Ist Kaffee gesund? Das sagt die Wissenschaft

Ja, Kaffee kann gesund sein. Studien zeigen, dass Menschen, die regelmäßig Kaffee trinken, seltener an bestimmten Krankheiten leiden. Dazu gehören Typ-2-Diabetes und einige Herz- und Leberkrankheiten. Doch wie viel Kaffee ist gesund? Und wann kann er schaden?

Inhaltsverzeichnis

Ist Kaffee gesund? Das sagen Studien

Kaffee hat lange als ungesund gegolten. Inzwischen sieht die Forschung ihn deutlich positiver. Große Studien zeigen: Wer regelmäßig Kaffee trinkt, hat ein geringeres Risiko für bestimmte Krankheiten.

Dazu gehören:

  • Typ-2-Diabetes: Menschen, die regelmäßig Kaffee trinken, erkranken seltener daran.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Einige Studien zeigen, dass Kaffeetrinker seltener an Herzkrankheiten leiden.
  • Lebererkrankungen: Kaffee könnte die Leber schützen und das Risiko für bestimmte Leberkrankheiten senken.

Eine große Auswertung zahlreicher Studien kam zu dem Ergebnis, dass Kaffee der Gesundheit eher nutzt als schadet. Besonders günstig schnitten häufig Menschen ab, die drei bis vier Tassen am Tag tranken.

Allerdings können die Studien nicht sicher beweisen, dass Kaffee die Menschen gesünder gemacht hat. Auch ihre Ernährung und ihr Lebensstil könnten eine Rolle spielen.

Warum könnte Kaffee gesund sein?

Kaffee enthält viele natürliche Pflanzenstoffe. Einige davon können unsere Zellen vor Schäden schützen. Forschende vermuten, dass diese Stoffe zu den gesundheitlichen Vorteilen beitragen.

Wie stark sie tatsächlich wirken, ist noch nicht ausreichend erforscht.

Wie viel Kaffee am Tag ist gesund?

Für gesunde Erwachsene sind laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bis zu 400 Milligramm Koffein am Tag unbedenklich. Auf einmal sollten es höchstens 200 Milligramm sein.

Wie viel Koffein in deinem Kaffee steckt, hängt von mehreren Dingen ab:

  • Tassengröße: In einer großen Tasse steckt meist mehr Koffein als in einer kleinen.
  • Kaffeesorte: Robusta-Bohnen enthalten etwa doppelt so viel Koffein wie Arabica-Bohnen. 
  • Zubereitung: Filterkaffee, Espresso und andere Kaffeearten unterscheiden sich beim Koffeingehalt.

Zur Orientierung: Eine Tasse Filterkaffee mit 200 Millilitern enthält durchschnittlich etwa 90 Milligramm Koffein. Ein Espresso mit 60 Millilitern kommt auf rund 80 Milligramm.

Auch andere Getränke enthalten Koffein, zum Beispiel schwarzer Tee, Cola und Energydrinks. Wenn du davon regelmäßig etwas trinkst, solltest du das mitrechnen.

Welche Kaffee-Zubereitung ist am gesündesten?

Am besten eignet sich Kaffee aus einem Papierfilter. Der Filter hält bestimmte Stoffe zurück, die deinen Cholesterinspiegel erhöhen können.

Das unterscheidet die verschiedenen Kaffeearten:

  • Filterkaffee: Eine gute Wahl für den täglichen Genuss. Der Papierfilter hält die meisten Stoffe zurück, die den Cholesterinspiegel erhöhen können.
  • Ungefilterter Kaffee: Kaffee aus der French Press oder türkischer Kaffee enthält mehr dieser Stoffe. Auch Espresso enthält sie.
  • Kaffee aus dem Vollautomaten: Vollautomaten nutzen meist ein Metallsieb statt eines Papierfilters. Dadurch können mehr Kaffeeöle in der Tasse landen, die den Cholesterinspiegel erhöhen. Wie viel davon im Kaffee steckt, hängt von der Maschine ab.
  • Schwarzer Kaffee: Enthält kaum Kalorien und keinen zugesetzten Zucker.
  • Kaffee mit Milch: Milch liefert unter anderem Eiweiß und Kalzium. Du kannst sie also bedenkenlos in deinen Kaffee geben, wenn du sie gut verträgst.
  • Kaffee mit Zucker oder Sirup: Je mehr du davon hinzufügst, desto mehr Zucker und Kalorien enthält dein Getränk.

Wenn du täglich mehrere Tassen Kaffee trinkst, ist Filterkaffee aus dem Papierfilter eine gute Wahl. Er enthält besonders wenig Kaffeeöle, die den Cholesterinspiegel erhöhen können. Das ist vor allem wichtig, wenn deine Cholesterinwerte bereits erhöht sind.

Wann ist die beste Zeit für eine Tasse Kaffee?

Morgens Kaffee zu trinken, könnte gesünder sein, als ihn über den ganzen Tag verteilt zu trinken. Darauf deutet eine Studie aus dem Jahr 2025 mit mehr als 40.000 Erwachsenen hin.

Die Forschenden fanden heraus: Menschen, die vor allem morgens Kaffee tranken, starben im Untersuchungszeitraum seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Menschen, die keinen Kaffee tranken.

Ob der Kaffee am Morgen tatsächlich dafür verantwortlich war, konnte die Studie allerdings nicht klären.

