Thrombose: Symptome früh erkennen und richtig handeln

Eine Thrombose kann jede und jeden treffen, auch junge Menschen. Wir zeigen dir, welche Anzeichen typisch sind, was eine Thrombose begünstigt und wie du am besten vorbeugst.

Was ist eine Thrombose?

bluten. Problematisch wird es erst dann, wenn dieser Mechanismus im Inneren eines Gefäßes abläuft, ohne dass dort eine Verletzung ist.

Blutgerinnung heißt konkret: Dein Blut verändert lokal seine Konsistenz, wird von flüssig zu einer festen, gelartigen Masse und verschließt so eine verletzte Stelle. Dafür arbeiten verschiedene Bestandteile im Blut zusammen, vor allem Blutplättchen und Gerinnungsfaktoren. Bei einer Thrombose passiert genau das an der falschen Stelle. Statt eine äußere Verletzung zu verschließen, bildet sich ein „Pfropf“ im Gefäß, der den Blutfluss stört.

Das nennt man Blutgerinnsel oder Thrombus. Am häufigsten betrifft das die tiefen Venen im Bein. Man spricht dann von einer Beinvenenthrombose oder „Thrombose im Bein“.

Eine unbehandelte Thrombose kann sehr gefährlich werden. Deshalb ist es wichtig, sie frühzeitig zu erkennen.

Was sind typische Thrombose-Symptome?

Die Symptome einer Thrombose können sich langsam entwickeln oder auch relativ plötzlich auftreten. Bei etwa jeder zweiten Thrombose haben die Betroffenen gar keine oder nur sehr geringe Beschwerden. Deshalb ist es wichtig, typische Anzeichen zu kennen, besonders, wenn sie nur in einem Bein auftreten.

Ziehende oder drückende Schmerzen

Ein frühes Anzeichen einer Thrombose ist ein ungewohntes Ziehen oder Drücken, meist in der Wade. Manche beschreiben es wie Muskelkater, obwohl sie sich nicht besonders belastet haben.

Wenn sich das Gerinnsel vergrößert, werden die Beschwerden mit der Zeit deutlicher. Der Schmerz breitet sich häufig vom Unterschenkel bis in den Oberschenkel aus. Oft verstärkt er sich beim Auftreten oder wenn die Wade zusammengedrückt wird. Je höher das Gerinnsel sitzt, desto stärker sind die Beschwerden meist.

Aber: Solche Beschwerden beweisen keine Thrombose. Diese lässt sich nur ärztlich ermitteln. Meist wird dazu Ultraschall eingesetzt.

Spannungs- oder Schweregefühl

Ein weiteres erstes Anzeichen kann sein, dass sich das Bein schwer oder gespannt anfühlt. Es wirkt dann, als sei es müde oder voll. Dieses Gefühl entsteht, weil das Blut durch das Gerinnsel nicht mehr richtig abfließen kann.

Einseitige Schwellung und glänzende Haut

Ein sehr typisches Zeichen ist eine sichtbare Schwellung, meist nur an einem Bein. Das betroffene Bein erscheint dann dicker als das andere. Schuhe oder Hosen sitzen plötzlich enger.

Im weiteren Verlauf kann das Bein deutlich anschwellen. Der Umfang unterscheidet sich klar vom gesunden Bein. Durch die Schwellung wirkt die Haut oft gespannt und glänzend.

Eine einseitige Schwellung solltest du immer ärztlich abklären lassen.

Erwärmung der betroffenen Stelle

Das betroffene Bein fühlt sich oft auch wärmer an als das andere. Wenn du mit der Hand darüberfährst, spürst du möglicherweise einen deutlichen Temperaturunterschied. Das liegt daran, dass sich Blut staut und eine Entzündungsreaktion entsteht.

Verfärbung der Haut und hervortretende Venen

Die Haut kann gerötet oder leicht bläulich verfärbt sein. Das passiert ebenfalls durch den gestörten Blutfluss. Oberflächliche Venen werden meist stärker sichtbar oder ertastbar, weil sich das Blut staut.

Weitere Formen der Thrombose

Thrombose im Arm

Seltener entsteht eine Thrombose auch in den Armvenen. Das kann zum Beispiel nach Operationen, durch einen Venenkatheter oder bei starker körperlicher Belastung auftreten. Typische Anzeichen sind Schwellung, Schmerzen oder ein Spannungsgefühl im betroffenen Arm.

