Was tun bei Burnout? Effektive Wege zurück ins Leben
Burnout verschwindet meist nicht durch ein freies Wochenende. Betroffene brauchen Ruhe, Unterstützung und oft fachliche Hilfe. Erfahre hier, was bei Burnout zu tun ist.
Inhaltsverzeichnis
- Was tun bei Burnout? Die wichtigsten Schritte zuerst
- Wann solltest du dir ärztliche Hilfe holen?
- Wie wird ein Burnout diagnostiziert?
- Burnout-Behandlung: Therapien und Heilungsansätze
- Burnout-Behandlung zu Hause: Was du selbst tun kannst
- Wie unterscheiden sich Burnout und Depression?
- Wie lange dauert es, bis Burnout besser wird?
- Kann man Burnout vollständig heilen?
- Wie kann die mkk unterstützen?
- Fazit: Burnout behandeln ist möglich, kann aber lange dauern
- Häufige Fragen zu Burnout-Behandlung
Was tun bei Burnout? Die wichtigsten Schritte zuerst
Wenn du vermutest, dass du unter einem Burnout leidest, solltest du die Beschwerden ernst nehmen. Viele Betroffene versuchen zunächst, trotz Erschöpfung weiterzumachen wie bisher. Das kann dazu führen, dass sich die Situation weiter verschlechtert.
Stattdessen hilft es, systematisch vorzugehen.
1. Erkenne die Anzeichen für ein Burnout
Burnout entwickelt sich meist schleichend. Zu den typischen Warnsignalen gehören:
- anhaltende körperliche und emotionale Erschöpfung
- das Gefühl, ständig „leer“ oder ausgelaugt zu sein
- Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
- Schlafstörungen
- zunehmende Reizbarkeit
- Verlust von Motivation und Leistungsfähigkeit
- Rückzug von Familie, Freunden oder Hobbys
Nicht jede Erschöpfung ist automatisch ein Burnout. Wenn die Beschwerden jedoch über Wochen bestehen bleiben und sich durch Erholung nicht deutlich bessern, solltest du genauer hinschauen.
2. Dokumentiere deine Warnsignale
Viele Menschen merken erst rückblickend, wie stark sie bereits belastet waren. Deshalb kann es hilfreich sein, Beschwerden und Belastungen festzuhalten.
Notiere beispielsweise:
- welche Symptome auftreten
- wie gut du schläfst
- wie belastbar du dich fühlst
- welche Situationen besonders viel Stress auslösen
Ein solches Belastungstagebuch kann dabei helfen, Muster zu erkennen und später auch Ärztinnen, Ärzten oder Therapeutinnen und Therapeuten wichtige Informationen liefern.
3. Akzeptiere, dass du möglicherweise überlastet bist
Gerade leistungsorientierte Menschen tun sich oft schwer damit, die eigenen Grenzen anzuerkennen. Statt die Warnsignale ernst zu nehmen, versuchen sie häufig noch mehr Einsatz zu zeigen.
Für die Erholung ist jedoch ein anderer Schritt entscheidend: die ehrliche Erkenntnis, dass die eigenen Ressourcen möglicherweise erschöpft sind.
Das bedeutet nicht, aufzugeben. Es bedeutet vielmehr, die Situation realistisch einzuschätzen und rechtzeitig gegenzusteuern.
4. Versuche, dein Stresslevel zu senken
Der nächste Schritt besteht darin, Belastungen vorübergehend zu reduzieren. Dabei geht es nicht darum, dein gesamtes Leben umzukrempeln.
Oft helfen bereits kleine Maßnahmen wie:
- zusätzliche Verpflichtungen kritisch zu prüfen
- bewusste Pausen einzuplanen
- Unterstützung im privaten Umfeld anzunehmen
- Überstunden oder Mehrarbeit zu reduzieren, wenn möglich
Welche Veränderungen sinnvoll sind, hängt immer von deiner persönlichen Situation ab.
