19.02.2026 Über die mkk

forsa-Umfrage: Prävention erreicht viele nicht

Nur gut jede zweite Person fühlt sich körperlich wirklich gesund. Prävention erreicht viele nicht. Zu diesem Ergebnis kommt das Meinungsforschungsinstitut forsa bei einer Umfrage, die von der mkk – meine krankenkasse in Auftrag gegeben wurde. Die Menschen in Deutschland halten Prävention für wichtig, nutzen Angebote aber selten. Jüngere sehen deutlich stärker Staat und Politik in der Pflicht.

Steigende Beiträge, leere Kassen, fehlende Facharzttermine, Klinikdefizite, Fachkräftemangel und vieles mehr. Über das Gesundheitssystem wird ständig diskutiert. Doch was in dieser lauten Debatte kaum Gehör findet, ist die entscheidende Frage: Wie gesund fühlen sich die Menschen und was hält sie gesund? 

Eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der mkk – meine krankenkasse zeigt ein ambivalentes Bild. Obwohl die meisten Menschen sagen, sie trinken maßvoll, bewegen sich ausreichend und verzichten auf Tabak, bewerten lediglich 56 Prozent ihren aktuellen körperlichen Gesundheitszustand als gut oder sehr gut.

Quelle: forsa-Umfrage im Auftrag der mkk – meine krankenkasse, 01/2026 (n=3.008)

Neben der physischen ist auch die psychische Gesundheit eine wesentliche Voraussetzung für Lebensqualität. Gefragt, wie sie ihren derzeitigen psychischen Gesundheitszustand beschreiben, antworten nur zwei Drittel mit gut (49 %) oder sehr gut (17 %).

Andrea Galle, Vorständin der mkk – meine krankenkasse, sieht in den Ergebnissen ein bemerkenswertes Signal. "Die Zahlen verdeutlichen, dass Deutschland ein enormes Gesundheitspotenzial ungenutzt lässt. Es braucht eine grundlegende Neuausrichtung der Präventionspolitik."

Quelle: forsa-Umfrage im Auftrag der mkk – meine krankenkasse, 01/2026 (n=3.008)

Prävention ist wichtig, aber im Alltag oft kein Thema

Offensichtlich liegen für den Einzelnen die Hürden für ein gesünderes Leben hoch. Zwar bieten Krankenkassen rund 115.000 qualitätsgeprüfte Präventionskurse. Genutzt werden sie dennoch selten. Nur 10 % der Befragten haben in den vergangenen 12 Monaten einen Gesundheitskurs vor Ort besucht und 9 % haben einen Online-Kurs oder eine Gesundheits-App ihrer Krankenkasse genutzt. Unzureichende Informationen über das Angebot bemängeln 32 %, fehlende Zeit geben 25 % an, eine Aversion gegen Gruppenkurse artikulieren 21 %. 

Die Befragten wünschen sich mehr individuelle Anreize für präventives Verhalten. Kostenfreie Kurse könnten 42 % locken, flexible Zeiten wünschen sich 37% und eine persönliche Betreuung bejahen 20 %. Damit Krankenkassen personalisierte Präventionsprogramme anbieten können, benötigen sie Gesundheitsdaten. 

Die Bevölkerung wäre bereit, diese Daten zu teilen. Gut sieben von zehn Befragten stimmen zu. Einen uneingeschränkten Zugriff würden 20 % bejahen, 52 % möchten gerne selber entscheiden, welche Aktivitäts- und Gesundheitsdaten die Krankenkasse auswerten dürfte.

"Die Umfrage zeigt, dass sich viele Menschen eine individuelle Prävention auf Basis ihrer persönlichen Gesundheitsdaten wünschen. Diesen Auftrag würden wir als Krankenkasse sehr gerne annehmen und maßgeschneiderte Programme anbieten. Hierfür muss der Gesetzgeber aber die Nutzung solcher Daten ermöglichen, denn bisher ist die individuelle Datennutzung nur sehr eingeschränkt erlaubt, bei bereits bestehenden Krankheiten – nicht aber für die Gesunderhaltung ", so Andrea Galle, Vorständin der mkk – meine krankenkasse.

