihnen heilt die Erkrankung in der Regel nach ein bis zwei Wochen ohne Komplikationen ab. Das Tückische an der Gürtelrose: Ältere Betroffene entwickeln nach dem Abheilen oft Nervenschmerzen, die jahrelang anhalten können. "Ich behandele den Schmerz mit Vitamin B, das beruhigt die Nerven. Manchmal helfen aber nur starke Schmerzmittel. Gute Erfahrungen habe ich auch mit Akupunktur gemacht", sagt der Dermatologe.

Windpocken als erste Infektion

Hinter der Gürtelrose steckt der hoch ansteckende Varicella-Zoster-Virus. Der Virus gehört zur Familie der Herpes-Viren und löst zwei Krankheitsbilder aus. Bei der ersten Infektion entstehen Windpocken. Wer die einmal überstanden hat, ist für den Rest des Lebens gegen die Kinderkrankheit immun. Auch wenn der Windpocken-Ausschlag verschwunden ist, bleibt der Virus aber im Körper. Er zieht sich zurück in Nervenzellen am Rückenmark oder Gehirn und kann hier jahrzehntelang schlummern. Wenn ein geschwächtes Immunsystem den Erreger nicht in Schach halten kann, wird der Virus wieder aktiv und verursacht die Gürtelrose. Und: Die Krankheit kann immer wieder auftreten, der Körper entwickelt leider keine Immunität.

Was bei Verdacht auf Gürtelrose zu beachten ist

  • Gehen Sie bei ersten Anzeichen zum Arzt. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser.

  • Kratzen Sie die Bläschen nicht auf, denn sonst können sich Narben bilden.

  • Die Flüssigkeit in den Bläschen ist ansteckend. Vermeiden Sie deshalb den Kontakt mit anderen. Besondere Vorsicht gilt bei Schwangeren und Menschen mit wenig Abwehrkräften.

Jens Herme, Impfexperte bei der BKK VBU

Schutzimpfungen sind eines der besten Instrumente gegen gefährliche Infektionskrankheiten. Impfen hilft aber nur, wenn genügend Menschen mitmachen. Deshalb setzen wir uns für die Vorsorge ein.

Jens Hermes, Impfexperte bei der BKK VBU

BKK VBU trägt die Kosten für die Impfung

Die gute Nachricht: Gegen Gürtelrose können Sie sich impfen lassen. Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) empfiehlt die Impfung für Menschen ab 60 Jahre. Der Wirkstoff gilt als gut verträglich und bietet laut Studien einen über 90-prozentigen Schutz. Die BKK VBU übernimmt die Kosten für die empfohlene Altersgruppe und zusätzlich für Menschen ab 50 Jahren mit schwachem Immunsystem. Dazu zählen zum Beispiel Menschen mit Diabetes, Asthma, HIV-Infektionen oder chronischen Lungen- und Darmerkrankungen.

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