Becken- oder Bauchvenenthrombose

Gerinnsel können sich auch in tiefer gelegenen Venen im Becken oder Bauchraum bilden. Diese sind schwerer zu erkennen, weil die Symptome unspezifischer sind, zum Beispiel diffuse Bauchschmerzen oder Schwellungen.

Hirnvenenthrombose

Sehr selten tritt eine Thrombose in den Venen des Gehirns auf. Mögliche Symptome sind starke Kopfschmerzen, Sehstörungen oder neurologische Ausfälle. Auch das ist ein ernstzunehmender medizinischer Notfall.

Arterielle Thrombosen

Nicht nur Venen, sondern auch Arterien können von einem Blutgerinnsel betroffen sein. Arterien transportieren sauerstoffreiches Blut vom Herzen in den gesamten Körper. Wird ein solches Gefäß durch ein Gerinnsel verschlossen, wird das dahinterliegende Gewebe plötzlich nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

Das kann dazu führen, dass betroffene Organe oder Körperbereiche nicht mehr richtig funktionieren. Typische Anzeichen hängen davon ab, welches Gefäß betroffen ist, zum Beispiel starke Schmerzen, Lähmungserscheinungen, Sprach- oder Sehstörungen.

Wie gefährlich ist eine Thrombose?

Problematisch wird eine Thrombose vor allem dann, wenn sich Teile des Blutgerinnsels lösen und mit dem Blutstrom weiterwandern. In diesem Fall spricht man von einer Thromboembolie. Dabei handelt es sich um eine spezielle Form der Embolie, bei der ein abgelöstes Blutgerinnsel ein anderes Gefäß verstopft.

Venöse Thromboembolie: Beinvenenthrombose und Lungenembolie

Wenn das Gerinnsel über den Blutkreislauf in die Lunge gelangt, kann es dort ein Gefäß verschließen. Das führt zu einer Lungenembolie. Das ist immer ein medizinischer Notfall und muss sofort behandelt werden, denn eine Lungenembolie kann im Schlimmsten Fall tödlich enden.

Diese Anzeichen deuten auf eine Lungenembolie hin:

  • Plötzliche Atemnot
  • Brustschmerzen
  • Herzrasen
  • Schwindel oder Ohnmacht

Arterielle Thromboembolie: Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall

Blutgerinnsel können auch in Arterien entstehen oder dorthin gelangen. Die Arterien transportieren das Blut durch unseren Körper. Ist die Gefäßinnenwand beschädigt, kann sich dort leichter ein Gerinnsel bilden. Dieses kann das Gefäß direkt an Ort und Stelle verschließen oder weiterwandern und wichtige Gefäße im Gehirn oder am Herzen blockieren.

Mögliche Folgen sind:

  • Schlaganfall, wenn ein Gefäß im Gehirn verschlossen wird
  • Herzinfarkt, wenn ein Herzkranzgefäß betroffen ist

Beides sind lebensbedrohliche Notfälle, da das betroffene Gewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.

Wann solltest du zum Arzt oder zu einer Ärztin?

Die Anzeichen einer Thrombose solltest du unbedingt ernst nehmen und zeitnah ärztlichen Rat einholen. Du kannst dich als erstes bei deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt melden. Dort wird abgeklärt, ob du eventuell weiterverwiesen werden musst. Wenn zusätzliche Symptome auftreten, dann ist das ein medizinischer Notfall. In diesem Fall sofort 112 wählen. Grundsätzlich gilt: Lieber einmal zu viel untersuchen lassen als einmal zu wenig.

Welche Ursachen begünstigen eine Thrombose?

Untersuchungen wie die des Robert-Koch-Instituts zeigen: Eine Thrombose wird durch mehrere Faktoren ausgelöst. Je mehr davon zusammenkommen, desto größer wird das Risiko. In der Medizin spricht man von der sogenannten Virchow-Trias: drei zentrale Ursachen, die eine Thrombose begünstigen.

Virchow-Trias einfach erklärt

1. Verlangsamter Blutfluss (Stase)

Unser Blut fließt normalerweise ständig durch die Venen zurück zum Herzen. Bewegung, besonders der Beine, hilft dabei wie eine natürliche Pumpe. Wenn du dich wenig bewegst, verlangsamt sich dieser Blutfluss und wenn Blut länger „steht“, kann es leichter gerinnen.

