Sport im Winter: Worauf du bei Kälte achten solltest

Auch in der kalten Jahreszeit aktiv zu bleiben, tut Körper und Kopf gut. Doch Sport im Winter stellt andere Anforderungen als Training im Sommer. Kälte, Dunkelheit und trockene Luft wirken sich auf Muskeln, Atemwege und Kreislauf aus. Wie du mit der richtigen Vorbereitung trotzdem sicher und effektiv trainieren kannst erfährst du hier.

Gute Vorsätze zum neuen Jahr

Gerade zu Beginn des Jahres haben viele den guten Vorsatz, wieder mehr Sport zu machen. Wer keine Lust aufs überfüllte Fitnesstudio hat, für den ist Sport im Freien vielleicht eine gute Idee. Wichtig dabei ist es, trotz hoher Motivation nicht überstürzt zu starten. Denn auch wenn Sport im Winter viele Vorteile bietet, bringt er ein paar Herausforderung für deinen Körper mit sich.

Vor- und Nachteile von Outdoor-Sport im Winter

In der Kälte Sport zu machen stellt den Körper vor besondere Herausforderungen. Das heißt aber nicht, dass Sport im Winter grundsätzlich schlecht ist, denn er hat auch viele Vorteile, die gerade in der dunklen Jahreszeit wertvoll sein können.

Welche positiven Effekte kann Sport im Winter haben?

  • Starkes Herz-Kreislauf-Training: Bewegung bei Kälte fordert den Kreislauf und kann die Anpassungsfähigkeit deines Körpers stärken. Dadurch kannst du bewusst intensive Trainingsreize setzen.
  • Unterstützung fürs Immunsystem: Regelmäßige Bewegung unterstützt dein Immunsystem. Gerade zur Erkältungszeit ist das besonders hilfreich und auch für deine. langfristige Gesundheit wichtig.
  • Mehr Energie im Alltag: Gerade bei wenig Tageslicht und Wintermüdigkeit hilft Bewegung draußen oft, den Kopf frei zu bekommen und sich ausgeglichener zu fühlen. Wer im Winter regelmäßig aktiv ist, erlebt oft, dass sich der Alltag leichter anfühlt.
  • Mentale Stärke: Draußen aktiv zu bleiben, obwohl es kalt und dunkel ist, kann das Selbstvertrauen stärken. Du merkst, dass du drangeblieben bist, auch wenn du vielleicht nicht die selbe Leistung erbringen konntest, wie zu einer anderen Jahreszeit. Diese positive Erfahrung kann sich auch auf andere Lebensbereiche übertragen und dich motivierter machen.

Welche Herausforderungen bringt Sport im Winter mit sich?

  • Besondere Beanspruchung des Körpers durch Kälte: Wenn du bei kalten Temperaturen Sport machst, reagiert dein Körper anders als bei wärmeren oder bei moderaten Temperaturen. Das belegen unter anderem Untersuchungen der University of Strathclyde Je kälter es ist, desto anstrengender wird das Training für deinen Organismus, weil du neben der Bewegung zusätzlich auch mit Kälte umgehen musst.
  • Eingeschränkte Leistungsfähigkeit: Kennst du dieses Gefühl, wenn die ersten fünf Minuten einfach nicht rund laufen? Eine Studie im Fachmagazin Comprehensive Physiology zeigt: Im kalten Sport zu machen kann Einfluss auf deine Leistungsfähigkeit haben.
  • Erhöhte Verletzungsgefahr: Aufstehen, Laufsachen an und direkt raus in die Kälte: Wenn zu schnell startest und deinen Körper nicht genug aufwärmst, steigt das Risiko für Zerrungen, Überlastungen und Hinzufallen.
  • Äußere Bedingungen erschweren das Training: Dunkelheit, Wind, Nässe oder Glätte machen Outdoor-Sport im Winter weniger planbar und können das Verletzungsrisiko zusätzlich erhöhen.
  • Gesundheitliche Risiken: Kalte und trockene Luft reizt die Atemwege und kann Husten, Engegefühl oder pfeifende Atmung auslösen. Du kennst sicherlich das Brennen in Hals und Brust, wenn du kalte Luft zu schnell einatmest. Auch Herz und Kreislauf werden stärker gefordert, was für untrainierte Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen gefährlich werden kann. Bei sehr niedrigen Temperaturen besteht außerdem die Gefahr von Auskühlung oder Erfrierungen an unbedeckten Hautstellen.
  • Erhöhtes Erkältungsrisiko und schwer erkennbare Symptome: Im Winter ist das Risiko für Erkältungen und Grippe generell höher und erste Symptome lassen sich leicht mit den normalen Kältereaktionen des Körpers verwechseln, etwa eine laufende Nase oder Frösteln. Wer dann trotzdem Sport macht, besonders draußen, belastet den Körper zusätzlich und riskiert, dass sich eine beginnende Erkältung verschlimmert oder ernste Erkrankungen entstehen.

