Was tun bei Grippe? Was bei der Behandlung wirklich hilft

Eine Grippe kann dich für mehrere Tage oder sogar Wochen außer Gefecht setzen. Doch was hilft wirklich bei Influenza? Erfahre, wann Ruhe und Hausmittel ausreichen, wann du ärztliche Hilfe suchen solltest und wie du typische Fehler während der Genesung vermeidest.

Inhaltsverzeichnis

Eine Grippe (Influenza) ist eine ansteckende Atemwegserkrankung und meist deutlich belastender als eine Erkältung. Die gute Nachricht: Die meisten Grippeerkrankungen heilen von selbst aus. Trotzdem gibt es einige Dinge, die du tun kannst, um Beschwerden zu lindern und Komplikationen zu vermeiden.

Die Grundregeln bei Grippe

Du merkst es oft zuerst im Hals. Vielleicht fühlst du dich ungewöhnlich erschöpft, bekommst Kopf- oder Gliederschmerzen oder Fieber. Eine Grippe kündigt sich meist schnell und deutlich an. Was nun?

Das Wichtigste ist zunächst: Ruhe. Dein Körper braucht jetzt viel Energie, um die Viren zu bekämpfen.

  • Gönne dir ausreichend Schlaf,
  • vermeide körperliche Anstrengung und
  • bleibe möglichst zu Hause, um niemanden anzustecken.

Wer eine Grippe nicht richtig auskuriert, riskiert länger krank zu sein und in seltenen Fällen auch Komplikationen.

Hausmittel oder Medikamente: Wie kann ich Grippe-Symptome lindern?

Eine Grippe lässt sich nicht so einfach wegtherapieren. Du kannst aber deine Beschwerden lindern. Dabei können sowohl Hausmittel als auch Medikamente helfen.

Wichtig zu wissen: Die meisten dieser Maßnahmen behandeln die Symptome, nicht die Ursache der Erkrankung. Sie helfen jedoch dabei, die Zeit bis zur Genesung etwas weniger unangenehm zu machen.

Fieber senken

Fieber ist eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers. Studien, wie zum Beispiel aus dem Fachmagazin Nature Reviews Immunology, zeigen, dass Fieber dem Immunsystem dabei hilft, Krankheitserreger zu bekämpfen. Deshalb musst du dein Fieber nicht immer sofort senken.

Wenn du dich aber sehr schlecht fühlst, starke Schmerzen hast oder dein Fieber über längere Zeit sehr hoch ist, kann eine Behandlung mit fiebersenkenden Medikamenten sinnvoll sein. Sprich am besten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, wenn du dir unsicher bist.

Husten und Halsschmerzen lindern

Husten und Halsschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden bei Grippe. Warme Getränke wie Kräuter-, Ingwer- oder Salbeitee tun vielen gut.

Ein weiteres traditionelles Hausmittel ist selbst zubereiteter Hustensaft aus Zwiebelsud und Honig. Bei trockenem Husten hilft das Inhalieren von Wasserdampf, die Atemwege zu befeuchten.

Zusätzlich können Halsbonbons, Gurgellösungen oder Medikamente aus der Apotheke die Beschwerden lindern. Sie verkürzen die Erkrankung zwar nicht, machen Schlucken und Husten aber weniger schmerzhaft.

Schnupfen loswerden

Auch wenn die Nase verstopft ist, helfen Nasenduschen mit Salzwasser oder Inhalationen mit Wasserdampf, die Schleimhäute feucht zu halten. Außerdem profitieren viele Menschen von abschwellenden Nasensprays, besonders nachts, um besser schlafen zu können.

Wichtig ist jedoch, dass du solche Nasensprays nur für wenige Tage anwendest, weil sie bei längerer Nutzung die Nasenschleimhaut schädigen können. Sprich dazu am besten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt oder der Fachkraft in deiner Apotheke.

Kopfschmerzen bei Grippe – was tun?

Kopf- und Gliederschmerzen sind häufige Symptome einer Grippe. Viel trinken und frische Luft ist hier meist schon alles, was man tun kann.