5. Beobachte die Entwicklung in den nächsten zwei bis vier Wochen
Leichte Erschöpfungszustände können sich durch mehr Erholung und weniger Belastung wieder bessern. Deshalb lohnt es sich, die Entwicklung bewusst zu beobachten.
Verbessern sich dein Schlaf, dein Energielevel und deine Belastbarkeit innerhalb von zwei bis vier Wochen spürbar, spricht das dafür, dass dein Körper auf die Entlastung reagiert.
Bleiben die Beschwerden bestehen oder verschlimmern sie sich sogar, solltest du ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Das gilt insbesondere dann, wenn dein Alltag, deine Arbeit oder deine psychische Gesundheit deutlich beeinträchtigt sind.
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Wann solltest du dir ärztliche Hilfe holen?
Nicht jede stressige Lebensphase ist gleich ein Burnout. Wenn Beschwerden jedoch über mehrere Wochen anhalten oder den Alltag deutlich beeinträchtigen, solltest du ärztlichen Rat einholen.
Eine ärztliche Abklärung ist besonders wichtig, wenn:
- die Erschöpfung trotz Erholung nicht nachlässt
- Schlafstörungen dauerhaft bestehen
- die Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist
- starke Ängste auftreten
- körperliche Beschwerden wie Herzrasen, Schwindel oder Magenprobleme hinzukommen
- depressive Symptome entstehen
- Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid auftreten
Erste Ansprechpartner können Hausärztinnen und Hausärzte sein. Sie prüfen, ob körperliche Ursachen hinter den Beschwerden stecken und können bei Bedarf an Fachärzte oder Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten überweisen.
Wie wird ein Burnout diagnostiziert?
In vielen Fällen dauert es lange, bis ein Burnout festgestellt wird. Das liegt vor allem daran, dass Burnout-Betroffenen ihre Erkrankung oft selbst nicht bewusst ist.
Stattdessen wenden sie sich oftmals wegen körperlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Schlafstörungen an ihren Arzt oder an ihre Ärztin.
Nachdem körperliche Ursachen ausgeschlossen wurden, wird man in der Regel an eine Spezialeinrichtung überwiesen. In einem ausführlichen Gespräch und mit Hilfe von standardisierten Fragebögen versucht diese, die Beschwerden einzuordnen.
Diese umfassende Abklärung ist wichtig, weil sich etwa die Symptome von Burnout und Depression teilweise sehr stark ähneln. Nach der Burnout-Diagnose bespricht die Fachärztin oder der Facharzt mit der Patientin oder dem Patienten die weiteren Behandlungsschritte.
Burnout-Behandlung: Therapien und Heilungsansätze
Um einen Burnout zu behandeln, gibt es keine Standard-Therapie. Stattdessen erstellen die Ärztinnen und Ärzte ein individuelles Behandlungskonzept.
Damit die Burnout-Therapie erfolgreich sein kann, ist es wichtig, dass die betroffene Person ihr Problem akzeptiert. Nachdem diese sich selbst eingestanden hat, dass sie an einem Burnout leidet, ist es sehr viel einfacher, den Weg der Heilung einzuschlagen.
Psychotherapie: Burnout behandeln mit Einzelgesprächen
Ein wichtiges Ziel der Psychotherapie ist es, gemeinsam mit der Therapeutin oder dem Therapeuten herauszufinden, was den Burnout ausgelöst hat. Außerdem schaut man auf die persönlichen Glaubenssätze.
Damit sind tief verwurzelte Überzeugungen und Einstellungen gemeint, die unser Denken und Verhalten beeinflussen. Diese Glaubenssätze können zum Beispiel den eigenen Perfektionismus oder das Gefühl, immer allen Erwartungen entsprechen zu müssen, betreffen.
Ebenfalls erarbeitet man in der Therapie Strategien, die dabei helfen, mit beruflichem Stress in Zukunft gesünder umzugehen.
Die Therapie kann sowohl ambulant als auch stationär durchgeführt werden.