Typische Situationen sind:

  • Langes Sitzen, zum Beispiel bei einem Flug, einer Zugfahrt oder im Büro. Gerade auf Reisen oder nach Operationen ist das Risiko deshalb erhöht.
  • Bettlägerigkeit, etwa nach einer Operation oder bei Krankheit
  • Gipsverbände oder Schienen, die ein Bein ruhigstellen

2. Veränderung oder Schädigung der Gefäßwand (Endothelschädigung)

Die Innenwände unserer Blutgefäße sind normalerweise glatt. Werden sie verletzt oder gereizt, kann sich an dieser Stelle leichter ein Gerinnsel bilden. Schon kleine Schäden an der Gefäßwand können das Gleichgewicht im Blutkreislauf stören.

Mögliche Auslöser sind:

  • Operationen, besonders an Beinen oder Becken
  • Unfälle oder Verletzungen
  • Entzündungen
  • Rauchen, schädigt die Gefäße langfristig

3. Veränderte Blutzusammensetzung (Hyperkoagulabilität)

Manchmal ist das Blut gerinnungsfreudiger als normal. Das heißt, es verklumpt schneller. Dann steigt das Thromboserisiko.

Das kann zum Beispiel der Fall sein bei:

  • Hormonellen Verhütungsmitteln (zum Beispiel der Pille), wie zum Beispiel eine Studie des International Journal of Obstetrics & Gynaecology zeigt
  • Schwangerschaft, da sich der Körper auf die Geburt vorbereitet
  • Erblichen Gerinnungsstörungen (Thrombophilie)
  • Gefäßerkrankungen (zum Beispiel Arteriosklerose)
  • Flüssigkeitsmangel, wenn das Blut durch zu wenig Trinken „dicker“ wird
  • Bestimmten Erkrankungen, wie zum Beispiel Krebserkrankungen, Herzschwäche (Herzinsuffizienz), Chronisch-entzündliche Erkrankungen (zum Beispiel Rheuma, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), Lebererkrankungen, Nierenerkrankungen oder auch Diabetes

Wie wird eine Thrombose behandelt?

Wenn eine Thrombose festgestellt wird, beginnt die Behandlung in der Regel sofort. Ziel ist es, das Blutgerinnsel daran zu hindern, weiter zu wachsen, Komplikationen zu vermeiden und langfristige Schäden an den Venen zu verhindern. Dazu kommen folgende Maßnahmen zum Einsatz:

Blutverdünnende Medikamente

Die wichtigste Maßnahme sind blutverdünnende Medikamente (medizinisch: Antikoagulanzien). Sie lösen das Gerinnsel nicht direkt auf, verhindern aber, dass es größer wird und neue Gerinnsel entstehen.

Zu Beginn wird häufig eine Thrombose-Spritze mit Heparin verabreicht. Diese wirkt schnell und wird meist unter die Haut gespritzt. Im weiteren Verlauf folgen Tabletten, die über mehrere Monate eingenommen werden müssen.

Welche Medikamente eingesetzt werden und wie lange die Behandlung dauert, hängt aber vor allem von deiner individuellen Situation und den möglichen Risikofaktoren ab.

Kompressionstherapie

Zusätzlich zu den Medikamenten werden meist Kompressionsstrümpfe verordnet. Das sind lange, feste Strümpfe, die gezielt Druck auf das Bein ausüben und so den Rückfluss des Bluts zum Herzen unterstützen.

Das hilft dabei, Schwellungen zu reduzieren, Beschwerden zu lindern und Spätfolgen wie das sogenannte postthrombotische Syndrom zu vermeiden. Die Strümpfe sollten regelmäßig getragen werden, besonders tagsüber.

Bewegung statt Schonung

Früher wurde bei Thrombose häufig Bettruhe empfohlen. Heute weiß man: Leichte Bewegung ist wichtig und fördert die Heilung.

Spazierengehen oder Alltagsbewegungen wie Treppensteigen helfen dabei, den Blutfluss zu verbessern und den Kreislauf zu stabilisieren. Wichtig ist jedoch, körperliche Belastung individuell ärztlich abzustimmen.

Wie kann ich Thrombose vorbeugen?

Besonders wenn bei dir Risikofaktoren vorhanden sind, zum Beispiel langes Sitzen, hormonelle Verhütung oder eine Vorerkrankung, ist Vorbeugung wichtig. Mit einfachen Maßnahmen kannst du dein Thrombose-Risiko deutlich senken.

