Trockene Augen: Ursachen, Symptome und Behandlung

Trockene Augen sind weit verbreitet und lassen sich oft schon mit einfachen Mitteln vermeiden. Wichtig ist zu wissen, woher die Beschwerden kommen und wann medizinische Unterstützung sinnvoll ist.

Das Wichtigste in Kürze

Brennende, juckende oder müde Augen nach Stunden am Laptop oder Handy? Damit bist du nicht allein. Trockene Augen gehören zu den häufigsten Augenproblemen. Meist sind sie harmlos, können aber bei dauerhaften Beschwerden medizinisch relevant werden.

Das solltest du wissen:

  • Ursache: Der Tränenfilm ist gestört – entweder wird zu wenig Tränenflüssigkeit gebildet oder sie verdunstet zu schnell.
  • Typische Symptome: Brennen, Jucken, Fremdkörpergefühl, rote oder schnell ermüdete Augen, zeitweise verschwommenes Sehen.
  • Was hilft bei leichten Beschwerden: Bildschirmpausen, bewusstes Blinzeln, bessere Raumluft, ausreichend trinken, bei Bedarf befeuchtende Augentropfen.
  • Wann zum Arzt: Wenn die Beschwerden anhalten, stärker werden oder schmerzhaft sind – dann ist eine gezielte, langfristige Behandlung wichtig.

Was sind trockene Augen?

Trockene Augen entstehen, wenn die Augenoberfläche nicht mehr ausreichend befeuchtet wird. Dafür sorgt normalerweise der Tränenfilm. Diese hauchdünne Schicht aus Wasser, Fett und Schleim schützt die Horn- und Bindehaut und sorgt dafür, dass wir klar sehen können.

Doch was passiert eigentlich, wenn dieser Schutzfilm aus dem Gleichgewicht gerät? Entweder produziert das Auge zu wenig Tränenflüssigkeit oder der Tränenfilm ist instabil und reißt zu schnell auf. Die Folge: Die Augen trocknen stellenweise aus, werden gereizt und reagieren empfindlicher auf Licht, Bildschirmarbeit und trockene Luft.

Typisch ist, dass sich die Augen müde, brennend oder angestrengt anfühlen, selbst dann, wenn man sie eigentlich gar nicht stark belastet hat. Was viele überrascht: Trockene Augen sind keine harmlose Kleinigkeit, sondern eine der häufigsten Erkrankungen der Augenoberfläche. Das zeigt zum Beispiel eine Studie aus dem Magazin MMW – Fortschritte der Medizin. Je früher man die Ursache erkennt, desto besser lassen sich Beschwerden in den Griff bekommen.

Was sind die häufigsten Symptome trockener Augen?

  • Brennen oder Jucken: Deine Augen fühlen sich gereizt an, besonders nach längerem Arbeiten am Bildschirm, beim Lesen oder in trockener Luft. Das Brennen kann über den Tag zunehmen.
  • Fremdkörpergefühl: Oft hast du das Gefühl etwas im Auge zu haben, obwohl nichts zu sehen ist. Meistens ist die Ursache eine ungleichmäßig befeuchtete Augenoberfläche.
  • Rötungen: Durch die Reizung erweitern sich die feinen Blutgefäße im Auge. Deine Augen sind gerötet oder entzündet, besonders abends.
  • Schnelle Ermüdung der Augen: Die Augen fühlen sich schwer oder überanstrengt an, auch ohne lange Belastung. Konzentriertes Sehen fällt dir zunehmend schwer.
  • Verschwommenes Sehen: Der instabile Tränenfilm kann dazu führen, dass du vorübergehend unscharf siehst.
  • Tränende Augen: Als Reaktion auf die Trockenheit produziert das Auge vermehrt Reflextränen. Diese laufen zwar ab, befeuchten die Augenoberfläche aber nicht dauerhaft.
  • Starke Schmerzen und Sehverschlechterung: In schlimmen Fällen können starke Schmerzen auftreten, die das Öffnen der Augen schmerzhaft machen. Die Folge ist, dass du schlechter siehst.