Kognitive Verhaltenstherapie: Burnout behandeln in der Gruppe
Bei der kognitiven Verhaltenstherapie wird Konflikt- und Stressbewältigung in konkreten Situationen geübt. Oft findet Verhaltenstherapie als Gruppentherapie statt. Hier können bestimmte Situationen simuliert und der Umgang damit trainiert werden.
Man lernt unter anderem, Bedürfnisse klar zu kommunizieren und deutliche Grenzen zu setzen. Der Austausch mit anderen Betroffenen kann die Heilung zusätzlich unterstützen.
Entspannungsmethoden und Körpertherapie: Burnout vorbeugen durch gezielte Ruhephasen
Wenn sich die chronische Erschöpfung noch in der Anfangsphase befindet, können Entspannungsmethoden ausreichen, um dem Burnout vorzubeugen. Sie eignen sich zudem als therapiebegleitendes Hilfsmittel.
Autogenes Training oder progressive Muskelentspannung helfen vielen Menschen dabei, den eigenen Körper besser kennenzulernen und Stress effektiver abzubauen.
Burnout-Behandlung zu Hause: Was du selbst tun kannst
Was du zu Hause tust, ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Es kann dich aber stabilisieren, bis du Hilfe bekommst oder während eine Behandlung läuft. Setze klein an. Bei Burnout ist ein zu ehrgeiziger Plan oft der nächste Stressfaktor.
Schlaf: feste Zeiten statt vager Vorsätze
„Mehr schlafen“ ist zu ungenau. Erwachsene brauchen in der Regel mindestens 7 Stunden Schlaf pro Nacht, viele eher 7 bis 9 Stunden. Wenn du erschöpft bist, ist ein fester Schlafrahmen oft hilfreicher als der Versuch, Schlaf am Wochenende nachzuholen.
Praktisch heißt das:
| Ziel | Konkreter Schritt |
|---|---|
| 7 bis 9 Stunden Schlaf ermöglichen | Lege deine Bettzeit so, dass bis zum Wecker mindestens 7,5 bis 8,5 Stunden bleiben. |
| Rhythmus beruhigen | Stehe möglichst jeden Tag zur ähnlichen Zeit auf, auch am Wochenende. Eine Abweichung von 30 bis 60 Minuten ist meist leichter durchzuhalten als ein strenger Plan. |
| Einschlafen erleichtern | Starte 30 bis 60 Minuten vor dem Schlafen eine ruhige Abendroutine. Zum Beispiel duschen, lesen, Licht dimmen, Kleidung für den nächsten Tag bereitlegen. |
| Bildschirmzeit begrenzen | Lege Handy, Tablet und Laptop spätestens 30 Minuten vor dem Schlafengehen weg. Wenn das anfangs zu schwer ist, beginne mit 15 Minuten und steigere dich. |
| Nächtliches Grübeln senken | Schreibe 3 bis 5 offene Punkte auf einen Zettel. Daneben notierst du den nächsten kleinen Schritt oder „morgen prüfen“. Dann ist der Kopf nicht mehr für alles zuständig. |
Weitere Tipps, um Burnout zu heilen
Koffein, Alkohol und Nikotin stören den Schlaf. Daher solltest du 5 bis 6 Stunden vor dem Schlafengehen keinen Kaffee, schwarzen oder grünen Tee, Cola oder Energy-Drink mehr trinken.
Verwirrung herrscht diesbezüglich oft rund um Alkohol. Er macht zwar müde, man schläft nach dem Trinken in der Regel aber dennoch nicht besser. Im Gegenteil: Der Schlaf wird dadurch oft unruhiger.
Erfahre hier, wie du besser schlafen lernst und welche Folgen Alkohol haben kann.
Bewegung: klein anfangen und sich nicht überfordern
Bewegung kann bei Stress und Erschöpfung guttun. Bei Burnout sollte sie nicht zum Leistungsprogramm werden.
