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Fieberkrampf erkennen und wie du deinem Kind helfen kannst

Fieberkrämpfe bei Kindern sehen furchtbar aus und lassen viele Eltern panisch werden. Erfahre jetzt, wie du einen Fieberkrampf erkennst und wie du betroffenen Kindern helfen kannst.

Was ist ein Fieberkrampf?

Entgegen allen Vermutungen ist Fieber nichts Schlechtes. Im Gegenteil: Fieber ist eine wichtige Funktion des Körpers, um sich gegen eine Infektion zu wehren.

Besonders Kinder haben häufig fieberhafte Infekte. Ihr Immunsystem muss noch lernen und auch mit höherem Fieber gegen einen Infekt kämpfen. In manchen Fällen kommt es dann zum Fieberkrampf.

Durch das hohe Fieber zucken die Muskeln der betroffenen Kinder. Das sieht oft schlimm aus und lässt Eltern in Panik und Stress geraten. Das Kind erholt sich in der Regel aber schnell.

Die Fieberkrämpfe treten vor allem bei Kindern im Alter zwischen 6 Monaten und 5 Jahren auf, mit einem Gipfel um das 2. Lebensjahr. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen1, 2, 3.

Woher Fieberkrämpfe kommen, ist nicht eindeutig geklärt. Selten liegen dem Fieberkrampf genaue Ursachen zugrunde.

Er kann die Folge eines Magen-Darm-Infektes oder dem Infekt der oberen Luftwege sein. Ebenso kann er während einer Grippe oder dem sogenannten 3-Tage-Fieber auftreten.

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Neigung zu Fieberkrämpfen kann in der Familie liegen

Grundsätzlich kann so ziemlich jedes Kind einen Fieberkrampf entwickeln. Denn alle mit Fieber einhergehenden Infekte können einen Anfall auslösen.

In der Forschung ist jedoch bekannt, dass Kinder mit einer bestimmten Veranlagung im Gehirn zu Fieberkrämpfen neigen. Es kann auch vorkommen, dass Fieberkrämpfe bei mehreren Kindern in einer Familie auftreten, wenn bereits ein Elternteil in der Kindheit daran gelitten hat4.

Häufig registrieren Eltern sogar erst durch den Krampf, dass das Kind Fieber hat. Denn die Körpertemperatur steigt in solch einem Fall schnell an.

Die Fieberkrampf-Anzeichen im Überblick

An diesen Merkmalen kannst du einen Fieberkrampf erkennen:

  • Der Krampf beginnt plötzlich. Die meisten Kinder krampfen dann, wenn das Fieber schnell ansteigt.
  • Die Arme und Beine zucken. Kinder können bei einem Fieberkrampf auch die Augen verdrehen, bewusstlos werden oder verwirrt sein.
  • Die Atmung setzt aus. Manche Kinder können während eines Fieberkrampfs kurzfristig aufhören, zu atmen. Du erkennst das an blauen Lippen oder blauen Stellen im Gesicht.
  • Weitere Symptome können Herzrasen, Speichelfluss, Gesichtsrötung, Schweißausbrüche und Übelkeit sein.
  • Anfälle treten gehäuft in den frühen Abendstunden zwischen 18 und 22 Uhr auf, weniger in der Nacht und am frühen Morgen5.
  • Besonders hoch ist das Risiko in den Herbst- und Wintermonaten, den Monaten mit hoher Infektionsrate4.
kleiner Junge mit Gipsarm

Kleinere und größere Verletzungen bei Kindern

Ob auf dem Spielplatz, im Kindergarten oder im eigenen Haushalt, Verletzungen passieren bei Kindern oft. So handelst du richtig im Fall der Fälle.

Das kannst du bei einem Fieberkrampf tun

Meist dauert ein einfacher Fieberkrampf nur wenige Minuten. Bei einem komplizierten Fieberkrampf können die Symptome auch 15 Minuten oder länger auftreten. Sollte sich nach spätestens 5 Minuten keine Besserung einstellen, ist erste Hilfe beim Fieberkrampf gefragt.

