Meningokokken - Informationen zu Risiken, Symptomatik und Prävention

Jeder zehnte Deutsche trägt Meningokokken im Nasen-Rachen-Raum – in der Regel unbemerkt. Gefährlich wird es, wenn sich die Bakterien im Körper verbreiten, denn sie können Hirnhautentzündungen und Blutvergiftungen auslösen. Es trifft meist Kleinkinder und Teenager.

Was sind Meningokokken?

Meningokokken sind Bakterien, die weltweit auftreten. Sie verbreiten sich über Tröpfchen beim Niesen und Husten. Unterschieden werden verschiedene Meningokokken-Arten. Laut Robert-Koch-Institut kommt hierzulande am häufigsten der Typ B (65 bis 70%) vor, deutlich seltener sind die Typen C (20 bis 25 %) und noch seltener W und Y. Kinderärztin Dr. Katrin Plewa aus Langenhagen:

Infektionen sind zwar selten, werden aber schnell lebensbedrohlich. 10 bis 15 Prozent der Patienten sterben, viele tragen schwere Schäden davon. Mit einer Impfung können Sie sich und Ihre Kinder schützen.

Warum sind Meningokokken gefährlich?

In Deutschland tragen etwa 10 Prozent der Menschen die Bakterien als harmlose Bewohner der Mund- und Rachenschleimhaut in sich. Aber: Meningokokken können Hirnhautentzündungen und Blutvergiftungen verursachen. 2019 zählte das Nationale Referenzzentrum Meningokokken an der Universität Würzburg 275 Fälle in Deutschland. Am häufigsten erkranken Kleinkinder bis zwei Jahren sowie Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren, grundsätzlich können die Infektionen aber in jedem Lebensalter auftreten.

Wie lassen sich eine Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung erkennen?

  • Meningokokken-Erkrankungen beginnen mit einem fieberhaften Infekt.

  • Sie entwickeln sich rasend schnell.

  • Säuglinge sind oft sehr berührungsempfindlich, total abgeschlagen, schreien schrill oder sind gar nicht mehr ansprechbar.

  • Bei Babys wölbt sich die Fontanelle (Knochenlücke bei Säuglingen).

  • Ältere Kinder entwickeln oft eine Nackensteifigkeit.

  • Bei einer Blutvergiftung sind stecknadelgroße rot-violette oder auch bräunliche Flecken auf der Haut ein wichtiges Warnsignal.

  • Was ist zu tun, wenn Eltern bei ihrem Kind eine Meningokokken-Infektion vermuten?

Gehen Sie beim geringsten Verdacht auf eine Meningokokken-Infektion sofort ins Krankenhaus. Nur Antibiotika helfen. Die Infektionen können zu Entwicklungsstörungen, Hirnschäden, Taubheit oder auch Lähmungen und Krampfanfällen führen. In einigen Fällen werden Amputationen notwendig.

  • Wie kann ich mich und meine Kinder vor einer Meningokokken-Infektion schützen?

Es gibt Impfungen gegen die verschiedenen Meningokokken-Typen. Die Impfung gegen den Typ C gehört zu den von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Standardimpfungen. Die Kosten übernimmt die BKK VBU unter Vorlage der Gesundheitskarte beim Kinderarzt. Geimpft werden Kinder im Alter von 12 bis 23 Monaten. Wenn nicht geimpft wurde, sollte der Schutz bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden.

Die Impfungen gegen die Typen A, W, Y und B empfiehlt die STIKO für Risikogruppen. Dazu zählen Menschen, die in Länder mit vielen Meningokokken-Infektionen reisen, oder Patienten mit einem schwachen Abwehrsystem. Lassen Sie sich dazu von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin beraten.

  • In Deutschland gibt es die meisten Infektionen mit Meningokokken vom Typ B. Zahlen die Krankenkassen die Impfung?

Die Impfung gegen Meningokokken vom Typ B wird noch nicht als Standardimpfung von der Ständigen Impfkommission empfohlen, weil Langzeitstudien noch ausstehen. Einige Krankenkassen, so auch die BKK VBU, erstatten die Kosten für die Impfung gegen Meningokokken B. Wer sein Kind impfen lassen möchte, sollte sich von seinem Kinderarzt beraten lassen. Das Infektionsrisiko ist in den ersten beiden Lebensjahren am höchsten. Die Impfung ist ab einem Alter von zwei Monaten möglich. „Meine Erfahrung ist, dass die Kinder den Impfstoff gut vertragen“, sagt Katrin Plewa.

Portrait von Jens Hermes, Impfexperte bei der BKK VBU

Kein Kind sollte heute an einer Infektion sterben, der man vorbeugen kann. Deshalb übernehmen wir die Kosten für diese Impfung. Prävention sollte nicht am Geldbeutel scheitern.

Jens Hermes, Impf-Experte bei der BKK VBU

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