Welche Formen von trockenen Augen gibt es?

Eine Studie aus dem Magazin Ocular Surface zeigt: Es gibt es verschiedene Arten trockener Augen:

  1. Zum einen situativ trockene Augen, wenn deine Symptome nur gelegentlich und in bestimmten Situationen auftreten.
  2. Zum anderen gibt es chronisch trockene Augen, die medizinisch als Dry Eye Disease (DED) oder Dry Eye Syndrome (DES) bezeichnet werden (auf Deutsch: Trockene-Augen-Erkrankung beziehungsweise Trockene-Augen-Syndrom). Dabei bleiben deine Beschwerden dauerhaft oder kommen immer wieder und sollten unbedingt ärztlich abgeklärt werden.

Was bedeutet es, wenn die Augen gelegentlich gereizt sind?

Situativ trockene Augen treten nur kurzzeitig auf und haben meist konkrete Auslöser im Alltag. Die Augen reagieren dabei beispielsweise auf langes Arbeite am Bildschirm oder trockene Heizungsluft. Typisch ist: Die Beschwerden lassen wieder nach oder verschwinden ganz, sobald sich die Bedingungen verbessern.

Ursachen für situativ trockene Augen: von alltäglichen Belastungen bis Vitaminmangel

Oft kommen mehrere Faktoren zusammen, die den Tränenfilm kurzfristig stören und deine Augen austrocknen:

  • Alltägliche Belastungen: Lange Autofahrten, intensive Computerarbeit ohne Pausen oder wenig Schlaf
  • Bildschirmarbeit und wenig Blinzeln: Beim konzentrierten Arbeiten blinzeln wir deutlich seltener. Der schützende Tränenfilm reißt schneller auf.
  • Trockene Raumluft: Heizungsluft im Winter oder Klimaanlagen im Sommer entziehen der Luft Feuchtigkeit.
  • Wind, Zugluft und Umweltreize: Fahrtwind, Ventilatoren, Rauch, Abgase oder Zigarettenrauch reizen die Augenoberfläche zusätzlich.
  • Kontaktlinsen: Sie können die natürliche Benetzung der Augen beeinträchtigen, besonders bei langen Tragezeiten.
  • Medikamente: Die vorübergehende Einnahme bestimmter Medikamente, etwa Antihistaminika bei Allergien, hormonelle Präparate oder Betablocker.
  • Trockene Augen durch Vitaminmangel: Ein Mangel an Vitamin A oder Omega-3-Fettsäuren kann die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit beeinflussen. Diese Nährstoffe sind wichtig für gesunde Schleimhäute und die Augenoberfläche.
  • Krankheiten oder hormonelle Veränderungen: Auch vorübergehende Infekte oder hormonelle Veränderungen können zu trockenen Augen beitragen.

Was tun gegen situativ trockenen Augen?

Was also tun, wenn du immer wieder mal trockene Augen hast? Am wichtigsten ist es, den Auslöser zu erkennen und zu vermeiden. Oft reichen dafür schon kleine Anpassungen in deinem Alltag:

  • Regelmäßige Pausen für die Augen: Hast du schon mal eine bewusste Pause für deine Augen eingelegt? Besonders bei intensiver Bildschirmarbeit kann das viel bewirken. So kann das aussehen: Alle 20 Minuten bewusst in die Ferne schauen, zum Beispiel aus dem Fenster. Dazu ganz bewusst blinzeln und die Augen auch einmal etwas länger geschlossen halten. Das hilft die Augen zu befeuchten und hält die Augenmuskulatur fit.
  • Arbeitsumgebung verbessern: Achte in den Räumen, in denen du dich lange aufhältst, auf eine augenfreundliche Umgebung. Wenn du am Bildschirm arbeitest, solltest du ihn leicht unter Augenhöhe einstellen und auf eine gleichmäßige Beleuchtung achten, die nicht blendet. Luftbefeuchter oder Wasserschalen auf der Heizung können helfen, dass die Raumluft weniger trocken ist. Das ist besonders im Winter bei Heizungsluft wichtig. Außerdem solltest du Zugluft vermeiden und regelmäßig Lüften.
  • Augentropfen: Sanfte Augentropfen können kurzfristig Abhilfe schaffen. Diese kannst du einfach nach Bedarf anwenden, wenn sich deine Augen trocken anfühlen. Du bekommst sie rezeptfrei in der Apotheke. Das kann zum Beispiel hilfreich sein, wenn du deine Arbeitsumgebung selbst nur wenig beeinflussen kannst. Wichtig ist: Auch wenn rezeptfreie Augentropfen kurzfristig gut helfen, sie sind keine Dauerlösung.
  • Sehhilfen regelmäßig erneuern und Pflege prüfen: Wenn du eine Brille oder Kontaktlinsen trägst, dann erneuere diese regelmäßig und achte insbesondere bei der Kontaktlinsenpflege auf gut verträgliche Produkte.
  • Ausgewogene Ernährung & ausreichend trinken: Auch wenn das alleine sicher keine Wunderwaffe gegen trockene Augen ist: Eine ausgewogene Ernährung mit Gemüse, Fisch, Nüssen und hochwertigen Ölen kann die Augengesundheit unterstützen und Vitaminmangel vorbeugen. Ausreichend trinken ist immer wichtig für deine Gesundheit, denn Flüssigkeit unterstützt die natürliche Tränenproduktion.
  • Ärztliche Abklärung bei dauerhaften Beschwerden: Halten die Beschwerden trotz dieser Maßnahmen an oder werden stärker, solltest du einen Termin in deiner Arztpraxis vereinbaren. Dort kann geprüft werden, wie stabil dein Tränenfilm ist, ob ausreichend Tränenflüssigkeit gebildet wird oder ob eine Entzündung entstanden ist. Je nach Ergebnis kommen unterschiedliche Tränenersatzmittel für dich infrage, zum Beispiel Augentropfen oder Gele.

Chronisch trockene Augen: Dry Eye Syndrome

Chronisch trockene Augen (DED/DES)  sind eine dauerhafte, entzündliche Erkrankung der Augenoberfläche. Im Gegensatz zu situativ trockenen Augen verschwinden die Beschwerden nicht von selbst, sondern bestehen über längere Zeit oder kehren immer wieder zurück. Ursache ist meist ein dauerhaft gestörter Tränenfilm oder eine Erkrankung.

Ohne Behandlung können Entzündungen zunehmen und die Augenoberfläche langfristig geschädigt werden. Es ist daher sehr wichtig, dass chronisch trockene Augen regelmäßig ärztlich untersucht und langfristig medizinisch begleitet werden.

Was sind die Ursachen von chronisch trockenen Augen?

Chronisch trockene Augen entstehen häufig durch Veränderungen in der Zusammensetzung des Tränenfilms oder im Körper insgesamt. Zu den häufigsten Ursachen gehören:

  • Meibom-Drüsen-Dysfunktion (MDD): Die Meibom-Drüsen sitzen am Rand der Augenlider und produzieren eine fetthaltige Substanz, die sich wie eine Schutzschicht über den Tränenfilm legt und dafür sorgt, dass die Tränen nicht so schnell verdunsten und die Augen angenehm feucht bleiben. Fehlt diese Schutzschicht, trocknet die Augenoberfläche dauerhaft aus.
  • Autoimmunerkrankungen: Erkrankungen wie das Sjögren-Syndrom, Lupus oder rheumatoide Arthritis können die Tränenproduktion direkt beeinträchtigen, indem sie deine Tränendrüsen angreifen.
  • Hormonelle Veränderungen: Besonders bei Frauen, etwa nach den Wechseljahren, verändert sich die Zusammensetzung des Tränenfilms. Das kann die Augen anfälliger für Trockenheit machen.
  • Zunehmendes Lebensalter: Mit steigendem Alter, meist ab etwa 50 Jahren, nimmt die natürliche Tränenproduktion ab. Das Risiko für chronisch trockene Augen steigt.
  • Begleiterkrankungen: Auch Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes oder andere chronische Erkrankungen können die Zusammensetzung und Stabilität des Tränenfilms beeinflussen.