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen pro Woche 150 bis 300 Minuten Bewegung mit mittlerer Intensität oder 75 bis 150 Minuten mit hoher Intensität. Dazu kommen Übungen zur Muskelkräftigung an 2 Tagen pro Woche.
Bei Burnout ist der Einstieg oft kleiner:
- 10 Minuten Spaziergang am Tag, am besten wenn es hell ist.
- Nach 1 Woche auf 15 Minuten steigern, wenn es dir damit gut geht.
- 2 bis 3 kurze Einheiten pro Woche mit leichten Kräftigungsübungen, zum Beispiel Kniebeugen am Stuhl, Wandliegestütze oder ruhiges Dehnen.
- Keine harte Sporteinheit spät am Abend, wenn du danach schlechter einschläfst.
Ein guter Maßstab: Du solltest dich nach der Bewegung etwas wacher oder ruhiger fühlen, nicht deutlich ausgelaugter. Wenn du nach kleinen Aktivitäten stark erschöpft bist, besprich das ärztlich.
Hier verraten wir dir, wie viel Bewegung im Alltag empfehlenswert ist und wie du gesunde Gewohnheiten entwickelst.
Pausen: Erholung fest einplanen
Bei Burnout reichen spontane Pausen oft nicht aus, weil der Alltag sie sofort wieder verdrängt. Plane sie deshalb wie Termine.
Ein einfacher Start:
- 2 feste Pausen am Tag, je 10 Minuten.
- Kein Handy in dieser Zeit.
- Kein Haushalt als „Pause“.
- Ruhig sitzen, aus dem Fenster schauen, langsam trinken, kurz gehen oder atmen.
Wenn du schnell wieder in Aufgaben rutschst, stelle einen Timer. Die Pause endet, wenn der Timer klingelt. Das nimmt Druck heraus und macht den Schritt überschaubar.
Entspannung: kurze Übungen statt großer Programme
Entspannung muss nicht lange dauern. Bei starker Erschöpfung sind 5 Minuten oft genug.
Eine einfache Atemübung:
- Setz dich bequem hin und lockere Schultern und Kiefer.
- Atme ruhig durch die Nase ein und zähle dabei bis 4 oder 5.
- Atme langsam aus und zähle wieder bis 4 oder 5.
- Wiederhole das 5 Minuten lang.
- Wenn Zählen stresst, atme nur etwas langsamer aus als ein.
Progressive Muskelentspannung kann ebenfalls passen. Dabei spannst du nacheinander einzelne Muskelgruppen kurz an und lässt wieder locker. Starte mit 5 bis 10 Minuten, zum Beispiel mit Händen, Schultern, Gesicht und Beinen. Bei Schmerzen, Verletzungen oder starkem Unwohlsein lässt du die Übung weg und sprichst mit einer Ärztin oder einem Arzt.
Alltagsaufgaben sichtbar machen und kürzen
Burnout entsteht oft in einem Alltag, der zu wenig Zeit für Erholung lässt. Darum ist es zu Hause sinnvoll, Aufgaben nicht nur „besser zu schaffen“, sondern zu verringern.
Nimm ein Blatt Papier und teile es in 3 Spalten:
| Frage | Beispiele |
|---|---|
| Was muss heute wirklich sein? | Medikamente holen, Kind abholen, Arzttermin wahrnehmen |
| Was kann warten? | Wäsche, nicht dringende Mails, private Termine |
| Was kann jemand anderes übernehmen? | Einkauf, Telefonat, Fahrdienst, Formular prüfen |
Setze für den Tag höchstens 1 bis 3 Pflichtaufgaben. Wenn du krankgeschrieben bist, gehört Erholung zu deinem Tagesplan. Das ist kein freier Tag für liegengebliebene Arbeit.
Kontakt halten: nicht alles allein tragen
Erschöpfung führt oft dazu, dass Menschen sich zurückziehen. Aber Einsamkeit ist nicht förderlich, wenn du dich besser fühlen willst. Wähle deshalb eine Person aus, der du nicht viel erklären musst.
