Gesundheitswandern - Tipps von der Expertin

Wandern verbindet Bewegung und Naturerlebnis – keine Frage also, warum der Sport immer beliebter wird und nicht nur die ältere Generation die Wanderschuhe schnürt. Beim Gesundheitswandern werden die positiven Auswirkungen auf den Körper durch Atem- und Dehnübungen noch einmal gesteigert. Für wen die Sportart besonders geeignet ist und was Wanderer beachten sollten, beantwortet die zertifizierte Gesundheitswanderführerin Annette Diercks Im Interview.

  • Was genau versteht man überhaupt unter dem Begriff Gesundheitswandern?

Das Gesundheitswandern „Let‘s go – jeder Schritt hält fit“ nutzt die positiven Aspekte des Wanderns und ergänzt diese mit ausgewählten Übungen, die Koordination, Kraft, Ausdauer und Entspannung verbessern. Außerdem widmet sich jede Gesundheitswanderung einem gesundheitsspezifischen Thema, so dass die Teilnehmer nicht nur behutsam ihre Ausdauer trainieren sowie Kraft, Koordination und Beweglichkeit verbessern, sondern auch den eigenen Körper besser kennenlernen.

  • Was sind die größten Vorteile gegenüber anderer Betätigungen?

Ein ganzheitlicheres Training für Körper, Geist und Seele als das Gesundheitswandern gibt es kaum: Für das Gehen sind wir gemacht und die Bewegung in der Natur spricht alle Sinne gleichermaßen an. Wir trainieren den Körper, bauen Stress ab, stärken unser Immunsystem und verbessern unser see-lisches Gleichgewicht. Da es bei einer Wanderung immer auch zu ungezwungenen Gesprächen und Erfahrungsaustausch kommt, bereichern wir auch unser Sozialleben.

  • Für wen ist Gesundheitswandern insbesondere geeignet?

Entwickelt wurde das Gesundheitswandern als ein sehr niedrigschwelliges Angebot, das sich jedoch dem Leistungsniveau der Gruppe beliebig anpassen lässt. Wir wissen, dass es gerade an Angeboten fehlt, die diejenigen in Bewegung bringen, die es am Nötigsten haben. Das beliebte Joggen, dynamische Nordic-Walking-Gruppen oder etwa Fitnessstudios sind sicher auch gut, doch setzen sie eine Grundkondition / Konstitution voraus. Ist diese nicht vorhanden, kann der Schaden zum Teil deutlich größer sein als der Nutzen der Bewegung. Wir richten uns daher explizit auch an Bewegungsferne, bzw. Bewegungsabstinente. Die vom Deut-schen Wanderverband ausgebildeten und zertifizierten Gesundheitswanderführer sind auf die speziellen Bedürfnisse dieser Gruppe sensibilisiert. Die Gestaltung und Überprüfung der Belastungsintensität während der Wanderungen und die Kenntnis über schonende Übungen, mit dem Blick für Korrekturen, sind ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung.

  • Benötigen Interessierte gezielte Anleitung oder kann jeder auf eigene Faust loslegen?

Diese Frage finde ich tatsächlich etwas schwer zu beantworten, da ich grundsätzlich nichts davon halte, den Leuten, die sich bewegen wollen, Zweifel einzureden. Was für den einen ein Spaziergang ist, ist für den anderen eine unvorstellbare lange Wanderung. Als Gesundheitswanderführerin verschaffe ich mir erst einmal einen Eindruck von der Belastbarkeit der Gruppe. Dies kann bei einem Vortreffen oder der ersten Wanderung geschehen. Die Wanderungen, die Weglänge und -beschaffenheit werden für die Gruppe entsprechend ausgewählt und angepasst. Gerne empfehle ich folgendes: mittwochs machen wir unsere Gesundheitswanderung gemeinsam – mit Gymnastik, Theorie und zum Abschluss Dehnung und Entspannung. Am Samstag trifft sich die Gruppe ohne mich und wiederholt die Wanderung ohne Extras. Das stärkt das Gruppengefühl und der Trainingseffekt ist deutlich besser, wenn nicht nur einmal in der Woche trainiert wird.

  • Wo findet man weitere Informationen zum Thema?

Auf der Seite des Deutschen Wanderverbands findet sich alles rund ums Wandern, auch speziell zum Gesundheitswandern. Hier können Sie auch über eine Suchfunktion Gesundheitswanderführer in Ihrer Region finden.

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