Prävention in der Pflege - Wie ist das möglich?

Leistungserbringer und Pflegekassen müssen sich darauf einstellen, dass die Zahl der pflegebedürftigen Menschen stetig weiter wächst. Das ist zum einen dem erfreulichen Umstand zu verdanken, dass wir immer älter werden. Zum anderen hat aber auch die Reform des Pflegebedürftigkeitsbegriffs 2017 dazu geführt, dass
Pflegekassen sich um deutlich mehr Menschen mit Pflegebedarf kümmern.

Bei uns geht das weit über die Antragsbearbeitung hinaus. Unsere Kundenberaterinnen und -berater haben heute die wichtige Aufgabe, aus dem vielfältig bestückten Werkzeugkasten der Pflegeversicherung die Instrumente auszuwählen, die für den individuellen Bedarf unserer pflegebedürftigen Kundinnen und Kunden am besten geeignet sind. Außerdem geht es darum, Alternativen aufzuzeigen: Entlastungsleistungen wie beispielsweise die Kurzzeitpflege können dazu beitragen, dass Menschen länger in ihrem gewohnten Wohnumfeld bleiben können.

Eine passgenaue Versorgung ist nur mit ebenso passender Beratung möglich. Und die ist immer individuell. Dabei verstehen wir die aktive Unterstützung unserer Kundinnen und Kunden als persönlichen Beitrag zum Zurechtfinden in der Pflege.

  • An die Ausbildung denken

Einfühlungsvermögen und Beratungskompetenz helfen dabei, den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen Ängste zu nehmen. Entscheidend sind dabei fundierte Informationen, die leicht verständlich sind und sich an der individuellen Lebensrealität orientieren. An unsere Kundenberaterinnen und -berater stellt das hohe Anforderungen, die punktuell über die klassische Ausbildung zu Sozialversicherungsfachangestellten hinausgehen. Vor diesem Hintergrund plädieren wir für eine Reform des Ausbildungsberufs. Der Bedarf an "Pflegelotsen" wird nicht kleiner werden – und eine Ausbildung in der Sozialversicherung muss dieser Realität begegnen können.

  • Von Fröschen und Clowns

Wir gehen auch neue Wege in der Pflegeprävention. Denn: Gesundheitsvorsorge macht in jedem Alter Sinn! Hochgradig pflegebedürftige Menschen in Heimen profitieren besonders von innovativen Präventionsprogrammen. Das bestätigen uns zwei Projekte, die wir gemeinsam mit Pflegeheimen in Berlin und Brandenburg durchführen.

Die Bewohner der Seniorenstiftung Prenzlauer Berg in Berlin und des AWO Seniorenheims in Königs-Wusterhausen bekommen Besuch von den Clowns der gemeinnützigen Organisation ROTE NASEN Deutsch land e.V. – seit einem Jahr unterstützen wir das Projekt. Getreu dem Motto "Lachen ist die beste Medizin" bringen die Clowns Freude und Leichtigkeit in den oft monotonen Tagesablauf. Durch Wertschätzung und Freude wird die psychosoziale Gesundheit der Bewohner gestärkt.

Clowns geben Kraft

Clownsvisite mit den ROTEN NASEN Deutschland e.V.

Bei froach-Aktiv steht hingegen die gemeinschaftliche Bewegung im Vordergrund. Das Bewegungsprogramm mit einem virtuellen Frosch als "Übungsleiter" soll Gesundheit und Beweglichkeit der Pflegebedürftigen erhalten und verbessern.

Ein Frosch macht Senioren mobil

Das Bewegungsprogramm hilft älteren Menschen beweglich zu bleiben.

Unsere Erfahrungen mit beiden Projekten zeigen, dass auch für pflegebedürftige Menschen viel getan werden kann, um Selbstständigkeit und Gesundheit selbst im Rahmen von teil- und vollstationärer Pflege möglichst lange zu erhalten. Wir begrüßen, dass der Gesetzgeber der Prävention in der Pflege endlich den Stellenwert beimisst, den sie schon lange verdient hätte.

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