Kreislaufprobleme in der Schwangerschaft: Was hilft bei Schwindel?

Dir wird plötzlich schwindelig, du siehst schwarze Punkte oder deine Knie fühlen sich weich an? Setze oder lege dich sofort hin. So schützt du dich vor einem Sturz und gibst deinem Kreislauf Zeit, sich zu stabilisieren.

Was hilft sofort bei Schwindel in der Schwangerschaft?

Versuche nicht, den Schwindel zu ignorieren oder einfach weiterzugehen. Das größte unmittelbare Risiko ist ein Sturz.

Diese Sofortmaßnahmen helfen deinem Kreislauf:

  1. Setze oder lege dich hin: Suche einen sicheren Platz. Bist du draußen, geh möglichst in den Schatten.
  2. Lagere deine Beine hoch: Lege sie auf einen Stuhl, ein Kissen oder eine Tasche. Das erleichtert den Rückfluss des Blutes zum Herzen.
  3. Drehe dich auf die linke Seite: Das ist besonders wichtig, wenn dir im Liegen auf dem Rücken schwindelig wird.
  4. Sorge für frische Luft: Öffne ein Fenster, verlasse einen stickigen Raum und lockere enge Kleidung.
  5. Trinke Wasser: Nimm langsam einige Schlucke. Bei Hitze in der Schwangerschaft, Erbrechen oder nach dem Sport braucht dein Körper besonders viel Flüssigkeit.
  6. Iss eine Kleinigkeit: Hast du länger nichts gegessen, helfen zum Beispiel Obst, Brot, Naturjoghurt oder einige Nüsse.
  7. Stehe langsam wieder auf: Setze dich zuerst hin und warte kurz. Stehe erst auf, wenn du dich wieder sicher fühlst.

Fahre bei starkem Schwindel nicht selbst Auto oder Fahrrad. Bleibe sitzen oder liegen und bitte möglichst eine Person in deiner Nähe um Hilfe.

Wann sind Kreislaufprobleme ein Warnzeichen?

Gelegentlicher Schwindel verschwindet oft nach einer kurzen Pause. Lass die Beschwerden trotzdem bei deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Hebamme abklären, wenn sie:

  • regelmäßig auftreten,
  • stärker werden,
  • ungewöhnlich lange anhalten,
  • deinen Alltag deutlich einschränken,
  • zu wiederholten Ohnmachtsanfällen führen.

Hole schnell medizinische Hilfe, wenn du ohnmächtig wirst oder Schwindel zusammen mit Brustschmerzen, starker Atemnot oder Blutungen auftritt. Das gilt auch bei heftigen Kopfschmerzen, anhaltenden Sehstörungen, starken Bauchschmerzen oder ausgeprägtem Herzrasen.

Bist du gestürzt oder hast du dich verletzt, solltest du dich ebenfalls untersuchen lassen. In einem medizinischen Notfall wählst du die 112.

Warum treten Kreislaufprobleme in der Schwangerschaft auf?

Mit Beginn der Schwangerschaft stellt sich dein Körper auf die Versorgung deines Babys ein. Das Blutvolumen nimmt zu, das Herz arbeitet stärker und die Gefäße verändern sich.

Gleichzeitig erweitern Schwangerschaftshormone wie Progesteron die Gefäße. Dadurch kann der Blutdruck sinken. Besonders zu Beginn der Schwangerschaft treten deshalb häufiger Kreislaufprobleme auf.

Mögliche Auslöser sind:

  • ein niedriger Blutdruck,
  • schnelles Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen,
  • langes Stehen,
  • Hitze und stickige Räume,
  • zu wenig Flüssigkeit,
  • längere Essenspausen,
  • Übelkeit und Erbrechen,
  • Müdigkeit und Schlafmangel,
  • Eisenmangel oder Blutarmut.

Stehst du schnell auf, sackt ein Teil des Blutes vorübergehend in die Beine. Der Körper braucht einen Moment, um den Blutdruck anzupassen. In dieser Zeit wird dir möglicherweise schwindelig oder schwarz vor Augen. Dieses Absinken des Blutdrucks beim Positionswechsel heißt orthostatische Hypotonie.

Auch Flüssigkeitsmangel belastet den Kreislauf. Das passiert zum Beispiel bei starkem Schwitzen, häufigem Erbrechen oder wenn du zu wenig trinkst. Erfahre mehr über typische Schwangerschaftsbeschwerden und wie zum Beispiel Osteopathie in der Schwangerschaft helfen kann.

Welche Symptome sind typisch?

Kreislaufprobleme fühlen sich nicht bei jeder Schwangeren gleich an. Typische Anzeichen sind:

  • Schwindel oder Benommenheit,
  • Schwarzwerden oder Flimmern vor den Augen,
  • weiche Knie,
  • Zittern,
  • Ohrensausen,
  • Übelkeit (hier haben wir 10 Tipps gegen Schwangerschaftsübelkeit und Erbrechen für dich zusammengestellt),
  • kalter Schweiß,
  • Herzklopfen,
  • Blässe,
  • das Gefühl, gleich ohnmächtig zu werden.

Verschwinden die Beschwerden nach dem Hinsetzen, Hinlegen oder Trinken schnell wieder, steckt oft eine vorübergehende Kreislaufreaktion dahinter. Schwindel kann jedoch viele Ursachen haben. Eine Selbstdiagnose ersetzt deshalb keine medizinische Abklärung.