Eine konkrete Nachricht kann reichen:
„Mir geht es gerade nicht gut. Ich bin erschöpft und brauche Ruhe. Kannst du diese Woche einmal kurz nach mir sehen oder mir beim Einkauf helfen?“
Wenn du Gedanken hast, dir etwas anzutun, brauchst du sofort Hilfe. Wende dich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117, in akuter Gefahr an den Notruf 112 oder an die TelefonSeelsorge unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123.
Arbeit und Erreichbarkeit: Grenzen konkret machen
Wenn Arbeit ein Auslöser ist, reicht „ich mache weniger“ meist nicht. Besser sind klare Regeln:
- Dienstliche Nachrichten nur zu festen Zeiten prüfen, wenn du arbeitsfähig bist.
- Bei Krankschreibung keine Arbeitsmails lesen und keine beruflichen Telefonate führen.
- Benachrichtigungen am Handy ausschalten.
- Eine Abwesenheitsnotiz nutzen, wenn das zu deiner Arbeit passt.
- Rückkehr in den Job ärztlich oder therapeutisch besprechen, besonders nach längerer Arbeitsunfähigkeit.
Bei längerer Krankschreibung kann eine stufenweise Wiedereingliederung infrage kommen. Das klärst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt und deiner Krankenkasse.
Wie unterscheiden sich Burnout und Depression?
Burnout und Depression werden häufig miteinander verwechselt. Tatsächlich ähneln sich die Beschwerden stark.
Mögliche gemeinsame Symptome sind:
- Erschöpfung
- Antriebslosigkeit
- Konzentrationsprobleme
- Schlafstörungen
- Rückzug von sozialen Kontakten
Allerdings handelt es sich nicht um dasselbe.
Burnout wird meist als Folge chronischer Belastung beschrieben und steht häufig im Zusammenhang mit Arbeit, Verantwortung in der Pflege oder anderen langanhaltenden Stresssituationen.
Eine Depression ist eine eigenständige psychische Erkrankung. Sie kann unabhängig von beruflichen Belastungen auftreten und geht oft mit einer dauerhaft gedrückten Stimmung sowie dem Verlust von Freude und Interesse einher.
Da Burnout und Depression gleichzeitig auftreten können, ist eine professionelle Diagnostik besonders wichtig. Nur so kann die passende Behandlung eingeleitet werden.
Wie lange dauert es, bis Burnout besser wird?
Viele Betroffene fragen sich: Burnout – wann wird es besser?
Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort. Die Dauer hängt unter anderem ab von:
- Schwere der Beschwerden
- Dauer der vorherigen Belastung
- vorhandenen Ressourcen
- Unterstützung im sozialen Umfeld
- Begleiterkrankungen
Burnout-Phasen der Heilung
Akute Entlastung: Tage bis wenige Wochen
Am Anfang geht es darum, den Druck zu senken. Das kann bedeuten: ärztliche Hilfe suchen, eine Krankschreibung prüfen lassen, Termine absagen, Schlaf nachholen und Aufgaben an andere Menschen abgeben.
Manche Betroffene merken schon nach einigen Tagen, dass sie etwas ruhiger werden. Die starke Erschöpfung bleibt aber oft länger.
In dieser Phase sind einfache Fragen hilfreich:
- Was muss heute wirklich sein?
- Was kann warten?
- Wer kann mich praktisch entlasten?
- Welche Aufgabe macht meinen Zustand gerade schlechter?
Stabilisierung: mehrere Wochen bis Monate
Nach der ersten Entlastung braucht der Körper oft Zeit, um wieder in einen ruhigeren Rhythmus zu kommen. Schlaf, Konzentration und Stimmung schwanken in dieser Phase häufig. Ein guter Tag bedeutet noch nicht, dass wieder alles geht. Ein schlechter Tag bedeutet auch nicht, dass die Erholung gescheitert ist.