Erfahre mehr darüber, wie du Erkältungen vorbeugst und wann du bei einer Erkältung zum Arzt oder zur Ärztin gehen solltest.

Im Winter draußen Sport machen: Diese 9 Tipps machen den Start einfacher

Damit du die Vorteile von Outdoor-Sport im Winter genießen kannst und deinem Körper etwas Gutes tust, ist es wichtig, auf ein paar grundlegende Dinge zu achten. Eine Studie des International Journal of Environmental Research and Public Health (IJERPH) zum Thema zeigen, worauf es beim Sport in der Kälte ankommt, damit Bewegung sicher bleibt und ihre positiven Effekte entfalten kann.

1. Auf Temperatur achten und Intensität anpassen

Du machst eher selten Sport oder hast noch nicht so viel Erfahrung? Bei Temperaturen unter Null Grad solltest du dein Training vorsichtig gestalten. In der folgenden Tabelle erhältst du konkrete Tipps je nach Temperaturbereich.

Temperaturbereich Auf was du beim Training im Freien achten solltest
10–20 °C Normales Training möglich, keine größeren Anpassungen nötig
0 bis ca. 10 °C Längeres Aufwärmen (10–15 Min.), Kleidung in Schichten (Funktionsstoffe), moderate Intensität zu Beginn
unter 0 °C Ausgiebiges Aufwärmen, vorsichtiger Einstieg, kürzere Einheiten oder niedrigere Intensität, Atemwege schützen
unter –5 °C Nur erfahrene Sportlerinnen und Sportler, vorher Arztcheck sinnvoll bei Herz-/Lungenerkrankungen, Training ggf. ins Warme verlegen
unter –10 °C Outdoor-Training nur für Profisportlerinnen und -Sportler oder bei ärztlicher Begleitung empfohlen

Auf was du je nach Temperaturbereich beim Training im Freien achten solltest

2. Eigene Fähigkeiten richtig einschätzen

Im Winter lohnt es sich besonders, die eigene Fitness und Erfahrung ehrlich einzuschätzen. Was sich im Sommer leicht anfühlt, kann im Winter deutlich mehr Kraft und Konzentration erfordern. Achte darauf, dein Tempo, die Strecke und den Trainingsumfang an dein eigenes Niveau anzupassen. Das schützt dich vor Überlastung und du bleibst langfristig sicher und motiviert. Wenn du unsicher bist, dann kann es sinnvoll sein ärztlichen Rat einzuholen oder eine sportmedizinische Untersuchung machen zu lassen.

3. Aufwärmen ist besonders wichtig 

Ein längeres, dynamisches Aufwärmen ist beim Sport im Kalten entscheidend. Während im Sommer wenige Minuten reichen, braucht der Körper bei Kälte mehr Zeit, um auf Betriebstemperatur zu kommen.

