Schlaganfall: Nachsorge für Betroffene mit spastischem Syndrom

Jedes Jahr erleiden so viele Menschen in Deutschland einen Schlaganfall wie Münster Einwohner hat: rund 270.000. Mehr als ein Drittel davon entwickelt in der Folge ein spastisches Syndrom. Leider erhalten nur die wenigsten Patientinnen und Patienten die richtige Behandlung. Das soll sich mit dem Innovationsfondsprojekt moVe-it ändern. Es beinhaltet ein innovatives, digitales Versorgungskonzept, das Betroffene dabei unterstützt, ihren Gesundheitszustand zu verbessern.

Was ist ein spastisches Syndrom?

Spastik nach einem Schlaganfall ist eine häufige Folge einer Hirnschädigung, die sich durch eine erhöhte und unkontrollierbare Muskelspannung auszeichnet, was zu Steifheit, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führt.  Wenn eine Spastik frühzeitig erkannt wird, können Langzeitschäden vermieden werden. An diesem Punkt setzt moVe-It mit einem innovativen Behandlungskonzept an.

Welche Behandlung beinhaltet moVe-it?

Die Leitlinienempfehlung für Schlaganfallpatientinnen und -patienten mit Spastik sieht eine Behandlung mit Botulinumtoxin A und Physiotherapie vor. Diese Behandlungsempfehlung wird in der Praxis kaum umgesetzt. So haben in Deutschland im Jahr 2021 nur etwa vier Prozent der Patientinnen und Patienten mit Spastik diese Behandlung erhalten. 

Das Innovationsfondsprojekt moVe-it soll diese Versorgungslücke schließen, um mit dieser leitliniengerechten Behandlung die Versorgung von Schlagfanfallpatientinnen und -patienten zu verbessern. Durch die Zusammenarbeit von Fachexperten aus verschiedenen medizinischen Bereichen kann eine individuell angepasste Therapie gefördert werden. Mit einer eigens entwickelten App lassen sich Behandlungen interdisziplinär planen und Veränderungen des Gesundheitszustands schnell erfassen.

Deine Vorteile bei der mkk auf einen Blick

  • Die Zusammenarbeit von Fachexperten aus verschiedenen medizinischen Bereichen ermöglicht eine individuell angepasste Therapie und somit eine erhöhte Behandlungsqualität.

  • Die moVe-it-App begleitet dich während der Behandlung und beinhaltet Ergebnisse behandelnder Ärztinnen und Ärzte sowie Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, ein Spastik-Tagebuch, Informationen zum Erkrankungsbild sowie Tipps für den Alltag.

  • Es gibt arztübergreifende Fallkonferenzen zum individuellen Krankheitsverlauf (webbasiert und digital).

  • Ein moVe-it-medical-Manager koordiniert und optimiert deine Therapie.

Hinweis: Bei moVe-it handelt es sich um ein Projekt, das vom Innovationsfonds des G-BA gefördert wird und als Studie aufgebaut ist. Im Rahmen der Therapie gibt es eine Interventions- und eine Kontrollgruppe. Die Zuordnung zu den Gruppen erfolgt dabei über das Zufallsprinzip im Rahmen einer Cluster-Randomisierung.

Voraussetzungen für die Teilnahme an moVe-it

  • Du hattest einen Schlaganfall, der nicht länger als sechs Monate zurückliegt und hast im Anschluss eine Spastik entwickelt.

  • Du wohnst in Bayern, Berlin oder Brandenburg und lässt dich von einem oder mehreren teilnehmenden Ärztinnen oder Ärzten sowie Physiotherapeutinnen oder Physiotherapeuten behandeln.

  • Du bist bereit, die eigens entwickelte moVe-it App zu benutzen.

So erhältst du die Leistung

Das Projekt wird in teilnehmenden Kliniken sowie bei niedergelassen Allgemeinmedizinern, Neurologinnen und Neurologen sowie physiotherapeutischen Fachkräften durchgeführt. Ob die Therapie von moVe-it für deinen individuellen Fall geeignet ist, entscheidet deine behandelnde Ärztin bzw. dein behandelnder Arzt.

Du kannst dich auch an folgende Studienzentren wenden.

Teilnehmende Studienzentren

Bayerische TelemedAllianz GmbH

Charité - Universitätsmedizin Berlin

Medical Park Berlin Humboldtmühle GmbH & Co. KG

Schön Klinik Bad Aibling

Medizinische Fakultät Universität Augsburg & Therapiezentrum Burgau

Universitätsklinikum Regensburg, Universität Regensburg & medbo Bezirksklinikum