Jetzt können Psychotherapie, ärztliche Begleitung, Stressbewältigung und konkrete Änderungen im Alltag greifen. Dazu gehört es, feste Pausen einzuplanen, nicht ständig erreichbar zu sein, klare Absprachen in der Familie zu treffen und realistisch auf die täglichen Belastungen zu blicken.
Belastbarkeit aufbauen: mehrere Monate
Wenn Schlaf und Alltag stabiler werden, beginnt oft der nächste schwierige Teil: wieder mehr tun, ohne zu schnell zu viel zu wollen.
Die Belastbarkeit wächst meist schrittweise. Ein Spaziergang, ein kurzer Termin oder ein halber Tag mit mehr Aktivität reichen anfangs.
Bei längerer Arbeitsunfähigkeit kann eine stufenweise Wiedereingliederung infrage kommen. Dabei kehren Beschäftigte langsam in den Beruf zurück, zum Beispiel erst mit wenigen Stunden am Tag.
Während dieser Zeit gelten sie weiterhin als arbeitsunfähig. Ob das passt, klären Betroffene mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt, der Krankenkasse und dem Arbeitgeber.
Rückkehr und Vorbeugung: nach der akuten Erholung
Wenn die Beschwerden nachlassen, ist der alte Alltag oft noch nicht automatisch tragfähig. Viele Betroffene brauchen neue Grenzen: weniger Überstunden, klare Pausen, bessere Aufgabenverteilung oder Unterstützung im Team.
Sinnvoll ist auch eine persönliche Warnzeichenliste. Darauf stehen frühe Signale wie Schlafprobleme, Gereiztheit, soziale Isolation, Konzentrationsprobleme, häufige Infekte oder das Gefühl, nach kleinen Aufgaben völlig leer zu sein. Wer diese Zeichen früh erkennt, kann besser gegensteuern.
Erfahre hier, was du tun kannst, wenn du ständig erkältet bist.
Kann man Burnout vollständig heilen?
Auch wenn unklar ist, wie lange es dauert – man kann ein Burnout heilen, vollständig. Voraussetzung ist jedoch meist mehr als nur eine kurzfristige Auszeit vom Job. Häufig müssen die Ursachen der Überlastung erkannt und langfristig verändert werden.
Dazu können gehören:
- aktive Stressbewältigung
- Erholungszeiten
- klare Grenzen im Beruf und Privatleben
- Unterstützung durch Therapie oder Coaching
Wenn du die Auslöser deines Burnouts dauerhaft ignorierst und unmittelbar zu alten Verhaltensmustern zurückkehrst, hast du dagegen ein höheres Risiko für erneute Beschwerden.
Die gute Nachricht: Mit der richtigen Unterstützung und ausreichend Zeit können viele Betroffene ihre Leistungsfähigkeit, Lebensfreude und psychische Gesundheit zurückgewinnen.
Wie kann die mkk unterstützen?
Psychische Gesundheit ist ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsvorsorge. Die mkk – meine krankenkasse unterstützt ihre Versicherten bei gesundheitlichen Herausforderungen und begleitet sie auf dem Weg zu geeigneten Versorgungsangeboten.
Je nach individueller Situation können Versicherte unter anderem von folgenden Leistungen profitieren:
- Beratung zu psychischen Belastungen
- Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Behandlungsangeboten
- Leistungen im Bereich Psychotherapie entsprechend der gesetzlichen Vorgaben und darüber hinaus
- Präventionsangebote zur Stressbewältigung und Gesundheitsförderung
- Gesundheitskurse zur Entspannung und zum Umgang mit Stress
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Fazit: Burnout behandeln ist möglich, kann aber lange dauern
Ein Burnout entsteht nicht von heute auf morgen, sondern meist schleichend über einen längeren Zeitraum. Oft erkennen Betroffene zunächst selbst nicht, woran sie leiden und wenden sich wegen eines körperlichen Symptoms an ihre Hausarztpraxis.
Ist die Burnout-Diagnose einmal gestellt, gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten. Wichtig ist, die Bausteine der Therapie so zu wählen, dass sie die individuellen Lebensumstände und Bedürfnisse berücksichtigen.