Statt direkt zu starten, helfen zum Beispiel:

  • fünf bis zehn Minuten lockeres Gehen oder Traben
  • Mobilisationsübungen für Knie, Hüfte und Schultern
  • leichte Sprung- oder Armbewegungen, um die Durchblutung zu steigern

So bereitest du Muskeln und Gelenke gezielt vor und senkst das Verletzungsrisiko deutlich.

4. Kleidung schützt vor Auskühlung

Wer im Winter draußen Sport macht, sollte auf die richtige Kleidung achten. Eine Studie im Clinical Journal of Sport Medicine hat gezeigt, dass das einen echten Unterschied machen kann. Am besten ist es, wenn du am Anfang des Trainings leicht fröstelst und dich dann langsam aufwärmst.

Bewährt hat sich das Zwiebelprinzip: mehrere dünne Schichten statt eines dicken Kleidungsstücks. Konkret heißt das:

  • Basisschicht: Funktionsunterwäsche, die Schweiß vom Körper abtransportiert
  • Zwischenschicht: wärmende Kleidung, etwa Fleece
  • Außenschicht: Für die äußere "Zwiebelhaut" sind leichte, wind- und wasserabweisende Jacken und Hosen empfehlenswert. Sie sollten locker fallen, damit genug Luft zwischen die einzelnen Kleidungsschichten gelangen kann und die Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt wird.
  • Mütze oder dickes Stirnband, das die Ohren schützt, nicht vergessen, denn die meiste Körperwärme wird über den Kopf abgegeben.
  • Baumwolle ist weniger geeignet, weil sie Feuchtigkeit speichert und dich auskühlen lässt. Funktionsmaterialien halten dich dagegen trocken, auch bei Schnee oder Nieselregen.

5. Atemwege, Haut und Schleimhäute beim Sport im Winter schützen

Kalte, trockene Luft reizt Atemwege und Schleimhäute. Besonders bei Ausdauersportarten wie Joggen oder Radfahren kann das schnell spürbar werden. Hilfreich ist:

  • möglichst durch die Nase zu atmen, weil die Luft dort angewärmt wird
  • bei sehr kalten Temperaturen ein Schal oder Tuch vor Mund und Nase
  • fettreiche Pflege für Gesicht und Lippen, um die Haut vor Austrocknung zu schützen

Wenn du merkst, dass Hals oder Brust beim Atmen brennen, ist das ein Zeichen, das Training ruhiger anzugehen oder nach drinnen zu verlagern.

6. Bei Erkältungssymptomen pausieren

Wenn du Anzeichen einer Erkältung bemerkst, zum Beispiel Halsschmerzen, Husten, Fieber, Gliederschmerzen oder starke Erschöpfung, solltest du auf Sport verzichten. Sport trotz Krankheit erhöht das Risiko für ernste Erkrankungen und verzögert die Erholung. Gönn deinem Körper lieber Ruhe, bis du wieder vollständig gesund bist.

7. Sicherheit beim Sport im Winter: Sehen und gesehen werden

Im Winter ist es draußen meist dunkel, vor allem morgens und abends. Sichtbarkeit ist deshalb ein wichtiger Sicherheitsfaktor. Achte auf:

  • reflektierende Elemente an Kleidung oder Schuhen
  • Stirn- oder Cliplichter beim Laufen
  • rutschfeste Sohlen mit gutem Profil, besonders bei Schnee oder Matsch

Schon ein kleiner vereister Abschnitt auf dem Gehweg kann ausreichen, um ins Rutschen zu kommen. Langsameres Tempo und angepasste Schuhe helfen, Stürze zu vermeiden.

8. Regeneration nach dem Sport im Winter

Nach dem Training kühlt der Körper schneller aus als im Sommer. Deshalb ist die Zeit nach dem Sport im Winter besonders wichtig. Achte darauf, dass dein Körper langsam abkühlen kann.

