Pflegegrade - Hilfe im Alltag für Pflegebedürftige

Wenn der Alltag beschwerlich wird – im Alter, aufgrund einer Krankheit oder durch einen Unfall – ist die Hilfe anderer Menschen notwendig. Das Leben ändert sich dann oft grundlegend, und auch die Angehörigen sind betroffen. Viele Fragen kommen auf und manchmal genügen wenige Leistungen zur Unterstützung, in anderen Fällen ist eine intensive Pflege notwendig.

Die Pflegekasse der BKK VBU sorgt dafür, dass Ihre Pflegekosten bezuschusst werden. Entscheidend sind hier die Pflegegrade. Erfahren Sie hierzu mehr.

Aus Pflegestufen werden Pflegegrade

Mit dem Pflegestärkungsgesetz II werden körperliche, geistige und psychische Pflegebedürftigkeit gleichrangig bewertet. Ausschlaggebend für die Pflegeleistungen ist der Grad der Selbständigkeit – also wie unabhängig der Einzelne seinen Alltag bewältigen kann. Statt den bisher drei Pflegestufen gibt es künftig fünf Pflegegrade.

Pflegegrade – die neuen Prüfkriterien

Mobilität

Wie ist die körperliche Beweglichkeit? Kann eine Person beispielsweise morgens alleine aufstehen und vom Bett ins Badezimmer gehen?

Kognitive und kommunikative Fähigkeiten

Ist eine Person in der Lage, andere Menschen zu verstehen und das Erzählte zu begreifen?

Verhaltensweisen und psychische Problemlagen

Ist eine Person unruhig, hat sie Ängste oder ist vielleicht aggressiv?

Selbstversorgung

Kann eine Person sich selbständig waschen, ankleiden, essen und selbständig die Toilette aufsuchen?

Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen

Ist eine Person beispielsweise in der Lage, Medikamente selbst einzunehmen? Besucht sie selbständig einen Arzt?

Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte

Wie selbständig kann eine Person ihren Tagesablauf gestalten und auch beispielsweise Freunde besuchen?

Welche Pflegegrade gibt es?

Die Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkasse (MDK) prüfen diese Kriterien der Selbständigkeit. Die bisherigen Richtlinien nach Zeiteinheiten entfallen und auf der Bewertung aller Fähigkeiten und Beeinträchtigung erfolgt die Einstufung in in einen der fünf Pflegegrade.

Pflegegrad 1 – Es liegt eine geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit vor. (12,5 – 26,5 Punkte)

Pflegegrad 2 – Eine erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit liegt vor.(27 – 47 Punkte)

Pflegegrad 3 – Eine schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit liegt vor. (47,5 – 69,5 Punkte)

Pflegegrad 4 – Eine schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit liegt vor. (70 – 89,5 Punkte)

Pflegegrad 5 – Die schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung liegt vor. (ab 90 Punkte)

Was beinhaltet die Leistungen der Pflegeversicherung?

Höhe und Umfang der Leistungen richten sich nach dem festgesetzten Pflegegrad, welchen die Pflegekasse der BKK VBU zuordnet. Die Prüfung und Festlegung übernimmt der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK). Wird der Pflegebedürftige im eigenen Haushalt, in einer betreuten Wohnung oder Pflegeeinrichtung betreut, gewähren wir Geld- oder Sachleistungen oder aber auch eine Kombination aus Pflegegeld und Sachleistungen.

Weitere Informationen erhalten Sie auf den Seiten Pflegegeldleistungen sowie Pflegesachleistungen.

Voraussetzungen für die Kostenübernahme durch die BKK VBU

  • Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung stellt die Pflegebedürftigkeit und die Zuordnung zu einem Pflegegrad fest.

  • Der Pflegebedürftige muss nicht zwingend in seiner Wohnung gepflegt werden. Die Pflege ist auch in einem anderen Haushalt oder beim betreuten Wohnen möglich.

Wie kann ich die Leistung in Anspruch nehmen?

  • Sie stellen bei uns einen Erstantrag auf Pflegeleistungen oder

  • Sie stellen einen Antrag auf Erhöhung des Pflegegrades

Pflegeantrag stellen

Laden Sie den entsprechenden Pflegeantrag herunter und senden Sie uns das ausgefüllte und unterschriebene Formular per Post, Fax oder E-Mail zu.

Pflegeberatung der BKK VBU

Haben Sie Fragen zur Pflegeversicherung der BKK VBU?
Unser KompetenzCenter Pflege ist für Sie da. Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine E-Mail. Wir sind Montag bis Donnerstag von 8 Uhr bis 18 Uhr und Freitag von 8 Uhr bis 14 Uhr für Sie erreichbar:

Tel.: 0800 165 66 19*
Fax: 0800 165 66 17*
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*kostenfrei innerhalb Deutschlands

Häufige Fragen

Was versteht man unter Pflegebedürftigkeit?

Nicht bei allen körperlichen, geistigen oder seelischen Problemen brauchen Betroffene Pflege. Erst wenn sie über den Zeitraum von 6 Monaten im Alltag nicht selbstständig zurechtkommen, gelten sie als pflegebedürftig und können einen Antrag auf Pflegeleistungen stellen. Allerdings müssen die Antragsteller in den letzten 10 Jahren mindestens 2 Jahre lang pflegeversichert gewesen sein

Gelten für Kinder die gleichen Bedingungen der Pflegebedürftigkeit?

Grundsätzlich ja, jedoch werden pflegebedürftige Kinder zur Feststellung des Hilfebedarfs mit einem gesunden Kind gleichen Alters verglichen.

Muss ein pflegebdürftiger Mensch sich neu begutachten lassen?

Nein. Alle Pflegebedürftigen werden automatisch in einen der neuen Pflegegrade überführt.

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