Was ist das Vena-cava-Syndrom?

Das Vena-cava-Syndrom kann vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel auftreten. Liegst du längere Zeit flach auf dem Rücken, kann die wachsende Gebärmutter auf die untere Hohlvene drücken. Diese große Vene transportiert das Blut aus dem unteren Körperbereich zurück zum Herzen.

Wird die Hohlvene eingeengt, gelangt weniger Blut zum Herzen. Der Blutdruck kann absinken. Typische Beschwerden sind:

  • plötzlicher Schwindel,
  • Übelkeit,
  • Atemnot,
  • Herzklopfen,
  • Blässe oder Schweißausbrüche,
  • Unruhe und Schwäche.

Die Beschwerden beginnen meist nach einigen Minuten in Rückenlage. Drehe dich sofort auf die Seite, am besten nach links. Dadurch wird die Hohlvene entlastet und der Kreislauf erholt sich meist schnell. Bleiben die Beschwerden bestehen, holst du medizinische Hilfe.

Wie kannst du Kreislaufproblemen vorbeugen?

Nicht alle Beschwerden lassen sich verhindern. Einige Gewohnheiten helfen deinem Körper aber dabei, den Blutdruck stabil zu halten.

Stehe langsam auf

Springe morgens nicht direkt aus dem Bett. Drehe dich zunächst auf die Seite, setze dich an die Bettkante und warte einige Sekunden. Bewege dabei deine Füße und Beine. Erst dann stehst du langsam auf.

Trinke regelmäßig

Verteile deine Getränke über den Tag und warte nicht, bis du starken Durst bekommst. Bei Hitze, Sport oder Erbrechen steigt dein Flüssigkeitsbedarf.

Vermeide lange Essenspausen

Mehrere kleinere Mahlzeiten halten die Energiezufuhr gleichmäßiger als wenige große Mahlzeiten. Ein Snack in der Tasche hilft, wenn du unterwegs plötzlich schwach wirst. Lies mehr über Ernährung in der Schwangerschaft.

Schütze dich vor Hitze

Meide überhitzte Räume, lange heiße Duschen und längeres Stehen in der Sonne. Trage luftige Kleidung und plane an heißen Tagen zusätzliche Pausen ein.

Bleibe in Bewegung

Regelmäßige, moderate Bewegung unterstützt das Herz-Kreislauf-System. Bei einer Schwangerschaft ohne Komplikationen eignen sich zum Beispiel Spaziergänge, Schwimmen, Schwangerschaftsyoga oder leichtes Training auf einem Heimtrainer. Körperliche Aktivität gilt in einer unkomplizierten Schwangerschaft grundsätzlich als sicher und empfehlenswert.

Trinke vor, während und nach dem Sport ausreichend. Brich das Training ab, wenn dir schwindelig wird, du Schmerzen oder Atemnot bekommst oder dich unwohl fühlst. Bei Vorerkrankungen oder Schwangerschaftskomplikationen klärst du geeignete Sportarten vorher ärztlich ab.

Unsere besten Leistungen für Schwangere und junge Familien

Das Wohl junger Familien liegt uns besonders am Herzen. Deshalb unterstützen wir sie mit vielen Leistungen über den gesetzlich vorgeschriebenen Rahmen hinaus. Dazu gehören zum Beispiel zusätzliche Zuschüsse zur Kinderwunschbehandlung, erweiterte Schwangerschaftsvorsorge, Geburtsvorbereitungskurse, Hebammenrufbereitschaft und die Vermittlung von Hebammen. Auch nach der Geburt unterstützen wir Familien weiter – etwa mit zusätzlichen Vorsorgeuntersuchungen für Kinder zur Erkennung von Entwicklungs- und Verhaltensstörungen sowie mit dem Babybonus.

Häufige Fragen zu Kreislaufproblemen in der Schwangerschaft

Kreislaufbeschwerden gehören zu den möglichen Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft. Häufige Auslöser sind hormonelle Veränderungen, niedriger Blutdruck, Hitze, schnelles Aufstehen und Flüssigkeitsmangel. Viele Schwangerschaftsbeschwerden sind vorübergehend und harmlos.

Starke, anhaltende oder wiederkehrende Beschwerden gehören trotzdem ärztlich abgeklärt.

Beim schnellen Aufstehen kann der Blutdruck kurz absinken. Das Gehirn wird für einen Moment weniger gut durchblutet. Stehe deshalb in Etappen auf: erst hinsetzen, kurz warten und dann langsam aufstehen.

Ein niedriger Blutdruck ist nicht automatisch gefährlich. Entscheidend sind die Ursache und die Stärke deiner Beschwerden. Wiederholte Ohnmachtsanfälle oder ausgeprägte Kreislaufprobleme solltest du medizinisch abklären lassen.

Koffein kann den Blutdruck kurzfristig erhöhen, behebt aber nicht die Ursache des Schwindels. Setze oder lege dich zuerst hin, trinke Wasser und ruhe dich aus. Achte außerdem auf die für Schwangere empfohlene Höchstmenge an Koffein.

Lies hier, ob Kaffee direkt nach dem Aufstehen empfehlenswert ist oder ob man ihn eher später trinken sollte.

Nicht immer. Dein Körper verändert sich während der Schwangerschaft stark. Regelmäßiges Trinken, kleinere Mahlzeiten, langsames Aufstehen, moderate Bewegung und ausreichend Erholung senken aber das Risiko für Beschwerden.

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