Das hilft:

  • Warmdown: Trainingsintensität langsam verringern, nicht einfach aufhören
  • nasse Kleidung schnell wechseln
  • warm einpacken oder eine heiße Dusche
  • dem Körper ausreichend Ruhe und Schlaf geben

9. Bei Vorerkrankungen: ärztlichen Rat einholen

Da Kälte die Blutgefäße verengt und damit Herz und Kreislauf stärker fordert, ist bei Vorerkrankungen oder sehr intensivem Training eine ärztliche Rücksprache sinnvoll. So bleibst du auch bei winterlichen Temperaturen auf der sicheren Seite.

Fazit: Bewusst und gut vorbereitet ist Sport im Winter eine echte Bereicherung

Sport im Winter ist gesund und stärkt Herz, Muskeln und deine mentale Gesundheit, wenn du dich gut vorbereitest und auf ein paar Details achtest. Dazu gehört beispielsweise ein ordentliches Aufwärmprogramm, funktionelle Kleidung und eine an die Temperatur angepasste Intensität des Workouts. So wird Bewegung im Winter zu einer echten Unterstützung für dein Wohlbefinden.

Häufige Fragen zu Sport im Winter

Ist Sport im Winter ungesund?

Nein. Mit angepasstem Tempo, Kleidung und Aufwärmen ist hat Bewegung bei Kälte viele Vorteile für deine Gesundheit.

Ist Joggen bei Minusgraden gesund?

Solange du dich wohlfühlst und auf deinen Körper und deine Sicherheit achtest, steht Joggen oder anderen Sportarten draußen bei Kälte nichts im Wege. Mache im Zweifel aber etwas langsamer und taste dich Stück für Stück an höhere Intensitäten ran. Bei extremen Temperaturen oder starkem Wind ist Indoor-Sport oft sinnvoller.

Was ist besser: drinnen oder draußen trainieren?

Beides hat Vorteile. Draußen profitierst du von der frischen Luft, drinnen von konstanten Bedingungen. Wenn du lieber drinnen Sport machst, aber nicht ins Fitnessstudio gehen möchtest, könnte zum Beispiel Kraftsport zu Hause etwas für dich sein.

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Tipps für Outdoor-Sport im Winter

Zwiebellook

Mehrere dünne Schichten leichter Funktionskleidung sind besser als dicke, schwere Kleidungsstücke. So bleibt man flexibel und die Luft zwischen den einzelnen Schichten bildet ein optimales Wärmepolster. Am besten ist es, wenn man am Anfang des Trainings leicht fröstelt und sich dann langsam aufwärmt.

Keine Baumwolle

Unterhemd und Laufhose (erste Schicht) sollten eng anliegen und aus schnelltrocknendem Material bestehen, das den Schweiß nach außen leitet.

Außen windabweisend

Für die äußere "Zwiebelhaut" sind leichte, wind- und wasserabweisende Jacken und Hosen empfehlenswert. Sie sollten locker fallen, damit genug Luft zwischen die einzelnen Kleidungsschichten gelangen kann und die Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt wird.

Mützenpflicht

Bei kühlem Wetter die Mütze oder dickes Stirnband, das die Ohren schützt, nicht vergessen, denn die meiste Körperwärme wird über den Kopf abgegeben.

Lunge schonen

Durch die Nase einatmen - so wird die Atemluft besser aufgewärmt. Langsam starten, bis die Atemwege sich an die kühle Luft gewöhnt haben.

Auf Schuhprofil achten

Im Winter kann es glatt oder rutschig sein. Also dementsprechend vorsichtig laufen und warme Sportsocken und Sportschuhe mit rutschfestem Profil tragen.

Sichtbar sein

Leuchtstreifen an der Kleidung sorgen dafür, dass Sie von Autofahrern auch in der Dämmerung gesehen werden. Bei Dunkelheit kann auch eine kleine Taschenlampe (Clip- oder Stirnlampe) nützlich sein.

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