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Schilddrüse - Fehlfunktionen ins Gleichgewicht bringen

Die Schilddrüse hat Einfluss auf Stoffwechsel, Kreislauf und Körpertemperatur. Der Endokrinologe Christian Strasburger von der Charité Berlin über Erkrankungen, Therapien und Jodtabletten.

  • Herr Strasburger, die Schilddrüse liefert die Energie für unsere Körperzellen – wie macht sich eine Fehlfunktion bemerkbar?

Die Hormone, die die Schilddrüse produziert, steuern unseren Stoffwechsel: Menschen mit einer Schilddrüsenunterfunktion schlafen viel und frieren ständig, weil die Energie­ in ihrem Körper nicht richtig verbrannt wird und sie nicht genug Körpertemperatur generieren. Es fällt ihnen schwer, aufzustehen, sich körperlich oder geistig zu betätigen. Bei einer Überfunktion ist es andersherum: Erkrankte sind nervös, hibbelig, leicht reizbar, häufig haben sie eine beschleunigte Pulsfrequenz.

  • Wie behandelt man Erkrankungen der Schilddrüse?

Eine Unterfunktion entsteht zum Beispiel nach einer Operation, wenn zu wenig Schilddrüsengewebe übrigbleibt, oder auch bei Autoimmunerkrankungen wie der Hashimoto-Thyreoiditis, einer chronischen Entzündung der Schilddrüse. Wenn sich in der Schilddrüse Knoten bilden, kann das zu einer Überfunktion führen, ebenso wie die Autoimmunerkrankung Morbus Basedow.

  • Wie behandelt man Erkrankungen der Schilddrüse?

Eine Unterfunktion mit der Gabe von Schilddrüsenhormonen, in der Regel Thyroxin, das man morgens auf leeren Magen nehmen sollte. Und es gibt Medikamente, die die Produktion der beiden Schilddrüsenhormone Thyroxin und Trijodthyronin bremsen.

  • Warum haben 25 Prozent der Erwachsenen in der Schilddrüse Knoten oder Zysten?

Durch die Verbreitung von Jodsalz hat sich zwar die Versorgungssituation verbessert, doch Deutschland ist immer noch ein Jodmangelgebiet. Jod ist ein Baustoff des Schilddrüsenhormons, ein Mangel führt dazu, dass das Schilddrüsengewebe dazu neigt, Knoten zu bilden oder die Schilddrüse sich vergrößert, dann spricht man von einem Kropf. In Deutschland ist von diesen Schilddrüsenknoten nur weniger als ein Prozent bösartig. In Schweden ist Jod im Trinkwasser, in den USA im Mehl, so kriegen alle Menschen genug Jod, gutartige Knoten und vergrößerte Schilddrüsen treten dort deutlich seltener auf.

  • Sollten alle Menschen zusätzlich Jod nehmen?

Um unseren Jodbedarf mit Jodsalz zu decken, müssten wir jeden Tag zusätzlich zu unserem Salzkonsum einen gehäuften Teelöffel zu uns nehmen, was unter anderem den Blutdruck nach oben treiben würde. Ich empfehle Jodid, das der Körper am besten verwerten kann, Tabletten gibt es rezeptfrei in der Apotheke zu kaufen. Im Grundschulalter reicht eine Tagesdosis von 100 Mikrogramm, ab zehn Jahren empfehle ich 200 Mikrogramm. Wenn wir zu viel Jod zu uns nehmen, scheiden wir es mit dem Harn wieder aus. Als Erwachsener sollte man aber grundsätzlich die Schilddrüse mit Ultraschall auf Knoten untersuchen lassen, bevor man Jod zu sich nimmt. Bei vorhandenen Knoten könnte das zusätzliche Jod zu einer Schilddrüsenüberfunktion führen.

  • Wo und wie oft sollte man die Schilddrüsenwerte kontrollieren lassen?

Bei Symptomen, die auf eine Schilddrüsenfehlfunktion hindeuten könnten, sollte man die Schilddrüsenwerte beim Hausarzt checken lassen. Liegt eine Fehlfunktion vor, sollte ein Endokrinologe zurate gezogen werden, dann sind regelmäßige Kontrollen sinnvoll.

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