Zudem kannst du selbst aktiv werden, um einen Burnout frühzeitig zu erkennen und zu verhindern. Sei achtsam und nimm typische erste Warnsignale wie eine erhöhte Reizbarkeit, langanhaltende Erschöpfung oder ein Gefühl innerer Leere unbedingt ernst.
Um einem Burnout vorzubeugen, solltest du vor allem auf eine gute Work-Life-Balance, die klare Kommunikation deiner Bedürfnisse und einen allgemein gesunden Lebensstil achten.
Häufige Fragen zu Burnout-Behandlung
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Kann Burnout von allein verschwinden?
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Kurzfristige Erschöpfungszustände können sich durch Erholung bessern. Bei anhaltenden Beschwerden sollte jedoch eine ärztliche Abklärung erfolgen.
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Ist Burnout eine Krankheit?
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Burnout wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Syndrom infolge von chronischem Stress am Arbeitsplatz beschrieben. Es handelt sich nicht um eine eigenständige psychische Erkrankung wie beispielsweise eine Depression.
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Wie lange dauert Burnout?
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Die Dauer ist individuell unterschiedlich. Sie kann von einigen Wochen bis zu mehreren Monaten oder länger reichen.
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Kann ich mit Burnout krankgeschrieben werden?
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Eine Arbeitsunfähigkeit kann möglich sein, wenn die Beschwerden die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen. Die Entscheidung trifft die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.
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Was hilft bei Burnout am schnellsten?
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Es gibt keine Sofortlösung. Die Kombination aus Entlastung, professioneller Unterstützung, ausreichend Erholung und langfristigen Veränderungen gilt als besonders wirksam.
Quellen
- Weltgesundheitsorganisation (WHO): International Classification of Diseases (ICD-11), Burn-out als arbeitsbezogenes Syndrom: https://www.who.int
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Informationen zu Stress, psychischer Gesundheit und Prävention: https://www.gesund-aktiv-aelter-werden.de
- Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention: Informationen zu Depression und Abgrenzung zu Burnout: https://www.deutsche-depressionshilfe.de
- Bundesärztekammer: Informationen zu psychischen Belastungen und Psychotherapie: https://www.bundesaerztekammer.de
- Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN): Psychische Erkrankungen und Behandlungsoptionen: https://www.dgppn.de
- Understanding the burnout experience: recent research and its implications for psychiatry; Christina Maslach and Michael P. Leiter
- Burnout: A Review of Theory and Measurement; Sergio Edú-Valsania, Ana Laguía, and Juan A. Moriano
- Pross C. Burnout, vicarious traumatization, and its prevention. Torture 2006;16:1‐9.
- Maslach C, Leiter MP. The truth about burnout. San Francisco: Jossey‐Bass, 1997.
- Freudenberger HJ, Richelson G. Burn‐out: the high cost of high achievement. Garden City: Doubleday, 1980.
- American Academy of Sleep Medicine: Empfehlung für Erwachsene, regelmäßig mindestens 7 Stunden pro Nacht zu schlafen: https://sleepeducation.org/get-involved/campaigns/7-and-up-the-healthy-sleep-duration-for-adults/
- gesund.bund.de: Schlafhygiene, feste Schlafzeiten, Koffein und Alkohol vor dem Schlafen: https://gesund.bund.de/gut-schlafen
- Weltgesundheitsorganisation: Bewegungsempfehlungen für Erwachsene, 150 bis 300 Minuten pro Woche und Muskelkräftigung an 2 Tagen: https://www.who.int/initiatives/behealthy/physical-activity
- NHS: Atemübung bei Stress, ruhiges Ein- und Ausatmen über mindestens 5 Minuten: https://www.nhs.uk/mental-health/self-help/guides-tools-and-activities/breathing-exercises-for-stress/
- gesund.bund.de: Licht, Abendrituale und regelmäßige Schlafzeiten: https://gesund.bund.de/gesunder-schlaf-im-alter
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