Prävention in der Pflege: Länger selbständig leben mit PrävPfleg

Wenn Gedächtnis oder Denkvermögen nachlassen oder es zu körperlichen Einschränkungen kommt, wächst oft die Sorge vor einer späteren Pflegebedürftigkeit. Genau hier setzt das Innovationsfondsprojekt PrävPfleg (= Prävention von Pflegebedürftigkeit durch Prevention Nursing) an. Das Projekt begleitet Menschen mit ersten kognitiven Einschränkungen durch ein individuell abgestimmtes Unterstützungsprogramm und wird von der Charité – Universitätsmedizin Berlin geleitet. Ziel ist es, die Selbstständigkeit im Alltag möglichst lange zu erhalten und den Eintritt einer Pflegebedürftigkeit hinauszuzögern. Gleichzeitig wird wissenschaftlich untersucht, wie wirksam dieser neue Versorgungsansatz ist.

Deine Vorteile bei der mkk auf einen Blick

  • Individuelle Beratung durch speziell ausgebildete Fachkräfte (Prevention Nurses)

  • Übungen und Maßnahmen, um die Mobilität, das Gedächtnis und die soziale Teilhabe zu fördern

  • Unterstützung beim Medikamentenmanagement und beim Beantragen von Hilfsmitteln

  • Beratung und Entlastung von Angehörigen

Was ist Prevention Nursing?

Prevention Nursing ist ein neuer Ansatz der Pflegeprävention. Dabei begleiten speziell geschulte Pflegefachkräfte Menschen mit ersten Gedächtnis- oder Denkproblemen individuell in ihrem Alltag. Zu Beginn verschafft sich die Prevention Nurse bei einem Hausbesuch ein umfassendes Bild von der persönlichen Lebens- und Gesundheitssituation. Gemeinsam werden Bereiche identifiziert, in denen Unterstützung sinnvoll ist.

Je nach Bedarf können beispielsweise Übungen zur Förderung der Beweglichkeit und der geistigen Leistungsfähigkeit, Empfehlungen für eine ausgewogene Ernährung oder Hilfestellungen beim sicheren Umgang mit Medikamenten Teil der Begleitung sein. Darüber hinaus erhalten Angehörige praktische Beratung, um sie im Pflegealltag zu entlasten. 

Während der gesamten Projektlaufzeit dokumentiert die Prevention Nurse den Verlauf und passt die Maßnahmen bei Bedarf an. Sie übernimmt dabei keine Körper- oder Behandlungspflege. Im Mittelpunkt stehen Beratung, Prävention und die Unterstützung im Alltag.

Welche Ziele verfolgt PrävPfleg?

Mit PrävPfleg wird ein neuer Versorgungsansatz wissenschaftlich untersucht, der Menschen mit beginnenden Gedächtnis- oder Denkproblemen dabei unterstützen soll, möglichst lange selbstständig zu bleiben. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob das Prevention Nursing dazu beitragen kann, eine Pflegebedürftigkeit hinauszuzögern und den Alltag der Teilnehmenden nachhaltig zu erleichtern.

Dafür vergleichen die Forschenden die neue Versorgungsform mit der bisherigen Regelversorgung. Untersucht wird unter anderem, 

  • ob sich die Selbstständigkeit im Alltag länger erhalten lässt,
  • die Mobilität gefördert wird,
  • sich die Lebensqualität der Teilnehmenden verbessert,
  • wie die Einnahme von Medikamenten und der Bedarf an Hilfsmittel sich verändert und
  • ob die Angehörigen entlastet werden können.

Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, wirksame Präventionsangebote künftig dauerhaft in die Gesundheitsversorgung zu integrieren.

Wichtig zu wissen

Die neue Versorgungsform wird unter Studienbedingungen erprobt. Das bedeutet, es gibt eine Interventions- und eine Kontrollgruppe. Die Zuordnung der Studienteilnehmenden zu diesen Gruppen kann nicht von uns oder den Behandelnden beeinflusst werden Die Interventionsgruppe erhält die neue Versorgungsform, die Kontrollgruppe erhält die Regelversorgung. 

In welchen Bundesländern wird PrävPfleg durchgeführt?

Das Projekt findet in mehreren Regionen Deutschlands statt. Es können Kundinnen und Kunden teilnehmen, die in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen oder Sachsen wohnen und von den Leistungserbringenden versorgt werden.

So kannst du am Projekt teilnehmen

Du kannst teilnehmen, wenn folgende Punkte auf dich zutreffen:

  • Wenn du über 65 Jahre alt bist.
  • Du hast einen Antrag auf einen Pflegegrad gestellt und der Medizinische Dienst hat keinen Pflegegrad festgestellt.
  • Bei dir bestehen erste Anzeichen von Gedächtnis- oder Denkproblemen bzw. leichte kognitive Störungen.

Du möchtest mehr erfahren oder prüfen, ob eine Teilnahme für dich infrage kommt? Dann wende dich gerne direkt an die Charité – Universitätsmedizin Berlin, Telefon: 030 450529064 oder E-Mail: Prevention-Nursing@charite.de

Weitere Pflegethemen findest du in unserem Ratgeber

Frau geht mit ihrer Mutter spazieren und lacht

Pflegebedürftigkeit in der Familie

Wird oder ist jemand aus der Familie pflegebedürftig, fühlen sich Betroffene und Angehörige häufig überfordert und haben viele Fragen – zu den Leistungen und Abläufen bei Eintreten der Pflegebedürftigkeit, zu Entlastungsmöglichkeiten und dem Umgang mit dem körperlich und emotional oft herausfordernden Alltag, wenn die Pflege zu Hause erfolgt. Im Interview beantwortet Expertin Gudula Wolf häufig gestellte Fragen.

Enkel kümmert sich um pflegebedürftige Großmutter

Eltern pflegen und arbeiten

Sie sind berufstätig und stehen jetzt oder in naher Zukunft vor der Aufgabe, Ihre Eltern oder Ihren Partner zu pflegen? Diese Situation ist nicht leicht und wirft viele Fragen auf. Diplom-Sozialpädagogin Andrea Didszun beantwortet die wichtigsten im Experten-Chat am 14. Januar ab 20 Uhr. Vorab gibt sie einen Überblick über Möglichkeiten und informiert über Unterstützungsangebote.

Fehlt dir eine Information oder hast du Feedback zu dieser Seite?