Bewegung im Alltag

Bewegung ist der wichtigste Schutzfaktor bei Thrombose. Deine Wadenmuskulatur wirkt wie eine natürliche Pumpe und unterstützt den Blutfluss zurück zum Herzen.

Das kannst du konkret tun:

  • Regelmäßig aufstehen: Wenn du im Büro arbeitest oder viel lernst, stelle dir alle 60 Minuten einen Timer. Steh auf, geh kurz durchs Zimmer oder hol dir ein Glas Wasser.
  • Beine nicht lange übereinanderschlagen: Das kann den Blutfluss behindern
  • Wadenübungen im Sitzen: Ziehe die Zehen mehrmals kräftig nach oben und drücke sie wieder nach unten. Oder hebe die Fersen an und senke sie wieder ab. Schon wenige Minuten aktivieren die Muskelpumpe.

Auf Reisen aktiv bleiben

Lange Flug- oder Autofahrten sind klassische Risikosituationen. So kannst du vorbeugen:

  • Wenn möglich alle ein bis zwei Stunden aufstehen und ein paar Schritte gehen
  • Im Sitzen regelmäßig die Füße kreisen lassen oder die Waden anspannen
  • Viel trinken, am besten Wasser
  • Bei längeren Flügen oder zusätzlichen Risikofaktoren können Kompressionsstrümpfe sinnvoll sein. Sie unterstützen den Blutfluss in den Beinen.

Gesunder Lebensstil

Ein gesunder Lebensstil stärkt deine Gefäße und reduziert mehrere Risikofaktoren gleichzeitig. Dazu gehört:

  • Nicht rauchen: Rauchen schädigt die Gefäßwände und erhöht die Gerinnungsneigung.
  • Ausreichend trinken: Eine gute Flüssigkeitszufuhr unterstützt den Blutfluss.
  • Normalgewicht erreichen und halten: Übergewicht erhöht den Druck auf die Venen und verlangsamt den Blutfluss.
  • Regelmäßige Bewegung, zum Beispiel Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen.

Erfahre mehr darüber, was du gegen hohen Blutdruck tun kannst.

Hormonelle Verhütung bewusst prüfen

Bestimmte hormonelle Verhütungsmittel können das Thromboserisiko erhöhen. Wenn du zusätzliche Risikofaktoren hast, zum Beispiel Rauchen, Übergewicht oder eine familiäre Vorbelastung, solltest du dich ärztlich beraten lassen. Gemeinsam kann geprüft werden, ob eine andere Verhütungsmethode sinnvoll ist oder besondere Vorsichtsmaßnahmen notwendig sind.

Fazit: Thrombose früh erkennen kann Leben retten

Eine Thrombose entsteht, wenn sich ein Blutgerinnsel in einer Vene bildet, häufig im Bein. Erste Anzeichen sind oft eine einseitige Schwellung, Schmerzen oder ein Spannungsgefühl. Besonders gefährlich ist eine mögliche Lungenembolie.

Wichtig sind Aufmerksamkeit, Vorbeugung und eine schnelle ärztliche Abklärung bei Verdacht.

Häufige Fragen zur Thrombose

Kann ich mit einer Thrombose Sport machen?

In der akuten Phase, also direkt nach der Diagnose, solltest du körperliche Aktivität immer mit deiner Ärztin oder deinem Arzt abstimmen. Intensive Belastungen oder Kontaktsportarten sind erstmal nicht geeignet. Leichte, kontrollierte Bewegung, zum Beispiel Spazierengehen, ist heute jedoch in vielen Fällen ausdrücklich erwünscht. Sie unterstützt den Blutfluss und kann helfen, Beschwerden zu lindern.

Wie lange dauert eine Thrombose?

Die akuten Beschwerden wie Schwellungen und Schmerzen bessern sich häufig innerhalb von einigen Wochen. Die medikamentöse Behandlung dauert in der Regel drei bis sechs Monate. Auch nach der akuten Phase können leichte Beschwerden oder ein Spannungsgefühl noch eine Zeit lang auftreten. Regelmäßige Kontrolltermine sind wichtig, um den Verlauf zu beobachten.

Kann eine Thrombose wiederkommen?

Ja, eine Thrombose kann erneut auftreten. Deshalb ist es wichtig, vorbeugende Maßnahmen ernst zu nehmen und ärztliche Empfehlungen konsequent umzusetzen.

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