  • Bleib erst einmal ruhig. Schau auf die Uhr, damit du weißt, wie lange der Krampf dauert.
  • Lockere die Kleidung deines Kindes ein bisschen, damit es besser Luft bekommen und frei atmen kann.
  • Verhindere Verletzungen, indem du dein Kind auf eine weiche Unterlage legst.
  • Gib deinem Kind auf keinen Fall etwas zu trinken oder zu essen, während es einen Krampfanfall hat. Es könnte daran ersticken!
  • Kaltes Wasser oder Schütteln sind ebenfalls keine Hilfe bei Fieber. Du kannst dein Kind so nicht aus dem Krampf herausholen.
  • Keine Gegenstände in den Mund stecken, auch wenn sich das Kind auf die Zunge beißt.
  • Stattdessen solltest du bei einem länger andauernden Krampf den Kinderarzt oder die Kinderärztin verständigen oder die Notrufnummer 112 anrufen.
  • Ruf den Notarzt, wenn die Symptome nicht abklingen. In der Zwischenzeit kannst du dein Kind in die stabile Seitenlage bringen.

Ist der Anfall vorbei, solltest du Fieber messen und das Fieber eventuell durch Fieberzäpfchen senken.

Wenn du weißt, dass dein Kind häufig Fieberkrämpfe erleidet, kannst du mit deiner Kinderärztin oder deinem Kinderarzt absprechen, welche Notfallmedikamente sich anbieten. Meist handelt es sich bei diesen Medikamenten um Zäpfchen.

Wichtig ist, dass du mit dem Arzt oder der Ärztin genau abklärst, wann welches Notfallmedikament zum Einsatz kommt. Unternimm hier nichts auf eigene Faust.

Worauf du nach einem Anfall achten solltest

Nach dem Krampf sind die Kinder manchmal für einige Minuten nicht ganz bei sich. Dieser Zustand kann aber auch ein paar Stunden dauern.

Wenn dieser Zustand länger als eine Stunde anhält, oder wenn das Kind in dieser Zeit Schwierigkeiten mit der Bewegung auf einer Seite hat, ist es wichtig, schnell zu überprüfen, ob etwas Ernstes mit dem Gehirn los ist. Daher solltest du in diesem Fall schnell in eine Arztpraxis fahren oder den Notruf verständigen.

Auch wenn der Fieberkrampf mindestens 30 Minuten lang anhält oder immer wieder kommt, ohne dass sich das Kind zwischendurch erholt, ist Eile geboten. Denn wenn das passiert, besteht die Gefahr, dass das Gehirn des Kindes Schaden nimmt6.

Wichtig: Fahre lieber einmal zu oft in Arztpraxis als zu wenig. Vor allem, wenn dein Kind starke Kopfschmerzen hat, den Kopf nicht nach vorne beugen kann oder lichtscheu ist. Dies sind Hinweise auf eine Hirnhautentzündung. Dabei handelt es sich um einen Notfall, und du solltest sofort die 112 anrufen.

Meist sind keine langfristigen Folgen zu befürchten

Glücklicherweise sind die meisten Fieberkrämpfe harmlos. Wenn dein Kind zu Fieberkrämpfen neigt, wird es sich genauso wie andere Kinder ohne Krampfneigung entwickeln.

Regelmäßige Fieberkrämpfe führen nicht zwangsläufig zu einer Schädigung des Gehirns. Wer jedoch einmal gekrampft hat, kann zu weiteren Fieberkrämpfen neigen.

Die gute Nachricht: Spätestens im Grundschulalter verliert sich die Gefahr, einen Fieberkrampf zu bekommen.