Du möchtest wissen, ob du deine erste Tasse direkt nach dem Aufwachen trinken solltest? Mehr dazu erfährst du in unserem Artikel über Kaffee direkt nach dem Aufstehen.

Wie spät darf man noch Kaffee trinken?

Koffein macht wach. Das ist morgens oft erwünscht, kann dir abends aber den Schlaf rauben.

Laut der EFSA können schon 100 Milligramm Koffein kurz vor dem Schlafengehen deinen Schlaf stören. Das entspricht ungefähr einer Tasse Filterkaffee.

Wie empfindlich du darauf reagierst, ist unterschiedlich. Manche Menschen können abends problemlos einen Espresso trinken. Andere schlafen schon nach einer Tasse am Nachmittag schlechter.

Wenn du Schlafprobleme hast, trinke deinen letzten Kaffee versuchsweise früher. Am besten probierst du aus, ob du ohne Kaffee am Nachmittag besser schläfst.

Wann kann Kaffee ungesund sein?

Zu viel Kaffee kann Beschwerden verursachen. Schuld daran ist meist das Koffein.

Mögliche Anzeichen sind:

  • Du fühlst dich nervös oder innerlich unruhig.
  • Dein Herz schlägt schneller oder klopft unangenehm.
  • Du bekommst Magenbeschwerden.
  • Du kannst abends schlecht einschlafen.

Wie viel Kaffee du verträgst, hängt auch davon ab, wie empfindlich du auf Koffein reagierst.

Wenn du solche Beschwerden bemerkst, trinke weniger Kaffee. Du kannst auch eine Tasse durch entkoffeinierten Kaffee ersetzen.

Bleiben die Beschwerden bestehen oder werden sie stärker, lass sie ärztlich abklären.

Wer sollte bei Kaffee vorsichtig sein?

Für manche Menschen ist es besonders wichtig, nicht zu viel Koffein aufzunehmen.

Kaffee in der Schwangerschaft

Wenn du schwanger bist, solltest du nicht mehr als 200 Milligramm Koffein am Tag zu dir nehmen. Diese Menge gilt laut der EFSA als unbedenklich für das ungeborene Kind.

Denke dabei auch an Koffein aus Tee, Cola und Schokolade.

Kaffee bei Bluthochdruck und anderen Erkrankungen

Bei bestimmten Erkrankungen kann Kaffee Beschwerden verstärken:

  • Bluthochdruck: Koffein kann den Blutdruck für kurze Zeit erhöhen.
  • Herzrhythmusstörungen: Wenn du nach Kaffee Herzklopfen oder andere Beschwerden bekommst, solltest du das ärztlich abklären lassen.
  • Sodbrennen: Kaffee kann die Beschwerden bei manchen Menschen verstärken.

Du hast eine dieser Erkrankungen und bist unsicher, ob du Kaffee trinken darfst? Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt darüber.

Kaffee und Medikamente

Manche Medikamente sorgen dafür, dass dein Körper Koffein langsamer abbaut. Dazu gehört zum Beispiel das Antibiotikum Ciprofloxacin.

Dadurch kann das Koffein länger wirken. Du wirst vielleicht unruhiger oder kannst schlechter schlafen.

Frage in deiner Arztpraxis oder Apotheke nach, wenn du unsicher bist, ob du zu deinen Medikamenten Kaffee trinken darfst.

Fazit: Ist Kaffee gesund? Für die meisten Menschen ja!

Wenn du gerne Kaffee trinkst, gibt es gute Nachrichten: Für die meisten gesunden Erwachsenen sind mehrere Tassen am Tag unbedenklich. Studien deuten sogar darauf hin, dass Kaffee das Risiko für einige Krankheiten senken könnte.

Besonders empfehlenswert ist Kaffee aus dem Papierfilter, möglichst ohne viel Zucker. Achte außerdem darauf, wie du Koffein verträgst und ob es deinen Schlaf stört.

Und wenn du keinen Kaffee magst? Dann musst du auch keinen trinken. Eine gesunde Ernährung funktioniert genauso gut ohne Kaffee.

FAQ: Häufige Fragen zum Thema Kaffee

Ja, dein Körper kann sich an Koffein gewöhnen. Wenn du plötzlich keinen Kaffee mehr trinkst, bekommst du vielleicht Kopfschmerzen, bist müde oder kannst dich schlechter konzentrieren.

Wenn du weniger Kaffee trinken möchtest, reduziere die Menge am besten schrittweise. So kannst du solche Beschwerden oft vermeiden oder zumindest verringern.

Kaffee regt bei manchen Menschen den Darm an. Deshalb kann es passieren, dass du schon kurz nach einer Tasse auf die Toilette musst. Das kann übrigens auch bei entkoffeiniertem Kaffee vorkommen.

Koffein kann außerdem dafür sorgen, dass du vorübergehend mehr Urin ausscheidest. Wenn du regelmäßig Kaffee trinkst, gewöhnt sich dein Körper teilweise an diese Wirkung.

Ja. Die Farbstoffe im Kaffee können sich auf deinen Zähnen ablagern. Mit der Zeit entstehen dadurch dunkle Verfärbungen.

Wenn du nach dem Kaffee ein Glas Wasser trinkst, kannst du einen Teil der Farbstoffe wegspülen. Ganz verhindern lassen sich Verfärbungen dadurch aber nicht.

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