Quelle: forsa-Umfrage im Auftrag der mkk – meine krankenkasse, 01/2026 (n=3.008)

Wer nach dem Staat ruft und warum das politisch relevant ist

Die Umfrage der mkk – meine krankenkasse zeigt, dass umfassende Gesundheitsförderung und Prävention mehr in den Fokus politischen Handelns rücken sollten. Bei der Frage, welche Gruppen oder Institutionen besondere Verantwortung hierfür tragen, sehen etwa zwei Drittel der Befragten (67 %) staatliche Institutionen wie etwa Gesundheitsministerien in besonderer Verantwortung, bei den 18- bis 29-Jährigen sind es sogar 80 %. Zudem sprechen sich 69 % dafür aus, Gesundheitsförderung stärker in der Bildungspolitik zu verankern. 

“Wir Krankenkassen engagieren uns beim Thema Gesundheitsförderung ja schon lange", sagt Andrea Galle. "Wir versuchen, die Menschen in ihren Lebenswelten zu erreichen, im Büro, in der Kita, an der Uni. Doch das reicht nicht. Die Menschen wissen, dass es neben den eigenen Bemühungen eben auch gesundheitsförderliche Verhältnisse braucht, damit das Erlernte auch im Alltag gelebt werden kann. Dieser Aufgabe werden staatliche Institutionen aber derzeit nicht gerecht”, so Andrea Galle.

Prävention ist nicht „nice to have“ – sie entscheidet über Systemstabilität

Seit Jahren steigen die Gesundheitsausgaben. Dies ist ein klares Zeichen dafür, dass das Gesundheitssystem stärker auf Vorsorge ausgerichtet werden muss. Das Statistische Bundesamt schätzt die Gesamtausgaben für 2024 auf 538,2 Milliarden Euro. Demgegenüber stehen magere 686 Millionen Euro, die gesetzliche Krankenkassen in die Gesundheitsförderung und Prävention investieren – und zwar in allen Bereichen, einschließlich der betrieblichen Gesundheitsförderung.

Wie teuer fehlende Prävention werden kann, zeigen die Ausgaben für vermeidbare Risikofaktoren. Der Public Health Index beziffert die volkswirtschaftlichen Kosten des Tabakkonsums auf 97 Milliarden Euro, für Adipositas auf rund 63 Milliarden Euro und für Alkoholkonsum auf rund 57 Milliarden Euro.

Großbritannien und Mexiko liefern gute Belege, dass eine Zuckersteuer den Zuckerkonsum senken kann. Eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke könnte auch in Deutschland den Konsum spürbar senken und damit langfristig zur Vorbeugung ernährungsbedingter Krankheiten beitragen. Die Technische Universität München kommt zu dem Schluss, dass in den kommenden 20 Jahren bis zu 244.000 Menschen weniger an Diabetes Typ 2 erkranken könnten. Das entspricht einer volkswirtschaftlichen Ersparnis von bis zu 16 Milliarden Euro.

„Tabaksteuer und Zuckerabgabe lassen erahnen, wie viele gesunde Lebensjahre der Bevölkerung geschenkt würden, wenn Politikerinnen und Politiker endlich den Mut finden, richtig zu handeln“, sagt Andrea Galle. „Ärzte können politischer Untätigkeit nur kurativ begegnen. Sie behandeln die, die schon krank sind. Aber Abnehmspritzen verhindern keine Adipositas und Insulin keinen Diabetes Typ 2.“

Methodik-Hinweis

Repräsentative Online-Erhebung (forsa.omninet) unter 3.008 deutschsprachigen Erwachsenen ab 18 Jahren in Privathaushalten. Erhebungszeitraum: 5. bis 14. Januar 2026. Statistische Fehlertoleranz: max. ± 2,5 Prozentpunkte. Gewichtung nach Region, Alter und Geschlecht. 

Grafiken in Druckqualität zum Download

Die Veröffentlichung ist kostenfrei. Bitte verwenden Sie die Quelle forsa-Umfrage im Auftrag der mkk – meine krankenkasse, 01/2026 (n=3.008)

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