Das kannst du tun, um Fieberkrämpfen vorzubeugen

Eine mögliche Maßnahme, um einem Fieberkrampf vorzubeugen, besteht darin, das Fieber langsam zu senken. Hier können Zäpfchen ebenso wie Fiebersaft helfen. Lass dich hierzu von deiner Ärztin oder deinem Arzt beraten, damit du die Zäpfchen nicht überdosierst.

Beobachte dein Kind außerdem immer gut, wenn es krank wird. So kannst du frühzeitig erkennen, ob es schon Fieber hat und dann Gegenmaßnahmen einleiten.

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Fazit: Je mehr du weißt, desto besser kannst du reagieren

Fieberkrämpfe erkennen, ist für jedes Elternteil wichtig. Je mehr du über die Krämpfe und deren Anzeichen weißt, desto besser.

Erste Hilfe beim Fieberkrampf besteht hauptsächlich darin, Ruhe zu bewahren und dein Kind vor Verletzungen zu schützen. Eine Schädigung des Gehirns ist nur in sehr seltenen Fällen zu befürchten.

Dennoch solltest du nach einem Fieberkrampf eine Arztpraxis aufsuchen. Die Ärztin oder der Arzt wird die zugrunde liegenden Symptome überprüfen und dich dabei unterstützen, die richtigen Entscheidungen für deinen Nachwuchs zu treffen.

FAQ: Häufige Fragen zum Fieberkrampf

Warum zuckt der Körper bei Fieber?

Wenn durch Fieber Zuckungen entstehen, sind Nerven dafür verantwortlich. So führt eine hohe Körpertemperatur von über 38°C zu Entladungen von Nervenzellen im Gehirn. In der Folge können Gliedmaßen oder der ganze Körper zucken.

Was ist Fieberschock?

Ein Fieberschock ist eine andere Bezeichnung für einen Fieberkrampf.

Wie kündigt sich ein Fieberkrampf an?

Ein Fieberkrampf entsteht meist in der Folge von hohem Fieber und tritt sehr plötzlich auf. Dann können Kinder zum Beispiel die Augen verdrehen, die Muskeln verkrampfen sich und zucken oder es färben sich die Lippen blau. Viele Kinder starren bei einem aufkommenden Krampf auch vor sich hin und sind nicht ansprechbar.

Wann wird ein Fieberkrampf gefährlich?

Ein einfacher Fieberkrampf ist meist harmlos, auch wenn das Kind dabei zuckt und dieser Anblick für die meisten Eltern kaum zu ertragen ist. Sollte der Krampf jedoch länger als 10 Minuten dauern und mit einer Atemstörung (mögliches Anzeichen: die Haut verfärbt sich blau) verbunden sein, solltest du umgehend einen Arzt rufen.

Quellen

  1. American Academy of Pediatrics, Provisional Committee on Quality Improvement and Subcommittee on Febrile Seizures. (1996) Practice parameter: the neurodiagnostic evaluation of a child with a first simple febrile seizure. Pediatrics.97: 769 – 772
  2. Verity CM, Butler NR, Golding J (1985) Febrile convulsions in a national cohort followed up from birth. II. Medical history and intellectual ability at 5 years of age. Br Med J 290: 1311 – 1315
  3. Verity CM, Golding J (1991) Risk of epilepsy after febrile convulsions: a national cohort study. BMJ 303: 1373 – 1376
  4. Risikofaktorenanalyse zu Fieberkrämpfen aus der Kinderklinik und Kinderpoliklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital der Ludwig-Maximilians-Universität München https://edoc.ub.uni-muenchen.de/16739/1/Selg_Peter-Johannes.pdf
  5. Mikkonen K, Uhari M, Pokka T et al. (2015) Diurnal and Seasonal Occurrence of Febrile Seizures. Pediatric Neurology 52: 424 – 427
  6. Hesdorffer DC, Shlomo S, Lax DN, et al: Risk factors for subsequent febrile seizures in the FEBSTAT study. Epilepsia 57(7):1042–1047, 2016. doi: 10.1111/epi.13418

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