Wenn die Beschwerden stark sind, können Schmerzmittel helfen. Frei verkäuflich sind unter anderem Tabletten mit Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol oder Ibuprofen. Sie lindern Schmerzen und senken teilweise auch Fieber.

Wichtig: ASS sollten Kinder unter zwölf Jahren nicht einnehmen. Bei Fragen wende dich am besten an deine Kinderärztin oder deinen Kinderarzt.

Erschöpfung behandeln

Müdigkeit und Erschöpfung sind typisch bei Grippe. Das Beste, was du tun kannst, ist ausreichend zu schlafen und deinem Körper Ruhe zu gönnen. Viele Menschen fühlen sich auch nach dem Abklingen der akuten Symptome noch einige Zeit erschöpft. Deshalb ist es wichtig, sich genug Zeit zur Erholung zu geben.

Grippe behandeln: Wann sollte ich zum Arzt?

Die meisten Grippeerkrankungen können zu Hause auskuriert werden. Dennoch gibt es Situationen, in denen ärztliche Hilfe sinnvoll oder sogar notwendig ist:

Du solltest bei Grippe ärztlichen Rat einholen, wenn:

  • Atemnot oder starke Atembeschwerden auftreten
  • Verwirrtheit oder starke Kreislaufprobleme dazukommen
  • das Fieber über 40 Grad steigt oder länger als vier Tage anhält
  • du das Gefühl hast, dass dein Zustand ungewöhnlich schwer ist oder sich deutlich verschlechtert
  • die Beschwerden erst besser werden und dann wieder deutlich schlechter
  • die Symptome länger als zwei Wochen anhalten
  • du zu einer Risikogruppe gehörst

Zu den Risikogruppen bei Grippe zählen:

  • Menschen ab 60 Jahren
  • Schwangere
  • Säuglinge und Kleinkinder
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen
  • Personen mit geschwächtem Immunsystem
  • Personen, die bereits schwer erkrankt sind oder im Krankenhaus behandelt werden müssen

Grippe-Behandlung mit Medikamenten

Eine leichte Grippe benötigt meist keine spezielle medikamentöse Behandlung. Es reicht aus, wenn du bei Bedarf deine Symptome linderst. In manchen Fällen kann eine Behandlung mit Medikamenten aber sinnvoll oder notwendig sein:

Wenn sich ein schwerer Krankheitsverlauf ankündigt

In bestimmten Fällen können Ärztinnen und Ärzte bei einer Grippe antivirale Medikamente verschreiben. Studien, wie zum Beispiel aus dem Fachmagazin The Lancet zeigen: Diese Medikamente wirken direkt gegen das Grippevirus und können den Krankheitsverlauf verkürzen. Besonders sinnvoll sind sie für Menschen mit einem erhöhten Risiko für schwere Verläufe.

In Deutschland gibt es zwei solche Medikamente: Oseltamivir und Zanamivir. Bevor man sie erhält, wird durch eine Laboruntersuchung sichergestellt, dass man wirklich an Grippe erkrankt ist. Damit die Medikamente wirksam sind, müssen sie möglichst früh eingesetzt werden – idealerweise innerhalb der ersten 24 bis 48 Stunden nach Beginn der Beschwerden.

Wenn zusätzlich eine bakterielle Infektion auftritt

Antibiotika helfen gegen Grippe nicht, da die Erkrankung durch Viren – nicht durch Bakterien – verursacht wird. Sie kommen nur dann infrage, wenn zusätzlich eine bakterielle Infektion auftritt. Das kann beispielsweise eine bakterielle Lungenentzündung, eine Nasennebenhöhlenentzündung oder eine Mittelohrentzündung sein. Ob eine solche sogenannte Infektion vorliegt, muss ärztlich abgeklärt werden.

Bist du ständig erkältet? Erfahre hier, woran das liegen könnte.