Wie werden chronisch trockenen Augen behandelt? 

Bei chronisch trockenen Augen reicht es meist nicht, nur ab und zu etwas zu unternehmen. Studien, zum Beispiel aus dem Magazin Current Opinion in Ophthalmology, zeigen: Die Behandlung braucht Zeit und eine langfristige Lösung.

Ziel ist es, die Augen dauerhaft zu schützen, Reizungen zu beruhigen und dafür zu sorgen, dass sie wieder besser befeuchtet bleiben. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt davon ab, wie stark die Beschwerden sind und was die Ursache ist. Möglich sind zum Beispiel:

  • Tränenersatzmittel, die regelmäßig angewendet werden
  • entzündungshemmende Augentropfen, zum Beispiel mit Ciclosporin (verschreibungspflichtig)
  • gezielte Lidrandhygiene: das ist eine Methode die Augenlider sorgfältig zu reinigen, zum Beispielsweise mit warmen Kompressen. Dadurch werden Verstopfungen in den Talgdrüsen (Meibom-Drüsen) gelöst und Entzündungen gelindert.
  • medizinische Maßnahmen wie sogenannte Punctum Plugs, die den Abfluss der Tränenflüssigkeit verlangsamen

Welche Behandlung sinnvoll ist, solltest du immer gemeinsam mit einer Augenärztin oder einem Augenarzt festlegen. Bei konsequenter Therapie lassen sich Beschwerden meist deutlich lindern und Folgeschäden vermeiden.

Fazit: Mit dem richtigen Blick für die Ursachen bleiben deine Augen langfristig gesund

Trockene Augen können den Alltag spürbar beeinträchtigen, lassen sich aber in den meisten Fällen gut in den Griff bekommen. Entscheidend ist, zu erkennen, ob es sich um vorübergehende Beschwerden oder um eine chronische Form handelt.

Während in vielen Fällen schon kleine Veränderungen im Alltag helfen, benötigen chronisch trockene Augen eine gezielte und langfristige Behandlung. Mit der richtigen augenärztlichen Unterstützung und frühzeitiger Abklärung lassen sich Beschwerden deutlich verbessern und deine Augen auch in der Zukunft schützen.

FAQ: Häufige Fragen zu trockenen Augen

Sind trockene Augen gefährlich?

In den meisten Fällen sind trockene Augen nicht gefährlich. Bleiben sie aber unbehandelt, können die Augen dauerhaft gereizt werden und Entzündungen entstehen. Deshalb ist es sinnvoll, Beschwerden ernst zu nehmen und frühzeitig etwas dagegen zu machen.

Was hilft schnell bei trockenen Augen?

Befeuchtende Augentropfen können die Augenoberfläche kurzfristig entlasten. Auch regelmäßige Bildschirmpausen, bewusstes Blinzeln und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr helfen oft, die Beschwerden schnell zu lindern.

Wann sollte ich bei trockenen Augen ärztlichen Rat einholen?

Wenn die Beschwerden über längere Zeit anhalten, schmerzhaft sind, sich verschlimmern oder trotz einfacher Maßnahmen nicht besser werden, solltest du eine Augenärztin oder einen Augenarzt aufsuchen. So lässt sich klären, ob eine gezielte Behandlung nötig ist.

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