Typische Fehler bei der Behandlung von Grippe

Zu wenig trinken

Bei Fieber verlierst du viel Flüssigkeit, weil du schwitzt. Wenn du dann nicht genug trinkst, belastet das den Kreislauf zusätzlich und kann Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Müdigkeit verstärken. Achte deshalb darauf, regelmäßig Wasser, Tee oder Brühe zu trinken, auch dann, wenn du wenig Durst hast. Das hilft dem Körper bei der Genesung.

Zu früh wieder aktiv werden

Bei einer normal verlaufenden Grippe klingen die stärksten Symptome oft schon nach ein paar Tagen wieder ab. Viele Menschen fühlen sich dann besser und kehren direkt in den Alltag zurück.

Das Problem dabei: Auch wenn Fieber und andere Beschwerden bereits nachlassen, benötigt der Körper noch Zeit, um sich vollständig zu erholen. Wer zu früh wieder durchstartet riskiert eine längere Genesungszeit und erhöht das Risiko für Komplikationen.

Gib dir deshalb ausreichend Zeit, wieder fit zu werden. Der Körper benötigt oft länger zur Erholung, als die Symptome vermuten lassen.

Sport trotz Grippe

Wenn du krank bist, solltest du grundsätzlich auf Sport und intensive körperliche Belastung verzichten. Das gilt besonders bei Grippe, Erkältung oder anderen Infektionen.

Erfahre mehr über Sport bei Erkältung und wie du Erkältungen vorbeugst.

Dein Körper benötigt seine Energie dann vor allem für die Bekämpfung der Infektion und die Genesung. Insbesondere bei Fieber ist Sport keine gute Idee und kann ernsthafte Folgen haben kann.

Warte deshalb, bis du dich vollständig gesund fühlst und alle Symptome abgeklungen sind, bevor du wieder mit dem Training beginnst.

Komplett im Bett liegen musst du deshalb aber nicht. Wenn du dich grundsätzlich fit genug fühlst, können kurze Spaziergänge an der frischen Luft sogar guttun. Achte jedoch darauf, dich nicht zu überanstrengen.

Grippe vorbeugen mit der Grippeimpfung

Wenn du an einer Grippe erkrankt bist, steht die Behandlung der Beschwerden im Vordergrund. Du kannst einer Erkrankung aber auch vorbeugen.

Eine der wirksamsten Maßnahmen dafür ist die Grippeimpfung. Die Impfung kann eine Erkrankung zwar nicht komplett verhindern, sie senkt aber das Risiko für Ansteckung, Komplikationen und schwere Verläufe. Der Zeitpunkt der Impfung spielt dabei eine wichtige Rolle für den bestmöglichen Schutz.

Die Grippeimpfung ist besonders für Menschen mit einem erhöhten Risiko sinnvoll, aber auch gesunde Erwachsene können davon profitieren. Mehr dazu erfährst du in unserem Artikel zu „Grippeimpfung: Für wen ist sie sinnvoll?“.

So unterstützt dich die mkk

Deine Gesundheit ist uns wichtig. Deshalb übernehmen wir die vollen Kosten für Schutzimpfungen, die von der Ständigen Impfkommission empfohlen werden oder medizinisch notwendig sind. Das gilt nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder. Zusätzlich beteiligen wir uns unter anderem an Reiseschutzimpfungen und der Meningokokken-B-Impfung.

FAQ: Häufige Fragen zur Grippe-Behandlung

Kann ich mit Grippe arbeiten gehen?

Während einer Grippe solltest du möglichst zu Hause bleiben. Dein Körper benötigt Ruhe zur Genesung und du verringerst gleichzeitig das Risiko, andere Menschen anzustecken.

Kann ich trotz Grippe duschen oder baden?

Ja, eine warme Dusche kann sogar als angenehm empfunden werden. Auf sehr heiße Bäder solltest du bei Fieber oder Kreislaufproblemen jedoch verzichten.

Wie lange bin ich mit Grippe ansteckend?

Die Ansteckungsgefahr beginnt oft bereits etwa einen Tag vor den ersten Symptomen und hält in der Regel fünf bis sieben Tage an. Bei Kindern oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann sie auch länger bestehen.

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